Starke Wirtschaft erhöht den Druck auf EZB und Bank of Japan

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Wirtschaft in Europa und Japan
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
Robuste Konjunkturdaten erhöhen den Druck auf EZB und Bank of Japan, ihre Geldpolitik weiter zu straffen.

Aktuelle Unternehmensumfragen zeigen eine robuste Konjunktur in Europa und Japan. Vor allem die Industrie gewinnt an Schwung. Doch was bedeutet die Entwicklung für den weiteren Kurs der Notenbanken?

Aktuelle Konjunkturumfragen sprechen nach Einschätzung von David Kohl, Chief Economist bei Julius Bär, für eine anhaltend robuste wirtschaftliche Entwicklung in Europa und Japan. Der S&P Global Eurozone Composite PMI lag im August bei 52,1 Punkten und damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Gegenüber dem Vormonat blieb der Wert weitgehend stabil.

Vor allem die europäische Industrie gewann an Stärke. Dagegen belastete die Hitze den Dienstleistungssektor in Deutschland und Frankreich. In einigen Regionen führte sie zu einer schwächeren Nachfrage.

Besonders deutlich fiel die Belebung der Industrieaktivität in Deutschland aus. Kohl sieht darin ein Signal, dass die wirtschaftliche Erholung an Fahrt gewinnt und im dritten Quartal ein robustes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts möglich ist.

EZB-Zinserhöhung im September wahrscheinlicher

Die verbesserten Wachstumsaussichten haben die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im September verstärkt. Gleichzeitig deuten die jüngsten Daten darauf hin, dass der Zinsschritt vorerst der letzte sein könnte.

So weist die PMI-Umfrage für August auf einen nachlassenden Preisdruck hin. Zudem schwächte sich das Wachstum der ausgehandelten Löhne ab. Weitere Zinserhöhungen nach der September-Sitzung erscheinen damit nach Einschätzung von Kohl weniger wahrscheinlich.

Auch in Japan zeigt die PMI-Umfrage eine robuste Industriekonjunktur und eine solide Wachstumsdynamik im Dienstleistungssektor. Der Preisdruck hat zwar nachgelassen, bleibt aber höher als in Europa.

Bank of Japan vor weiterem Zinsschritt

Das stabile Wachstum und der weiterhin vergleichsweise hohe Preisdruck erhöhen den Handlungsdruck auf die Bank of Japan. Julius Bär erwartet deshalb, dass die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs weiter normalisiert.

Kohl rechnet bei der nächsten geldpolitischen Sitzung im September mit einer Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte. Damit würde der Zinssatz von derzeit einem Prozent auf 1,25 Prozent steigen.

Bis Mitte 2027 dürfte die Bank of Japan den Leitzins nach Einschätzung von Julius Bär schrittweise auf ein weitgehend neutrales Niveau von 1,75 Prozent anheben.


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