Die KGAL hat ihr Mandat für den offenen Infrastrukturfonds zum 28. September 2026 gekündigt. Damit ist KGAL Klimasubstanz aufgelöst, wie die Kapitalverwaltungsgesellschaft mitteilt. Neue Anteile gibt der Fonds ab sofort nicht mehr aus, zurück nimmt er ebenfalls keine.
Die beiden Erneuerbare-Energien-Anlagen im Portfolio laufen während der Abwicklung zunächst weiter. KGAL will sie zu geeigneten Zeitpunkten verkaufen und die frei werdende Liquidität anschließend schrittweise an die Anleger auszahlen. Mit dem 2023 aufgelegten Fonds hatte das Unternehmen erstmals das damals neue Vehikel eines offenen Infrastruktur-Sondervermögens genutzt.
Warum KGAL den Klimasubstanz aufgelöst hat
Die bisher eingegangenen Rückgabewünsche der Anleger fielen laut KGAL gering aus. Für die Entscheidung gaben sie deshalb nicht den Ausschlag. Entscheidend war vielmehr die Aussicht auf zu wenige Neuzeichnungen. Michael Kohl, Head of Packaged Products bei KGAL, erklärt: „Ausschlaggebend für die Auflösung ist die fehlende Aussicht auf ausreichende Neuzeichnungen, um den Fonds langfristig auf eine wirtschaftlich sinnvolle Größe zu entwickeln und das Portfolio weiter zu diversifizieren.“
Seit der Auflage des Fonds im November 2023 habe sich das Marktumfeld spürbar gewandelt. Die Nachfrage nach Nachhaltigkeitsfonds sei deutlich zurückgegangen — ein Trend, der sich auch in der generellen Absatzentwicklung bei Immobilienfonds und Private Markets widerspiegelt. Zugleich haben gestiegene Zinsen Festgeld und Anleihen für viele Anleger wieder attraktiver gemacht, so KGAL. Kohl betont, es sei verantwortungsvoller, frühzeitig Klarheit zu schaffen, statt auf eine mögliche Vertriebsbelebung zu hoffen.
Wind- und Solarpark laufen weiter planmäßig
Das Fondsvermögen des KGAL Klimasubstanz liegt den Angaben zufolge aktuell bei rund 12,5 Millionen Euro. Das Portfolio besteht aus zwei Erneuerbare-Energien-Anlagen in Schleswig-Holstein. Beide entwickeln sich laut KGAL planmäßig.
Der Windpark Bliestorf bei Lübeck umfasst zwei Windenergieanlagen mit 9,6 Megawatt Gesamtleistung. Seit Juni 2025 ist er am Netz, für den erzeugten Strom gilt eine Mindestvergütung über 20 Jahre. Der Solarpark Eiderstede kommt dagegen auf 14,2 Megawattpeak und speist seit Oktober 2024 ein. Ein 20-jähriger Abnahmevertrag mit einem kommunalen Versorger sichert dort die Erlöse zu einem Festpreis.
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Auflegung | November 2023 |
| Fondsvermögen | rund 12,5 Millionen Euro |
| Windpark Bliestorf | 9,6 Megawatt, in Betrieb seit Juni 2025 |
| Solarpark Eiderstede | 14,2 Megawattpeak, in Betrieb seit Oktober 2024 |
| Mandatskündigung der KVG | 28. September 2026 |
KGAL als Co-Investor engagiert
KGAL ist nach eigenen Angaben „in signifikanter Höhe“ mit eigenem Kapital im Fonds investiert. Dadurch verfolge man die gleichen Interessen wie die übrigen Anleger. „Wir wollen geeignete Marktbedingungen nutzen, um bestmögliche Verkaufsergebnisse für alle Anleger zu erzielen“, sagt Kohl.
Wie viel am Ende tatsächlich an die Anleger zurückfließt, hänge vom Zeitpunkt und von den Erlösen der Anlagenverkäufe ab. Eine verlässliche Prognose zur Höhe der Rückflüsse lässt sich derzeit deshalb noch nicht treffen.
Tauschangebot in den Immobilienfonds KGAL Immosubstanz
Wer nicht bis zum Abschluss der Abwicklung investiert bleiben möchte, hat eine Alternative. KGAL bietet an, die Anteile zum Nettoinventarwert in Anteile des offenen Immobilienfonds KGAL Immosubstanz zu tauschen. Details zum Tauschangebot erhalten Anleger nach Unternehmensangaben gesondert über ihre Vertriebspartner.














