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Sascha Bassir und Bernd Einmold: „Es geht um Relevanz, Stabilität und Zukunftsfähigkeit“

Foto: Helvetia
Sascha Bassir (li.) & Bernd Einmold: „Partnerschaft bedeutet für uns, das Geschäftsmodell unserer Vertriebspartner wirklich zu verstehen.“

Helvetia und Baloise bündeln ihre Kräfte und treten nun unter einer gemeinsamen Marke auf. Für Makler soll das vor allem mehr Klarheit, Stabilität und ein erweitertes Angebot bringen. Was sich konkret ändert und wie die Integration gelingt, erklären Bernd Einmold, Vorstand Baloise Vertriebsservice AG und Vertrieb Nichtleben Helvetia Deutschland sowie Sascha Bassir, Vorstand Baloise Vertriebsservice AG, Vertrieb Leben und Investment Helvetia Deutschland, im Interview mit unserer Redaktion.

Herr Bassir, Herr Einmold, was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Gründe für den Zusammenschluss von Helvetia und Baloise? Und welche Bedeutung hat dabei der deutsche Markt?
Bassir: Die Fusion bringt klare Vorteile mit sich. Durch die vereinte Größe und Finanzkraft entstehen Spielräume für Zukunftsthemen wie Digitalisierung und strukturelle Entwicklungen. Wir werden als Maklerversicherer in Deutschland gestärkt und – bezogen auf die Lebensversicherung – unter die Top 10 der Anbieter nach Marktanteilen gelangen. In Bereichen wie der Berufsunfähigkeitsversicherung zählen wir bereits heute zu den Marktführern. Darüber hinaus ergänzen sich unsere Kernkompetenzen ideal. Helvetia bringt Expertise in zielgruppenspezifischen Versorgungslösungen wie Ruhestandsplanung, Schenken und Erben, Einmalbeiträgen sowie betriebliche Altersvorsorge ein. Baloise überzeugt in den Bereichen Biometrie, private Altersvorsorge und Investment. So entsteht gemeinsam ein erweitertes und präziseres Leistungsangebot für Vertriebspartner und Kunden.
Einmold: Der Zusammenschluss ist für uns eine konsequente Antwort auf einen Markt, der sich zunehmend konzentriert und professionalisiert. Es geht nicht um Größe um jeden Preis, sondern um Relevanz, Stabilität und Zukunftsfähigkeit. Gerade in Deutschland, unserem zentralen Wachstumsmarkt, wollen wir mit dem neuen Unternehmen sichtbarer, leistungsfähiger und langfristig verlässlicher auftreten – insbesondere im Maklermarkt. Wir verstehen die Fusion als Chance, uns neu zu positionieren und Marktpotenziale konsequent zu nutzen.


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Wie sehen die Strategie und die konkreten Ziele des fusionierten Unternehmens aus? Wie möchten Sie sich positionieren?
Einmold: Unsere Strategie folgt einem klaren Prinzip: Fokus statt Beliebigkeit. Wir wollen kein Vollsortimenter um jeden Preis sein, sondern ein relevanter und verlässlicher Partner für professionelle Vertriebspartner. Wachstum entsteht für uns aus Qualität – aus guten Risiken, stabilen Beständen und langfristigen Partnerschaften. Im Vertrieb bedeutet das: klare Positionierung, hohe Fachkompetenz und eine nachhaltige Profitabilität, von der sowohl wir als Versicherer als auch unsere Vertriebspartner profitieren.
Bassir: Die Strategie zielt auf eine klare Fokussierung auf ausgewählte Sparten sowie eine enge Marktnähe ab. Im Bereich der Lebensversicherung ist weiteres Wachstum geplant, unter anderem durch eine erweiterte Produktpalette und die Erschließung neuer Vermittlergruppen. Unsere bestehende Stärke in biometrischen Versicherungen und in der privaten sowie betrieblichen Altersvorsorge wird weiter ausgebaut.

Sie haben sich dazu entschieden, unter der Marke Helvetia aufzutreten? Was möchten Sie damit im Maklermarkt zum Ausdruck bringen?
Bassir: Die Marke Helvetia verbindet Tradition durch den Landesnamen Helvetia mit Zukunftsorientierung durch das moderne Corporate Design von Baloise. Damit verbinden wir Bodenständigkeit und Leistungsfähigkeit.
Einmold: Mit der Marke Helvetia setzen wir ein bewusstes Signal für Kontinuität, Stabilität und Zukunftsfähigkeit. Im Maklermarkt steht die Marke für Verlässlichkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Gleichzeitig wird die Marke mit einem modernen Anspruch verbunden, der die Zusammenarbeit für Makler einfacher und effizienter gestalten soll.

