Die Commerzbank hat am 5. November 2026 das beste Neun-Monats-Ergebnis ihrer Konzerngeschichte vorgelegt. Zugleich steht die Commerzbank-Unicredit-Übernahme kurz vor dem entscheidenden Schritt. Der italienische Großaktionär wartet nur noch auf die Zustimmung der EU-Kommission. Diese ist für den 16. November angekündigt.
Der Konzernüberschuss stieg im dritten Quartal auf 859 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal lag der Gewinn noch bei 591 Millionen Euro - ein Zuwachs von 45 Prozent. Auf Sicht der ersten neun Monate erreichte der Gewinn 2.669 Millionen Euro, ein Plus von 41 Prozent, wie die Bank mitteilt. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an der Prognose von mindestens 3,4 Milliarden Euro Nettogewinn fest.
Auch operativ entwickelt sich das Institut kräftig: Das operative Ergebnis legte binnen neun Monaten um 17 Prozent auf 4.037 Millionen Euro zu, im dritten Quartal sogar um 25 Prozent auf 1.312 Millionen Euro. Beim Netto-Zinsüberschuss gab es mit 6.222 Millionen Euro kaum Bewegung - ein Plus von lediglich 0,7 Prozent. Beim Ausblick für den Jahreszinsüberschuss korrigierte die Bank ihre Prognose allerdings leicht nach unten, von 8,6 auf rund 8,5 Milliarden Euro. Zum 30. September erreichte die harte Kernkapitalquote einen Wert von 14,2 Prozent. Damit liegt sie 370 Basispunkte über der aufsichtsrechtlichen MDA-Schwelle, die bei rund 10,5 Prozent liegt.
Darüber hinaus plant der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr, den Aktionären rund 3,2 Milliarden Euro als Kapital zurückzugeben, aufgeteilt auf Dividende und Aktienrückkäufe. Mindestens die Hälfte davon soll über die Dividende fließen. „Wir haben unseren Stakeholdern versprochen, langfristig Wert zu schaffen. Das haben wir mit unserem Rekordergebnis erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sagt Vorstandschefin Bettina Orlopp.
Commerzbank-Quartalszahlen im Überblick
| Kennzahl | Drittes Quartal 2026 | Veränderung | Erste neun Monate 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Konzernüberschuss | 859 Millionen Euro | +45 Prozent | 2.669 Millionen Euro | +41 Prozent |
| Operatives Ergebnis | 1.312 Millionen Euro | +25 Prozent | 4.037 Millionen Euro | +17 Prozent |
| Netto-Zinsüberschuss | - | - | 6.222 Millionen Euro | +0,7 Prozent |
| CET1-Quote (Stand: 30. September 2026) | 14,2 Prozent | - | 14,2 Prozent | - |
Commerzbank-Unicredit-Übernahme: Letzte Hürde am 16. November
Die Europäische Zentralbank gab Unicredit bereits Mitte Oktober 2026 grünes Licht für die Kontrollübernahme. Das italienische Institut darf seinen Anteil seither ohne Obergrenze über die sonst geltende Schwelle von 30 Prozent hinaus ausbauen. Mittels eines freiwilligen Übernahmeangebots gelangte Unicredit an rund 47,6 Prozent des Kapitals sowie etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte ohne eigene Aktien. Offen ist nun nur noch die fusionskontrollrechtliche Prüfung durch die EU-Kommission. Deren Entscheidung wird für den 16. November 2026 erwartet. Damit fiele die letzte formale Hürde der Commerzbank-Unicredit-Übernahme.
Zeitplan der Übernahme
Mitte Oktober 2026 erteilte die EZB die aufsichtsrechtliche Freigabe. Unicredit sicherte sich daraufhin rund die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank. Am 16. November 2026 entscheidet die EU-Kommission über die kartellrechtliche Prüfung. Mit einem Anteil von gut 13 Prozent über seine Finanzagentur bleibt der Bund zweitgrößter Einzelaktionär hinter Unicredit.
Welche Folgen hat die Übernahme für Firmenkunden und Berater?
In Deutschland ist Unicredit schon jetzt über die Hypovereinsbank vertreten und zudem in insgesamt 14 europäischen Märkten aktiv. Der Konzern sieht eigenen Angaben zufolge Spielraum für Einsparungen in Milliardenhöhe bei der Commerzbank, unter anderem durch ein kleineres Auslandsnetz und einen Stellenabbau in Tausenderhöhe. Für Berater mit Firmenkundenbezug zur Commerzbank bleibt damit offen, welche Standorte und Ansprechpartner die Integration überdauern.
Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt derweil um Vertrauen bei deutschen Unternehmen: „Wir bündeln die Stärken beider Banken nicht, um weniger für die deutschen Unternehmen zu leisten.“ Er kündigt zudem an, das Firmenkundengeschäft auf den bestehenden Netzwerken von Hypovereinsbank und Commerzbank aufzubauen und seinen Zusagen konkrete Taten folgen zu lassen.
Der Bund, der mittels der Finanzagentur gut 13 Prozent an der Commerzbank hält, knüpft seine Zustimmung zur Übernahme an die politische Bedingung einer gesicherten Mittelstandsfinanzierung.
Offene Fragen zur Integration
Zur konkreten Struktur der Commerzbank-Unicredit-Übernahme liegen bislang keine offiziellen Angaben vor - weder zum künftigen Vorstand noch zu betroffenen Standorten oder einem Zeitplan für den angekündigten Stellenabbau. Für Vermittler und Berater mit Firmenkundenbeziehungen zur Commerzbank bleibt es daher zunächst bei den öffentlichen Zusagen von Unicredit.
Häufige Fragen zur Commerzbank-Unicredit-Übernahme
Welche deutsche Bank gehört zu Unicredit?
In Deutschland ist Unicredit bereits über die Hypovereinsbank (HVB) vertreten. Der italienische Konzern ist insgesamt in 14 europäischen Märkten aktiv.
Was passiert mit Commerzbank-Aktien bei der Übernahme durch Unicredit?
Im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots hat sich Unicredit bereits rund 47,6 Prozent des Kapitals sowie etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte ohne eigene Aktien gesichert. Nach der EZB-Freigabe darf der Konzern seinen Anteil ohne feste Obergrenze über die sonst geltende Schwelle von 30 Prozent hinaus weiter ausbauen.












