Mastercard-Studie: Zwei Drittel fürchten Betrug am Black Friday

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Einkaufstüten, ein Laptop mit unscharfer Kaufseite und eine Zahlungskarte symbolisieren Black-Friday-Betrugsrisiken.
Bild: KI-generiert
Fake Shops und gefälschte Rabatte zählen laut Mastercard zu den größten Sorgen beim Online-Shopping.

Zwei Drittel der Verbraucher, die den Black Friday kennen, rechnen laut einer Mastercard-Studie mit Betrug durch Fake Shops oder falsche Rabatte. Vier von zehn haben nach eigenen Angaben bereits Erfahrungen mit Zahlungsbetrug gemacht. Was das für die Beratung zu Cyber-Risiken bedeutet.

Zwei Drittel der Verbraucher, die den Black Friday kennen, befürchten laut einer neuen Mastercard-Studie Black-Friday-Betrug - etwa durch Fake Shops oder falsche Rabatte beim Online-Shopping. Das zeigt die Erhebung „Mastercard Payment Pulse“, die der Zahlungsdienstleister am 2. November 2026 veröffentlicht hat. Im Auftrag von Mastercard hat das Marktforschungsinstitut GfK dazu zwischen dem 10. und 13. August 2026 online 1.001 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren in Deutschland befragt. Black Friday 2026 fällt auf Freitag, den 27. November.

Konkret nennen 66 Prozent der Befragten, denen der Rabatttag ein Begriff ist, Sicherheits- oder Betrugsrisiken als Sorge beim Online-Einkauf. Zugleich wächst laut der Studie die Offenheit gegenüber KI-gestützten Sicherheitsmechanismen beim Bezahlen. Für Vermittler und Berater sind die Zahlen relevant, denn Zahlungsbetrug und Cyber-Risiken werden zunehmend auch in Beratungsgesprächen zum Thema.

Black Friday Betrug: Diese Maschen fürchten Verbraucher am meisten

Am häufigsten nennen die Befragten Fake Shops als Risiko, gefolgt von gefälschten Rabattaktionen. Auch Produktfälschungen und ausbleibende Lieferungen bereiten vielen Sorgen. Gestohlene Zahlungsdaten und Identitätsdiebstahl liegen etwas weiter hinten, bleiben aber relevante Themen.

Wahrgenommenes RisikoAnteil der Befragten
Fake Shops30 Prozent
Gefälschte Rabattaktionen27 Prozent
Produktfälschungen21 Prozent
Nicht gelieferte Bestellungen21 Prozent
Gestohlene Zahlungsdaten19 Prozent
Identitätsdiebstahl16 Prozent
Quelle: GfK, Mastercard (Erhebung August 2026)

Jeder Dritte berichtet von eigener Betrugserfahrung

Die Sorgen kommen nicht von ungefähr: Vier von zehn Befragten (40 Prozent) berichten, dass sie bereits mit Zahlungsbetrug durch Cyberkriminalität in Kontakt gekommen sind, 35 Prozent nach eigenen Angaben sogar persönlich. Am häufigsten nennen sie Phishing- beziehungsweise Smishing-Angriffe, gefolgt von Fake Shops, Kreditkartenbetrug und Identitätsdiebstahl.

Die jüngste Altersgruppe ist dabei am stärksten betroffen: Von den 18- bis 29-Jährigen kam bereits mit 59 Prozent die Mehrheit mit Cyberbetrug in Berührung, 51 Prozent erlebten einen solchen Vorfall am eigenen Leib. In beiden Kategorien liegt diese Altersgruppe damit klar über dem Durchschnitt aller Befragten.

Allerdings schwanken Zahlen zu Cyberbetrug je nach Erhebung spürbar. Bereits im Oktober 2025 hatte Mastercard im Rahmen einer Umfrage zum Cybersecurity Awareness Month erhoben, dass lediglich 24 Prozent der Deutschen betroffen waren, bei der Generation Z 41 Prozent. Unterschiedliche Fragestellungen und Erhebungszeitpunkte erklären einen Teil der Abweichung. Ein direkter Vergleich zwischen den Studien ist deshalb nur bedingt möglich.

KI-Betrugserkennung gewinnt an Vertrauen

Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Betrugserkennung zeigt die Studie überwiegend Zustimmung. 17 Prozent begrüßen es ausdrücklich, wenn Banken und Zahlungsdienstleister auf KI-Systeme setzen, während 34 Prozent der Technologie pragmatisch gegenüberstehen - Hauptsache, der Bezahlvorgang bleibt schnell und reibungslos. 27 Prozent legen in erster Linie Wert auf die Sicherheit der Zahlung an sich, ganz gleich, ob dabei KI im Spiel ist oder nicht. Ein Viertel der Befragten (23 Prozent) spricht sich grundsätzlich gegen den Einsatz von KI beim Bezahlen aus.

Für die Zukunft rechnen viele Teilnehmer mit noch größeren Fähigkeiten der Technologie: 32 Prozent gehen davon aus, dass KI-gestützte Betrugserkennung Cyberangriffe auf Online-Zahlungssysteme künftig zuverlässig vorhersagen und abwehren kann. Weitere 40 Prozent halten ein solches Szenario zumindest für denkbar.

„Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang: Je stärker Verbraucherinnen und Verbraucher mit Betrugsversuchen konfrontiert werden, desto wichtiger werden Sicherheit und Vertrauen beim digitalen Einkauf“, sagt Nikolaus Trzeschan, Country Manager Mastercard Deutschland.


