Heizungstausch: Diese Kosten sollten Eigentümer im Blick behalten

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Welche Lösung die beste ist, hängt im Einzelfall von einer Vielzahl an Faktoren ab (Symbolbild).

Steigende Heizöl- und Gaspreise rücken den Heizungstausch neben den neuen gesetzlichen Vorgaben erneut in den Fokus. Doch Wärmepumpe, Fernwärme, Gas, Öl und Pellets unterscheiden sich nicht nur beim Kaufpreis. Für Eigentümer kommt es auf Gebäude, Förderung und langfristige Kosten an. Ein genauer Vergleich lohnt sich.

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz haben Hauseigentümer beim Heizungstausch mehr Wahlfreiheit. Gas- und Ölheizungen bleiben mögliche Optionen. Gleichzeitig ist das Interesse an neuen Heizsystemen hoch: Im Juni 2026 bewilligte die KfW so viele Förderanträge für neue Heizungsanlagen wie in keinem anderen Monat des Jahres. Darauf weist die Bausparkasse Schwäbisch Hall hin.


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Welche Technik infrage kommt, hängt vor allem vom Gebäude ab. „Der Gerätepreis sollte nicht der Ausgangspunkt für die Entscheidung sein. Zuerst gilt es zu klären, welche Technik sinnvoll und effizient im eigenen Haus betrieben werden kann“, erklärt Schwäbisch Hall-Modernisierungsberater Thomas Billmann. Entscheidend sind unter anderem Wärmebedarf, Vorlauftemperatur, Heizflächen, Dämmung und Fenster. Auch Solarthermie zur Warmwasserbereitung kann Teil des Konzepts sein.

Besteht vor Ort bereits ein Wärmenetz oder sieht die kommunale Wärmeplanung einen Anschluss vor, kann Fernwärme eine Alternative sein. Eigentümer sollten daher neben dem Gebäude auch die bestehende und geplante Wärmeversorgung am Standort prüfen.

Förderung kann Investitionskosten senken

Für erneuerbare Heizsysteme sieht die Bundesförderung für effiziente Gebäude eine Grundförderung von 30 Prozent vor. Sie gilt beispielsweise für Wärmepumpen, Biomasseheizungen und den Anschluss an ein Wärmenetz. Je nach Einkommen und weiteren Voraussetzungen können zusätzliche Boni hinzukommen. Insgesamt sind maximal 80 Prozent Förderung möglich. Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt für Berechtigte bis Ende Januar 2027 noch 16 Prozent und sinkt danach halbjährlich um jeweils vier Prozentpunkte.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bis 25 Kilowatt inklusive Pufferspeicher kostet im Altbau nach Angaben von Schwäbisch Hall etwa 40.000 Euro. Sie arbeitet insbesondere bei niedrigen Vorlauftemperaturen effizient. Eine vollständige Sanierung des Gebäudes ist dafür nicht zwingend erforderlich. Bei Fernwärme lassen sich die Kosten dagegen nicht pauschal beziffern, da Netzanschluss, Übergabestation und Anbieter eine wesentliche Rolle spielen.

Eine Gas-Brennwerttherme mit 15 bis 25 Kilowatt Leistung kostet demnach im Altbau ab etwa 14.230 Euro. Für eine vergleichbare Öl-Brennwerttherme werden rund 17.730 Euro angesetzt. Ein Pellet-Heizkessel mit bis zu 25 Kilowatt inklusive Fördersystem und Pufferspeicher kommt auf etwa 30.450 Euro. Die genannten Bruttopreise sind Näherungswerte und können je nach Anbieter und baulichen Voraussetzungen abweichen.

Zusatzkosten verändern die Gesamtrechnung

Zum Gerätepreis kommen häufig weitere Ausgaben hinzu. Für Demontage und Entsorgung der alten Anlage können 1.000 Euro oder mehr anfallen. Anpassungen an Schornstein oder Abgassystem kosten etwa 500 bis 2.000 Euro. Neue Pumpen, Rohre und Ventile oder Änderungen an Heizkörpern können weitere 500 bis 3.000 Euro verursachen. Bei Wärmepumpen können zudem Elektroarbeiten notwendig werden, bei Fernwärme entstehen gegebenenfalls Anschlusskosten.

„Zwei Heizungen mit einem ähnlichen Gerätepreis können am Ende sehr unterschiedliche Gesamtkosten verursachen“, erklärt Billmann. „Deshalb sollten Eigentümer Angebote möglichst auf Basis der vollständigen Investitionskosten vergleichen.“

Da eine neue Heizung meist 15 bis 20 Jahre genutzt wird, spielen auch die laufenden Kosten eine wichtige Rolle. Bei Gas und Öl beeinflussen Brennstoffpreise und steigende CO₂-Kosten die Rechnung. Für Gas-, Heizöl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu in Bestandsgebäude eingebaut werden, gelten zudem schrittweise steigende Vorgaben für klimafreundliche Brennstoffe.

Energiepreise und Effizienz langfristig kalkulieren

Der vorgeschriebene Anteil liegt ab 2029 bei mindestens zehn Prozent, ab 2030 bei 15 Prozent, ab 2035 bei 30 Prozent und ab 2040 bei 60 Prozent. Ab 2045 müssen die für die Gebäudeheizung in Verkehr gebrachten Brennstoffe vollständig klimaneutral sein. Damit gewinnen Preis und Verfügbarkeit entsprechender Brennstoffe für die langfristige Kalkulation an Bedeutung.

Bei Wärmepumpen bestimmen vor allem Strompreis und Effizienz der Anlage die laufenden Kosten. Geplante energetische Sanierungen oder eine Photovoltaikanlage sollten deshalb in die Kalkulation einfließen. Bei Pelletheizungen wirken sich unter anderem Holzangebot, Nachfrage und Produktionskosten auf die Brennstoffpreise aus. Bei Fernwärme hängen die Kosten vom jeweiligen Netz, Anbieter, Tarif und den vertraglichen Regelungen zur Preisentwicklung ab.

„Nicht die Heizung mit dem niedrigsten Gerätepreis ist automatisch die beste“, fasst Billmann zusammen. „Entscheidend ist, welche Lösung zum Gebäude passt, finanziert werden kann und auch bei sich verändernden Energiepreisen und Anforderungen langfristig tragbar bleibt.“


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