Welche Themen erweisen sich bei der Zusammenführung als besonders anspruchsvoll? Die Prozesse, die Systeme, die Unternehmenskultur oder die Zusammenarbeit der Teams?
Bassir: Ein Zusammenschluss zweier Unternehmen ist immer eine Herausforderung. Wir liegen bisher sehr gut im Zeitplan, weil wir analytisch und sorgfältig vorgehen. Besonders wichtig ist die Bildung einer einheitlichen Unternehmenskultur. Beide Unternehmen teilen ähnliche Werte, haben aber auch eigene Traditionen. Transparente Kommunikation nach innen und außen ist essenziell. Im Vertrieb führen wir zwei bisher getrennte Teams zu einer Einheit zusammen, die sich noch besser auf die Makler einstellt. Die Zufriedenheit unserer Vertriebspartner hat oberste Priorität.
Einmold: Die größte Herausforderung der Fusion liegt in der Zusammenführung von Arbeitsweisen, Prozessen und Unternehmenskultur. Systeme lassen sich integrieren – ein gemeinsames Verständnis von Zusammenarbeit muss wachsen. Unser Ziel ist ein vereintes Team, das den Übergang für Vertriebspartner stabil und reibungslos gestaltet.

Was wird sich für Makler und Vertriebspartner ab dem Marktstart im Mai konkret verändern und wo bleibt es bewusst beim Bewährten?
Einmold: Mit dem Verkaufsstart wird für Makler vor allem eines spürbar: mehr Klarheit in der täglichen Zusammenarbeit. Eine einheitliche Produktlogik zeigt transparent, welcher Risikoträger welches Geschäft zeichnet. Das reduziert Komplexität und schafft Orientierung. Gleichzeitig bleibt das Fundament bewusst konstant: Bestehende Verträge bleiben unverändert, und auch die persönlichen Ansprechpartner bleiben erhalten. Makler profitieren von einem gebündelten, leistungsfähigen Angebot bei gleichzeitig hoher Kontinuität. Wandel soll den Alltag vereinfachen, nicht verkomplizieren.
Bassir: Courtagezusagen, Ansprechpartner sowie bestehende Prozesse in Beratung, Antrag und Policierung bleiben unverändert. Auch die Provisionsabrechnung bleibt gleich. Da wir zunächst weiterhin mit den beiden Risikoträgern Helvetia und Baloise arbeiten, benötigt ein Makler, der Produkte beider Welten anbieten möchte, zwei Courtagezusagen.

Sascha Bassir: „Makler profitieren von größerer Stabilität, höherer Finanzkraft und erweitertem Produktangebot.“

Sie sprechen von einer stärkeren Partnerschaft mit Vermittlern: Was bedeutet das ganz konkret im täglichen Miteinander zwischen Helvetia und Vertriebspartnern?
Einmold: Partnerschaft bedeutet für uns, das Geschäftsmodell unserer Vertriebspartner wirklich zu verstehen. Es geht nicht nur um Produkte, sondern auch um Zielgruppen, Positionierung und die Herausforderungen im Makleralltag. Wir wollen als Sparringspartner wahrgenommen werden – fachlich, vertrieblich und prozessual. Genau daran messen uns unsere Partner.
Bassir: Zentraler Bestandteil unserer Strategie ist die enge und langfristige Partnerschaft mit unseren Vertriebspartnern. Wir kombinieren unsere bisherigen Vertriebsstärken. Während Baloise mit Pools und Vertrieben zusammenarbeitete, hat Helvetia erfolgreich Mittelstandsmakler und kleinere Maklerbüros persönlich betreut. Diese Ansätze verbinden wir nun und stellen dies durch unsere neue Vertriebsorganisation sicher.

Wie führen Sie die beiden bisherigen Vertriebsorganisationen zusammen? Und was heißt das für Ansprechpartner, Betreuung und Service?
Einmold: In der Übergangsphase setzen wir bewusst auf eine Tandembetreuung durch die bisherigen Ansprechpartner beider Häuser. So stellen wir sicher, dass bestehende Beziehungen erhalten bleiben und gleichzeitig ein gemeinsames Verständnis für die neue Organisation entsteht. Strukturell haben wir den Vertrieb entlang von Vertriebssäulen aufgestellt. Regionale Makler werden künftig über drei Regionaldirektionen – Nord, Mitte und Süd – betreut. Für Pools, Verbünde und Vertriebe sowie für Großmakler gibt es ein eigenes Key-AccountManagement. Diese klare Struktur schafft Orientierung und Verlässlichkeit. Unsere Vertriebspartner sollen ganzheitlich betreut werden. Entscheidend ist nicht die interne Zuständigkeit, sondern dass Makler jederzeit die passende Unterstützung erhalten.
Bassir: Die Vertriebsorganisation wurde neu strukturiert, bleibt für Makler jedoch weitgehend vertraut, da bestehende Ansprechpartner erhalten bleiben. Eine klare und leistungsfähige Struktur wird durch regionale und zentrale Betreuung über die Direktionen sowie durch das Key-Account-Management gewährleistet. Zusätzlich unterstützen spezialisierte Experten die Maklerbetreuer und fungieren als Schnittstelle zum Produktmanagement.

Seite 2: Nach der Fusion – so geht es weiter im Maklermarkt

Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

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