Krank im Urlaub: Reisende unterschätzen Auslandsbehandlung um das Siebenfache

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Krank im Urlaub: Urlauber aus Deutschland unterschätzen die finanziellen Risiken einer Erkrankung im Ausland massiv.

Eine repräsentative Studie der HanseMerkur zeigt, dass viele Reisende in Deutschland weder die tatsächlichen Kosten medizinischer Behandlungen im Ausland noch den Umfang ihrer eigenen Absicherung kennen. Im Ernstfall kann das gravierende Folgen haben.

Urlauber in Deutschland reisen vielfach mit einem trügerischen Sicherheitsgefühl und unterschätzen die finanziellen Risiken einer Erkrankung im Ausland massiv. Das ist das zentrale Ergebnis der Reisestudie „Hand in Hand on Tour“, einer repräsentativen YouGov-Erhebung, die die Hanse Merkur in Auftrag gegeben hatte und nun pünktlich zum Beginn der Ferienzeit veröffentlichte. Demnach schätzen Befragte die Kosten für die Behandlung einer Atemwegserkrankung in Ägypten auf durchschnittlich 200 Euro – die tatsächlichen Kosten können mehr als das Siebenfache dieser Summe betragen.


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Auch beim medizinischen Rücktransport per Ambulanzflug von Spanien nach Deutschland zeigen sich erhebliche Wahrnehmungslücken: 42 Prozent der Befragten schätzen die Kosten auf unter 5.000 Euro. Tatsächlich liegt der Durchschnitt fast fünfmal so hoch.

Gleichzeitig blickt ein Großteil der Bevölkerung der Sommersaison entspannt entgegen: 43 Prozent vertrauen darauf, dass ihnen im Urlaub „schon nichts passieren wird“. Unter den 18- bis 24-Jährigen teilt fast jeder Zweite diese Haltung – 59 Prozent dieser Altersgruppe äußern sich entsprechend optimistisch.

Reiselust trotz wachsender Unsicherheit ungebrochen

Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland haben für 2026 mindestens eine Reise geplant oder bereits durchgeführt. Für 56 Prozent ist Urlaub als Erholung vom Alltag wichtiger denn je. Insbesondere Jüngere messen Reisen trotz steigender Kosten eine höhere Bedeutung zu und sparen im Alltag dafür. Die Mehrheit ist bereit, sich im Urlaub etwas zu gönnen, auch wenn das Preisniveau gestiegen ist (57 Prozent).

Gleichwohl nehmen viele Reisende veränderte Rahmenbedingungen wahr: 39 Prozent derjenigen, die im Urlaub kaum Risiken erwarten, empfinden Reisen heute als unsicherer als früher. Als Hauptgründe nennen sie geopolitische Konflikte und eine angespannte Sicherheitslage, die bei knapp zwei Dritteln (64 Prozent) die Vorfreude mindert. Mehr als jeder Dritte (34 Prozent) möchte sich die Reiselust durch solche Sorgen dennoch nicht nehmen lassen.

Katrin Rieger, Bereichsdirektorin Reisevertrieb Deutschland der HanseMerkur, sagt dazu: „Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen in Deutschland sehnen sich nach unbeschwerten Urlaubsmomenten, Reisen steht weiterhin hoch im Kurs.“ Gleichzeitig rücke bei manchem die persönliche Risikoabsicherung dabei zu sehr in den Hintergrund.

Wissenslücken bei Auslandskrankenversicherung und Rücktransport

Besonders ausgeprägt sind die Kenntnislücken rund um die konkrete Absicherung: Nur jeder Dritte (33 Prozent) weiß, dass auch für Reisen innerhalb Europas eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung notwendig ist. Beim Thema Rücktransport glauben 21 Prozent irrtümlich, die gesetzliche Krankenversicherung übernehme im Notfall die Kosten – weitere 41 Prozent hatten schlichtweg keine Einschätzung dazu.

Rund jeder Vierte (26 Prozent) geht davon aus, ein medizinischer Rücktransport sei in Reiseversicherungen grundsätzlich immer enthalten. Tatsächlich gehört diese Leistung zwar in vielen Tarifen zum Standard, die konkreten Bedingungen können sich jedoch unterscheiden, etwa ob ein Rücktransport nur bei medizinischer Notwendigkeit übernommen wird oder auch dann, wenn er medizinisch sinnvoll ist.

Besonders bemerkenswert: 31 Prozent der Befragten fühlen sich gut abgesichert, obwohl sie nicht genau wissen, welche Leistungen ihre Versicherung tatsächlich umfasst. Rieger appelliert und mahnt: „Vielen Reisenden ist nicht bewusst, welche Summen im Ausland selbst bei vermeintlich harmlosen Erkrankungen entstehen können. Deshalb kann ich nur jede und jeden ermutigen, sich frühzeitig mit der eigenen Absicherung auseinanderzusetzen.“


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