Der Markt für Tierversicherungen bleibt für Versicherer attraktiv. Nach einer aktuellen Trendstudie von Nordlight Research besitzen 90 Prozent der Pferdebesitzer, 84 Prozent der Hundebesitzer und 32 Prozent der Katzenbesitzer bereits mindestens eine Tierversicherung. Zugleich planen viele Tierhalter weitere Abschlüsse.
Besonders groß ist das Potenzial bei Tierkranken- und Tier-OP-Versicherungen. Eine Tierkrankenversicherung wollen 20 Prozent der Hundebesitzer sowie jeweils 19 Prozent der Katzen- und Pferdebesitzer neu abschließen. Bei Tier-OP-Versicherungen liegen die Werte bei 19 Prozent für Hunde, 20 Prozent für Katzen und 18 Prozent für Pferde.
Für die Studie „Tierversicherungen 2026 – Status Quo, Potenziale und Perspektiven“ wurden rund 1.400 Tierbesitzer ab 18 Jahren befragt, die bereits Tierversicherungen besitzen oder einen Abschluss planen. Vergleichswerte stammen aus einer Vorgängerbefragung aus dem Jahr 2022.

Allianz führt bei Hunden und Katzen
Bei Hunde- und Katzenversicherungen liegt die Allianz vorn. Im Segment Pferde nimmt die Uelzener als Spezialversicherer den ersten Platz ein. Bei Bekanntheit, Relevant Set und Anbieterpräferenz zählen unter den Universalversicherern Allianz, HanseMerkur und Barmenia zu den stärksten Anbietern. Unter den spezialisierten Tierversicherern liegen Agila, PetProtect, Uelzener und Petolo vorne.
Die Kundenzufriedenheit fällt laut Studie im Schnitt hoch aus. Auch die Weiterempfehlungsbereitschaft bleibt stabil. Beim Net Promoter Score schneiden spezialisierte Anbieter besonders stark ab, darunter PetProtect, Petolo, Lassie und Agila. Unter den Universalversicherern folgen AXA, Barmenia und Allianz.
„Insgesamt zeigt der Tierversicherungsmarkt – je nach zugrunde gelegten Performancekriterien sowie Tierarten und Versicherungsarten – deutliche Ausdifferenzierungen und spezifische Stärken-Schwächen-Profile“, sagt Dr. Torsten Melles, Geschäftsführer bei Nordlight Research. „Grund zum Ausruhen hat im Wettbewerb kein Anbieter.“
Eigenvorsorge gewinnt an Bedeutung
Trotz der Abschlussbereitschaft bleibt der Vertrieb von Tierversicherungen anspruchsvoll. Viele Tierhalter stellen hohe Anforderungen an den Leistungsumfang, während ihre spontane Zahlungsbereitschaft begrenzt bleibt. Seit 2022 ist der Anteil der Versicherungsausgaben an den gesamten Ausgaben für Tiere jedoch gestiegen.
Zugleich wächst unter Tierhaltern ohne Abschlussabsicht die Neigung zur Eigenvorsorge. 2026 geben 35 Prozent dieser Gruppe an, lieber selbst Geld zurückzulegen, 2022 waren es 24 Prozent. Als wichtigste Hürde nennen sie Kosten. Hinzu kommen eine geringere Risikowahrnehmung und Zweifel, ob Versicherer im Schadenfall tatsächlich zahlen.
Bei Tierkrankenversicherungen legen viele Befragte Wert auf den Einschluss von Operationen. 72 Prozent nennen diesen Punkt als wichtig. Ebenfalls relevant sind freie Arztwahl und gleichbleibende Beiträge. Vorsorgemaßnahmen spielen dagegen je nach Tierart nur für 41 bis 51 Prozent eine größere Rolle.
„Differenzierte Marktkenntnis bewahrt Tierversicherer davor, an den Kundenbedürfnissen vorbeizuentwickeln und ermöglicht die Gestaltung passgenauer, flexibler Produktwelten“, sagt Jessica Ruiz Ribota, Senior Research Consultant bei Nordlight Research. „Davon profitieren auch Vertrieb und Marketing durch präzisere, zielgruppenspezifische Kundenansprache und Beratung.“












