Warum Bestandswohnungen für Family Offices attraktiver werden

Foto: Friedberg - stock.adobe.com
Symbolbild.

Family Offices suchen wieder verstärkt nach Wohnungsbeständen. Im Fokus stehen Portfolios mit 100 bis 800 Einheiten. Der Trend zeigt, wie sich der Markt im schwierigen Neubauumfeld verschiebt.

Family Offices in Deutschland richten ihren Blick zunehmend auf Bestandswohnungen. Nach Beobachtung des Immobiliennetzwerks Dave gewinnt dieser Trend bundesweit an Dynamik und prägt den Wohninvestmentmarkt stärker als zuletzt.

Besonders gefragt sind demnach Wohnpakete mit 100 bis 800 Einheiten. Vereinzelt besteht auch Interesse an Portfolios mit 1.000 und mehr Wohnungen. „Viele Family Offices suchen derzeit gezielt nach Bestandswohnungen, um ihre Portfolios auszubauen“, wird Dave-Partner Sven Keussen in der Pressemitteilung zitiert. Dabei gehe es nicht nur um Wachstum, sondern auch um Stabilität und langfristigen Werterhalt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Auch Arcadis, Kooperationspartner von Dave, sieht diese Entwicklung in aktuellen Mandaten bestätigt. Demnach zählen Family Offices 2025/26 zu den aktivsten Käufern im Immobilienmarkt, legen ihren Fokus auf Direktinvestments, haben eine hohe Eigenkapitalquote und können somit auch schnelle Entscheidungen treffen, heißt es von diesem Unternehmen.

Wohnportfolios gewinnen im schwierigen Neubauumfeld an Gewicht

Parallel verändert sich das Verhalten klassischer Wohnungsbaugesellschaften. Viele Marktteilnehmer investieren stärker in bestehende Objekte, statt neue Projekte zu entwickeln. Gründe sind gestiegene Baukosten, regulatorische Unsicherheiten und ein schwieriges Finanzierungsumfeld.

Für Family Offices spielen neben Renditefragen vor allem strategische Motive eine Rolle. Dave-Partner Axel Quester sagt der Mitteilung zufolge: „Wohnungsbestände bieten eine ideale Grundlage, um Vermögen über Generationen hinweg strukturiert zu sichern und zu übertragen.“ Im Vordergrund stehen damit Anlagen, die Substanz erhalten und planbare Erträge liefern sollen.

Besonders gefragt sind Immobilien aus den Baujahren 1980 bis 2000. Sie gelten als technisch überschaubar und weisen häufig einen moderaten Investitionsbedarf auf. Zugleich interessieren sich einige Investoren bewusst für ältere Bestände aus den Jahren 1950 bis 1980. Dave-Partner Wieland Münch: „Gerade diese Objekte bieten durch gezielte Refurbishment-Maßnahmen erhebliches Wertsteigerungspotenzial.“

Ältere Bestände bieten Potenzial durch Sanierung

Auch Dave-Geschäftsführer René Husfeldt bestätigt laut Mitteilung eine Verschiebung des Marktes hin zu Bestandsinvestments. Family Offices agierten derzeit selektiv, aber mit klarer strategischer Ausrichtung. Husfeldt: „Der Markt für größere Wohnportfolios belebt sich spürbar. Besonders institutionelle Privatinvestoren treten wieder verstärkt auf.“

Dave-Partner Jens Lütjen ergänzt demnach: „Die Nachfrage nach stabilen Wohninvestments ist hoch. Family Offices schätzen insbesondere die Kombination aus laufenden Erträgen und langfristiger Wertentwicklung.“ Vor dem Hintergrund des herausfordernden Neubauumfelds dürfte die Bedeutung von Bestandsinvestments weiter steigen.

Der Deutsche Anlage-Immobilien Verbund (Dave) ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von zwölf Immobiliendienstleistungsunternehmen mit rund 600 Experten an 40 Standorten.

DAS SAGT DIE REDAKTION

Stefan Löwer
Stefan Löwer Ressortleiter Sachwertanlagen & Immobilien, Ressortleiter Finanzberater

Interessanter Trend, aber weniger verschiedene Zitatgeber in einer Pressemitteilung wäre mehr.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen