Private Equity: Exits ziehen an – Ausschüttungen bleiben das Nadelöhr

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Symbolbild.

Der Private-Equity-Markt zeigt im ersten Halbjahr 2026 deutliche Unterschiede zwischen Sektoren und Regionen. Während große US-Transaktionen und Software unter Druck stehen, gewinnen Europa und Asien an Dynamik. Gleichzeitig belebt sich der Exit-Markt, doch die Rückflüsse an Investoren bleiben verhalten.

Der Private-Equity-Markt hat sich im ersten Halbjahr 2026 trotz makroökonomischer Unsicherheit und der Neubewertung des Softwaresektors auf einem vergleichsweise stabilen Niveau gehalten. Nach einer Analyse von Altaroc Partners konzentriert sich die Abschwächung vor allem auf einzelne Marktsegmente.


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Deutlich gewachsen ist der Bewertungsabstand zu den Aktienmärkten. Die durchschnittlichen Einstiegsmultiples im Buyout-Segment lagen im ersten Halbjahr beim 10,5-fachen (Unternehmenswert bezogen auf Ebitda), nach 11,5-fach im Gesamtjahr 2025. Für die Unternehmen des S&P 500 liegt der Wert laut Altaroc dagegen bei 17,6.

Die Börsenbewertung liegt damit rund 68 Prozent über dem durchschnittlichen Buyout-Einstiegsmultiple. Der Zehnjahresdurchschnitt beträgt den Angaben zufolge 37 Prozent. Allerdings beeinflusst die geringere Aktivität im traditionell höher bewerteten Softwaresektor den Durchschnitt. Die Buyout-Multiples seien deshalb nicht ohne Weiteres auf hochwertige Technologieunternehmen übertragbar.

US-Softwaremarkt verliert an Volumen

Besonders ausgeprägt ist die Verschiebung im US-Softwaremarkt. Das Buyout-Volumen sank dort im ersten Halbjahr von 36 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf neun Milliarden Dollar. Die Zahl der Transaktionen blieb mit 87 gegenüber 93 Deals dagegen vergleichsweise stabil. Vor allem große Transaktionen gingen zurück.

Als wesentlichen Grund nennt Altaroc die Neubewertung der Wachstumsaussichten von Softwareanbietern angesichts der Fortschritte bei künstlicher Intelligenz. Die operativen Kennzahlen seien in weiten Teilen des Sektors bislang stabil geblieben. Derzeit bremse daher vor allem die Unsicherheit über angemessene Bewertungen.

Kapital fließt zugleich verstärkt in andere Bereiche. Das US-Buyout-Volumen im Energiesektor stieg im ersten Halbjahr von 40 Milliarden Dollar auf 60 Milliarden Dollar. Parallel erhöht der steigende Energie- und Rechenbedarf rund um künstliche Intelligenz den Infrastrukturbedarf.

Europa und Asien gewinnen an Dynamik

Auch regional verschiebt sich die Aktivität. Während das gesamte US-Buyout-Volumen im ersten Halbjahr um 22 Prozent sank, stieg es in Europa um 14 Prozent auf 68,8 Milliarden Euro. Das Wachstum stammt allerdings vor allem aus Großtransaktionen. Das Large-Cap-Segment lag im zweiten Quartal 61 Prozent über seinem Fünfjahresdurchschnitt, der europäische Mid-Market dagegen 43 Prozent darunter.

In Asien erreichte das Private-Equity-Investitionsvolumen im zweiten Quartal 55 Milliarden Dollar und lag damit 181 Prozent über dem Vorjahresquartal. Maßgeblichen Anteil daran hatte China: Die drei größten KI-Plattformen standen laut Analyse für rund 40 Prozent der Quartalsaktivität.

Auch der Exit-Markt hat sich belebt. Das weltweite M&A-Exit-Volumen Private-Equity-finanzierter Unternehmen erreichte im ersten Halbjahr 450 Milliarden Dollar, 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Markt für Börsengänge zog ebenfalls an. Das Gesamtvolumen wurde allerdings erheblich durch den SpaceX-Börsengang beeinflusst, auf den 86 Milliarden Dollar beziehungsweise 68 Prozent des Volumens entfielen.

Secondaries erreichen Halbjahresrekord

Bereinigt um SpaceX war das zweite Quartal nach Angaben von Altaroc dennoch das aktivste Quartal für Private-Equity-finanzierte Börsengänge seit Ende 2021. Auch der Sekundärmarkt trug zur Liquidität bei. Mit einem weltweiten Transaktionsvolumen von 118 Milliarden Dollar erreichte er im ersten Halbjahr einen neuen Halbjahresrekord und lag 15 Prozent über dem Vorjahreswert.

Verbessert haben sich zudem die bei Exits erzielten Bewertungen. Bei den von Pathway ausgewerteten Buyout-Investments lag der durchschnittliche Bewertungsaufschlag bei Exits laut Altaroc im ersten Quartal 2026 bei 9,8 Prozent gegenüber der Bewertung ein Jahr vor dem Verkauf. Im Jahr 2025 waren es 7,4 Prozent, 2024 5,2 Prozent und 2023 3,1 Prozent.

Das Nadelöhr bleiben die Ausschüttungen an Investoren. Im Referenzportfolio von Pathway lag die annualisierte Ausschüttungsquote demnach im ersten Halbjahr bei 14,3 Prozent, nach 18,9 Prozent im Gesamtjahr 2025. Damit blieb sie unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Eine stärkere Normalisierung der Rückflüsse könnte Investoren wieder mehr Spielraum für neue Fondscommitments verschaffen.

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