Ein hupendes Auto, hektische Handzeichen oder der Hinweis auf einen angeblichen Schaden am Fahrzeug: Was zunächst wie ein hilfreicher Fingerzeig wirkt, ist mitunter ein gezielt eingesetzter Trick. Steigen Autofahrer verunsichert aus, schlagen die Täter zu. „Während ein vermeintlicher Helfer die Reisenden ablenkt, greift ein Komplize nach Wertsachen im Auto“, sagt Nicole Günter, Expertin für Sachschäden bei der R+V Versicherung. Besonders begehrt sind Handtaschen, Geldbörsen, Smartphones und Tablets.
Rastplätze gehören zu den bevorzugten Schauplätzen solcher Diebstähle. Eine verbreitete Masche: Kriminelle beschädigen unbemerkt einen Reifen und folgen dem Fahrzeug. Sobald der Schaden auffällt und das Auto hält, bieten sie Hilfe an – und nutzen die Aufregung für den Griff nach Wertsachen. Andere geben sich als gestrandete Touristen aus oder behaupten, einen Defekt am Fahrzeug entdeckt zu haben. „Wertgegenstände sollten nie offen im Auto liegen, schon gar nicht bei geöffneten Türen oder Fenstern“, warnt Günter. „Profis nutzen selbst kurze Momente der Unachtsamkeit.“
Trickdiebe gehen dabei oft arbeitsteilig und organisiert vor. Während eine Person die Aufmerksamkeit des Fahrers bindet, agiert ein Komplize unbemerkt auf der anderen Fahrzeugseite. Das Ablenkungsmanöver kann dabei harmlos wirken – ein freundliches Gespräch, eine scheinbar dringende Frage, eine vorgetäuschte Hilflosigkeit.
Organisierte Banden mit System
Urlauber sind zudem ein bevorzugtes Ziel organisierter Banden. Die Maschen reichen vom falschen Abschleppdienst bis zum sogenannten Spiegeltrick, bei dem Täter einen Unfall vortäuschen und sofort Bargeld als Entschädigung verlangen. „Urlauber sollten sich in solchen Situationen nicht unter Druck setzen lassen und am besten sofort die Polizei rufen“, rät die R+V-Expertin. Hilfreich seien außerdem eine möglichst genaue Personenbeschreibung sowie das Kennzeichen des anderen Fahrzeugs.
Wer Opfer eines solchen Tricks wird, hat es häufig doppelt schwer: Die Täter werden meist nicht gefasst, und Versicherungen übernehmen den entstandenen Schaden in der Regel nicht. Umso wichtiger ist es, gar nicht erst in die Falle zu tappen.
Die R+V rät Reisenden, skeptisch zu bleiben, wenn andere Verkehrsteilnehmer mit Nachdruck zum Anhalten auffordern. Wer aussteigen muss, sollte das möglichst auf einem belebten Rastplatz oder Parkplatz tun und nicht an abgelegenen Orten. Das Fahrzeug gehört auch bei kurzen Stopps abgeschlossen; Wertgegenstände sollten vorher verstaut oder mitgenommen werden. Handtasche, Smartphone und Geldbörse haben auf dem Beifahrersitz nichts zu suchen.
Im Zweifel im Auto bleiben
In unklaren Situationen empfiehlt die R+V-Expertin, im Fahrzeug zu bleiben, das Mobiltelefon griffbereit zu halten und zu signalisieren, dass die Polizei verständigt wird. Wer ins Ausland fährt, sollte wichtige Notrufnummern vorab im Gerät gespeichert haben.
Tipps für die sichere Reise
| Tipps für die sichere Reise | Empfehlung |
|---|---|
| Vorsicht beim Anhalten | Skeptisch bleiben, wenn andere Verkehrsteilnehmer mit Nachdruck zum Anhalten auffordern. |
| Sicherer Stopp | Nicht an abgelegenen Orten aussteigen, sondern möglichst einen Rastplatz oder belebten Parkplatz ansteuern. |
| Fahrzeug sichern | Auto auch bei kurzen Stopps immer abschließen und Wertgegenstände vorher verstecken oder mitnehmen. Handtasche, Smartphone und Geldbörse gehören nicht auf den Beifahrersitz. |
| Im Auto bleiben | In unklaren Situationen lieber im Fahrzeug bleiben, das Mobiltelefon griffbereit halten und signalisieren, dass die Polizei verständigt wird. |
| Notrufnummern speichern | Wer ins Ausland fährt, sollte wichtige Notrufnummern vorab im Mobiltelefon gespeichert haben. |













