Commerzbank Aktie: EZB senkt Kapitalanforderung erneut

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Commerzbank Übernahme: EZB legt nach

Die Europäische Zentralbank hat die Kapitalanforderung für die Commerzbank erneut gesenkt - nach 2026 bereits zum zweiten Mal in Folge. Das schafft mehr Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe, noch bevor die Bank am 5. November ihre Quartalszahlen vorlegt.

Die Commerzbank Aktie bekommt zum zweiten Mal in Folge regulatorischen Rückenwind. Die Europäische Zentralbank hat im jährlichen Aufsichtsverfahren SREP die Kapitalanforderung der Bank für 2027 erneut gesenkt. Der sogenannte Säule-2-Aufschlag sinkt damit von 2,15 auf 2,10 Prozent des Gesamtkapitals. Die Commerzbank machte die Entscheidung am 27. Oktober 2026 über den Nachrichtendienst EQS News öffentlich.

Von dieser neuen Vorgabe sind mindestens 1,18 Prozentpunkte durch hartes Kernkapital (CET1) abzudecken. Der separate Zuschlag für die Verschuldungsquote, die sogenannte P2R-LR, bleibt für 2027 hingegen unverändert bei 0,1 Prozent.

Was der SREP für die Commerzbank Aktie bedeutet

Der Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) ist das jährliche Prüfverfahren der EZB. Die Aufsicht bewertet darin das Risikoprofil bedeutender Banken im Euroraum. Daraus leitet sie die Säule-2-Anforderung (P2R) ab, einen individuellen Kapitalzuschlag oberhalb der gesetzlichen Mindestquoten. Diese Anforderung fließt direkt in die MDA-Schwelle ein. Fällt das Kapital einer Bank unter diesen Wert, ist sie gezwungen, Ausschüttungen wie Dividenden, Bonuszahlungen und Zinsen auf AT1-Anleihen zu reduzieren. Je niedriger die P2R, desto größer also der Abstand zur Schwelle - und desto mehr Spielraum bleibt für Ausschüttungen.

MDA-Schwelle sinkt auf 10,26 Prozent

Aus der niedrigeren P2R ergibt sich für 2027 zugleich eine niedrigere pro-forma MDA-Schwelle. Sie sinkt auf 10,26 Prozent der risikogewichteten Aktiva - ermittelt anhand der Bilanzzahlen zum zweiten Quartal 2026. Die folgende Übersicht zeigt, aus welchen Bausteinen sich dieser Wert zusammensetzt:

Bestandteil der MDA-Schwelle 2027Anteil an den risikogewichteten Aktiva
CET1-Mindestanforderung (Säule 1)4,50 Prozent
Säule-2-Anforderung, CET1-Anteil (P2R)1,18 Prozent
Kapitalerhaltungspuffer2,50 Prozent
Puffer für systemrelevante Institute1,25 Prozent
Antizyklischer Kapitalpuffer0,77 Prozent
Sektoraler Systemrisikopuffer0,06 Prozent
Pro-forma MDA-Schwelle gesamt10,26 Prozent
Quelle: Commerzbank (EQS-News, Mitteilung vom 27. Oktober 2026)

Im Juni 2026 erreichte die harte Kernkapitalquote der Commerzbank einen Wert von 14,4 Prozent und übertraf damit die regulatorische Mindestvorgabe deutlich. Auch bei der Verschuldungsquote hält die Bank Abstand zur Vorgabe: 4,3 Prozent stehen einer regulatorischen Anforderung von 3,1 Prozent gegenüber. Bis 2030 will das Institut eine CET1-Quote von 13,5 Prozent erreichen.


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Erneute Entlastung - auch die Deutsche Bank spürt die Wirkung

Bereits zum zweiten Mal in Folge verzeichnet die Commerzbank einen solchen Rückgang. Für 2026 hatte die EZB die P2R um zehn Basispunkte auf 2,15 Prozent reduziert. Diese Entscheidung datiert vom 30. Oktober 2025 und gilt seit Jahresbeginn 2026. Nun folgt für 2027 ein weiterer, kleinerer Schritt um fünf Basispunkte.

JahrSäule-2-Anforderung (Gesamtkapital)Veränderung
20262,15 Prozentminus zehn Basispunkte
20272,10 Prozentminus fünf Basispunkte
Quelle: Commerzbank (EQS-News)

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp wertet die erneute Senkung als Bestätigung des eigenen Kurses: „Dass unsere Kapitalanforderungen nun das zweite Jahr in Folge gesenkt wurden, spiegelt die anhaltende Stärke und Stabilität unseres Geschäftsmodells wider“, sagt sie.

Am gleichen Tag erhielt auch die Deutsche Bank von der EZB grünes Licht für eine Erleichterung: Ihre Säule-2-Anforderung verringert sich 2027 um 25 Basispunkte auf 2,60 Prozent - nachdem bereits 2025 ein Rückgang um fünf Basispunkte auf 2,85 Prozent erfolgt war.

Mehr Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe

Den gewonnenen Kapitalspielraum nutzt die Commerzbank bereits. Ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro ist seit dem 4. September 2026 im Gange und soll spätestens bis zum 10. Februar 2027 abgeschlossen werden. Allein innerhalb einer Woche im Oktober 2026 kaufte die Bank 3.316.027 eigene Aktien zurück. Im Rahmen des laufenden Programms summierte sich die Anzahl zu diesem Zeitpunkt auf 21.268.730 Aktien.

Darüber hinaus plant die Commerzbank, den Aktionären insgesamt etwa 3,2 Milliarden Euro zurückzugeben - auf Basis eines angepeilten Nettogewinns von mindestens 3,4 Milliarden Euro. Der Anteil der Dividende daran soll künftig mindestens 50 Prozent betragen. Die niedrigere Kapitalanforderung schafft dafür zusätzlichen regulatorischen Spielraum. Marktbeobachter mahnen allerdings an, dass die regulatorische Entlastung allein die operativen Herausforderungen nicht löst.

UniCredit und Commerzbank: Übernahmeoffensive im Hintergrund

Im Hintergrund der Kapitaldebatte läuft zudem die Übernahmeoffensive der italienischen UniCredit. Laut einer Fachpublikation kontrolliert das italienische Institut mittlerweile etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank. Im Oktober 2026 stimmte die EZB einer weiteren Erhöhung über die 30-Prozent-Marke hinaus zu.

Commerzbank Aktie: Was Analysten zur Prognose sagen

Trotz der regulatorischen Entlastung bleiben nicht alle Analysten optimistisch. Barclays-Analyst Paolo Sabbione reduzierte seine Einstufung der Commerzbank-Aktie von „Overweight“ auf „Equal Weight“ und korrigierte das Kursziel von 42 auf 41 Euro nach unten. Als Begründung führte er niedriger erwartete Zinsüberschüsse an, da sich die Konkurrenz um Einlagen in Deutschland verschärft habe.

Am 3. November 2026 lag der Kurs der Commerzbank-Aktie laut Kursdaten bei 37,77 Euro - ein Anstieg von 0,61 Prozent gegenüber dem Vortag. Der höchste Stand der vergangenen 52 Wochen beträgt 42,82 Euro, der niedrigste 29,43 Euro. Ihre Zahlen zum dritten Quartal 2026 veröffentlicht die Bank am 5. November 2026.

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