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Bekannte Händler und Käuferschutz schaffen Vertrauen

Für die Mehrheit der Befragten steht und fällt das Vertrauen in ein Black-Friday-Angebot mit dem Namen des Anbieters. Mit 52 Prozent führt der Faktor bekannter Händler die Liste an, dicht gefolgt von Käuferschutz und sicheren Authentifizierungsverfahren. Auch bekannte Zahlungsmarken und gute Kundenbewertungen spielen für einen Teil der Befragten eine Rolle.

VertrauensfaktorAnteil der Befragten
Bekannte Händler52 Prozent
Käuferschutz45 Prozent
Sichere Authentifizierungsverfahren31 Prozent
Bekannte Zahlungsmarken29 Prozent
Gute Kundenbewertungen25 Prozent
Quelle: GfK, Mastercard (Erhebung August 2026)

Fünf Tipps gegen Black Friday Betrug beim Online-Shopping

Anlässlich der Studie gibt Mastercard Verbrauchern mehrere Verhaltenstipps mit auf den Weg: sich bevorzugt für etablierte Händler zu entscheiden, bei ungewöhnlich hohen Rabatten skeptisch zu bleiben und nach Möglichkeit Zahlungswege mit Käuferschutz zu wählen. Außerdem rät das Unternehmen dazu, Links aus E-Mails oder SMS - gerade bei zeitlich befristeten Sonderangeboten - genau unter die Lupe zu nehmen. Ergänzend sollten Verbraucher ihre Zahlungs- und Kontobewegungen im Blick behalten und auffällige, unbekannte Buchungen sofort bei der kartenausgebenden Bank melden.

Bundesbank zählt 1,8 Millionen betrügerische Zahlungen im Jahr 2025

Die Werte von Mastercard fügen sich in eine Entwicklung ein, die auch Aufsichtsbehörden im Blick haben. Black-Friday-Betrug stellt dabei nur einen Teilaspekt eines umfassenderen Problems dar. So verzeichnete die Deutsche Bundesbank im Jahr 2025 etwa 1,8 Millionen betrügerische Zahlungsvorgänge, die einen Gesamtschaden von über 580 Millionen Euro verursachten. Diese Statistik erfasst alle Formen von Zahlungsbetrug und lässt sich daher nicht direkt mit den Mastercard-Umfragewerten vergleichen. Sie verdeutlicht aber das Ausmaß des Problems.

Am 10. Oktober 2026 startete deshalb die bundesweite Aufklärungskampagne „Machen wir Phishen Impossible!“ unter der Schirmherrschaft der Bundesbank und des Bundesministeriums der Finanzen. Laut Mastercard unterstützt auch der Zahlungsdienstleister die Kampagne. Bundesfinanzminister Klingbeil sagt dazu in der Mitteilung der Bundesbank: „Wir alle können uns gegen Betrug schützen - und es Betrügern schwer machen.“

EU-Kontrolle deckt irreführende Rabatte bei Online-Händlern auf

Dass auch Händler selbst nicht immer sauber arbeiten, offenbart eine EU-weite Überprüfungsaktion. Behörden aus 23 EU-Ländern sowie Island und Norwegen nahmen 314 Online-Händler im Zeitraum von Black Friday und Cyber Monday 2025 unter die Lupe. Die Europäische Kommission veröffentlichte die Resultate am 26. März 2026. Dabei zeigte sich, dass bei knapp einem Drittel der Rabatte (30 Prozent) nicht der tatsächlich günstigste Preis der vorangegangenen 30 Tage als Vergleichsbasis diente.

Bei gut einem Drittel der kontrollierten Händler (36 Prozent) wurden zudem zusätzliche Artikel in den Warenkorb gelegt, ohne dass die Kunden dem in 40 Prozent dieser Fälle eindeutig zugestimmt hatten. Nahezu jeder fünfte Händler (18 Prozent) griff außerdem zu aggressiven Verkaufstechniken wie Countdown-Zählern, mehr als die Hälfte davon in irreführender Form.

Jeder Zweite will KI beim Schnäppchenjagen einsetzen

Gleichzeitig wandelt sich auch die Art, wie Verbraucher einkaufen. Eine YouGov-Erhebung vom 2. November 2026 zeigt, dass mittlerweile 51 Prozent der deutschen Verbraucher beim Jagen nach Black-Friday-Schnäppchen auf KI-Tools zurückgreifen möchten - im Vorjahr lag dieser Wert noch bei lediglich 23 Prozent. Zwei Drittel (67 Prozent) trauen der KI zu, die besten Angebote ausfindig zu machen. Nur acht Prozent wären allerdings bereit, den gesamten Einkauf einer KI zu überlassen.

Was Black Friday Betrug für Berater und Vermittler bedeutet

Für Versicherungsvermittler und Finanzberater liefern die Ergebnisse einen konkreten Anknüpfungspunkt, um das Thema Cyber-Risiken bei Privatkunden aktiv anzusprechen. Das betrifft insbesondere Cyber-Versicherungen für Privatkunden sowie die Aufklärung über Zwei-Faktor-Authentifizierung und Käuferschutz. Die hohe Betroffenheit junger Verbraucher macht das Thema zudem für die Ansprache jüngerer Zielgruppen relevant. Gleichzeitig zeigt die wachsende Akzeptanz von KI-Betrugserkennung, dass Kunden Technologie beim Bezahlen differenziert bewerten.

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