Wo sehen Sie die größten Vorteile der Fusion für Makler, auch im Hinblick auf Betreuung und Zusammenarbeit?
Bassir: Makler profitieren vor allem von größerer Stabilität, höherer Finanzkraft und einem erweiterten Produktangebot. Helvetia bietet zukünftig passgenaue Lösungen für jede Lebenssituation, beispielsweise in den Bereichen biometrischen Absicherung und Altersvorsorge, und bündelt Fachkompetenz und Service.
Einmold: Für Makler bedeutet die Fusion vor allem mehr Leistungsfähigkeit, gebündelte Expertise und ein erweitertes Angebot. Durch den Zusammenschluss zählen wir künftig zu den relevanten Anbietern im Maklermarkt und bewegen uns in Deutschland im Kreis der Top-Maklerversicherer. Im Alltag zeigt sich das in besserer Erreichbarkeit, höherer Fachlichkeit und einer insgesamt belastbareren Zusammenarbeit.
Mit dem Start kommt ein harmonisiertes Produktportfolio: Was ändert sich konkret in der Leben- und was in der Sachsparte?
Einmold: In den Kompositsparten liegt der Fokus auf weniger Komplexität und mehr Klarheit. Wir bündeln die bestehenden Angebote und entwickeln ein schlankeres, klar strukturiertes Produktportfolio. Für Makler bedeutet das bessere Orientierung, einfachere Platzierung und weniger Abstimmungsaufwand im Tagesgeschäft. Unser Ziel ist ein Portfolio, das im Vertrieb funktioniert – nicht nur in der Theorie. In Produktvergleichen wollen wir Top-Platzierungen erreichen und damit ein profitables Wachstum über Markt erzielen.
Bassir: Bei der Auswahl der Tarife wurde darauf geachtet, die Stärken beider Versicherer zu vereinen. Dabei setzen wir unseren Fokus auf kapitaleffiziente Altersvorsorge und die Biometrie. Bis auf Weiteres bleiben beide Risikoträger bestehen. Die Produkte von Baloise werden nun unter der Marke Helvetia geführt, bleiben jedoch unverändert, was Prämien, Bestandteile und Versicherungsbedingungen betrifft. Auch die Tarifbezeichnungen wie „Baloise SBU“, bleiben bestehen. In Vergleichsportalen wird zusätzlich zum Markennamen Helvetia die Produktbezeichnung angegeben, damit Makler den jeweiligen Risikoträger erkennen können. Beim Risikoträger Helvetia werden die biometrischen Tarife für Berufsunfähigkeit und Grundfähigkeitsversicherung sowie die Basisrente für das Neugeschäft eingestellt, da die entsprechenden Tarife von Baloise stärker im Markt positioniert sind. Im Bereich der Altersvorsorge wurde mit „Helvetia CleVesto Select“ ein neuer, verbesserter Tarif eingeführt, der den bisherigen Tarif „Helvetia CleVesto Allcase“ integriert.
Sie sprechen davon, dass die Fusion nicht die Komplexität erhöhen, sondern Partnerschaft stärken soll. Was bedeutet das in Bezug auf ihr Produktportfolio?
Einmold: Produkte sind wichtig, aber entscheidend ist, wie gut sie in die Prozesse und Geschäftsmodelle unserer Vertriebspartner passen. Deshalb entwickeln wir unser Portfolio konsequent aus der Perspektive unserer Vertriebspartner und Kunden – und nicht auf Basis interner System- oder Spartenlogik.
Bassir: Unser Ziel ist es, für denselben Absicherungsbedarf keine Produkte doppelt vorzuhalten. Doppelungen wären ineffizient und würden unsere Vertriebspartner verwirren. Dies werden wir vermeiden.
Wie gehen Sie mit bestehenden Verträgen und unterschiedlichen Risikoträgern um und wie stellen Sie Transparenz für Vermittler sicher?
Bassir: Alle bestehenden Versicherungen von Helvetia und Baloise bleiben entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen vollumfänglich bestehen. Anpassungen können weiterhin wie vereinbart durchgeführt werden. Dokumente, Unterlagen und Vertragsnummern bleiben unverändert. Der Prozess bleibt für Vermittler genauso einfach wie bisher.
Einmold: Bestehende Verträge bleiben unverändert. Transparenz ist uns wichtig, damit Makler jederzeit erkennen können, mit welchem Risikoträger sie arbeiten. Verlässlichkeit und Offenheit sind die Grundlage für Vertrauen – gerade in Phasen des Wandels. Zum Verkaufsstart haben wir frühzeitig informiert und unsere Makler schriftlich sowie persönlich kontaktiert.
Ein wichtiges Thema für viele Makler sind Courtagen und Anbindungen: Können sie hier mit Kontinuität rechnen?
Bassir: Für Makler ändert sich nichts. Die Courtagezusagen behalten ihre volle Gültigkeit, ein Austausch oder Nachtrag ist nicht erforderlich. Eine automatische Ausweitung gibt es jedoch nicht: Wer bisher nur eine Anbindung zu Baloise hatte und nun auch Tarife des Risikoträgers Helvetia anbieten möchte, benötigt eine separate Courtagezusage – und umgekehrt.
Einmold: Kontinuität ist entscheidend. Bestehende Vereinbarungen bleiben bestehen, und unsere Vertriebspartner können sich auf stabile und faire Rahmenbedingungen verlassen. Dennoch werden wir schrittweise Rahmenvereinbarungen, Anbindungen und vertragliche Grundlagen harmonisieren. Es macht keinen Sinn, dauerhaft in zwei parallelen Welten zu agieren.

Welche Rolle spielen digitale Services und die Zusammenführung der Systeme – und was dürfen Makler hier konkret erwarten?
Einmold: Digitale Services sind für uns kein Selbstzweck. Unser Ziel ist es, Prozesse für Makler einfacher und effizienter zu gestalten – mit klaren, stabilen Schnittstellen und weniger Reibungsverlusten. Mit der Ablösung unseres Verwaltungssystems sind wir schon sehr weit fortgeschritten. Bis Mitte Juni werden alle Privatsparten auf das neue System Guidewire umgestellt, ab September folgen die ersten Firmenkundensparten wie Haftpflicht und Transport. Weitere Sparten werden in den kommenden Jahren integriert.
Bassir: Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist die Modernisierung der IT-Landschaft. Ziel sind schnellere Prozesse, bessere Services und effizientere Abläufe. Bereits verfügbar ist ein gemeinsamer Internetauftritt, der Maklern alle relevanten Informationen bereitstellt. Weitere Systeme werden schrittweise angepasst und zusammengeführt. Bis dahin bleiben die beiden Maklerportale und Tarifrechner sowie die getrennte Provisionsabrechnung bestehen.
Übergangsphasen bringen oft unterschiedliche Dokumente und Prozesse mit sich: Wie unterstützen Sie Makler dabei, hier den Überblick zu behalten?
Bassir: Unsere Vertriebsmakler werden regelmäßig über alle Entwicklungen informiert – per Mailing, Newsletter oder persönlich durch die Maklerbetreuer. Auch unsere zentralen Servicemitarbeiter stehen bei Fragen telefonisch zur Verfügung. Die Dokumente bleiben zunächst unverändert, sodass die Makler leicht erkennen können, um welchen Tarif und Risikoträger es sich handelt. Die Prozesse laufen wie gewohnt weiter.
Einmold: Wir agieren hier analog und setzen auf klare Kommunikation, strukturierte Informationen und feste Ansprechpartner. Gerade in Übergangsphasen ist Orientierung entscheidend – und genau die geben wir.
Welche Rolle spielen die Mitarbeitenden und die Unternehmenskultur im Vertriebserfolg?
Bassir: Unsere engagierten Mitarbeitenden sind der Schlüssel zum Vertriebserfolg. Natürlich müssen Produkte, Prämien und Provisionen attraktiv sein, aber Vertrauen, Kompetenz, Kontinuität und Zuverlässigkeit sind entscheidende Faktoren für die Maklerzufriedenheit. Helvetia und Baloise hatten stets den Anspruch, alles zu tun, was den Vertriebspartnern hilft, erfolgreich zu sein. Diesen setzen wir fort und bauen ihn weiter aus.
Einmold: Vertriebserfolg beginnt im eigenen Haus. Kultur, Haltung und Zusammenarbeit sind dabei zentrale Erfolgsgrößen. Ziel ist eine Unternehmenskultur unter dem Leitgedanken „One Company – One Team“, die auf Schnelligkeit, Verbundenheit und Vertrauen basiert.













