Baufinanzierung: Krieg treibt Neugeschäft auf Rekordniveau

Baufinanzierung
Foto: Adobe Stock/ zephyr_p
Wohnungsbaukredite legen im ersten Quartal 2026 zu, doch Zinsen und Preise belasten den Ausblick.

Krieg treibt Neugeschäft auf Rekordniveau Das Volumen der neu vergebenen Wohnungsbaukredite belief sich im ersten Quartal 2026 auf 61,2 Milliarden Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit der Zinswende Mitte 2022. Damit hat sich der in den letzten Quartalen abzeichnende Abwärtstrend vorerst nicht bestätigt. Zurückzuführen ist das überraschend starke erste Quartal allerdings ausschließlich auf den März 2026, der mit 24,1 Milliarden Euro annähernd einen Normalwert der Niedrigzinsära erreicht hat. Der März ist typischerweise nach dem Juli der saisonal stärkste Monat des Jahres. Bedeutender war jedoch der deutliche Zinssprung seit Ende Februar, der erneut zu wesentlichen Vorzieheffekten geführt hat. Ähnliches war bereits im März des Vorjahres zu beobachten. Solche Vorzieheffekte sind naturgemäß nicht nachhaltig und belasten das zukünftige Wachstum definitionsgemäß. Demgegenüber bleiben die Belastungsfaktoren aus einer Kombination von stabilen bis steigenden Immobilienpreisen, höheren Zinsen sowie einer allgemeinen volkswirtschaftlichen Verunsicherung bestehen. Darüber hinaus könnte sich das Auslaufen von Nachholeffekten aus dem vorherigen Zinsschock sowie ein geringes Volumen auslaufender Kredite bemerkbar machen. Mit anderen Worten: Der starke März hat an dem eher gedämpften Ausblick für das Gesamtjahr nichts geändert: Eher im Gegenteil.

Das Volumen der neu vergebenen Wohnungsbaukredite ist im ersten Quartal 2026 auf 61,2 Milliarden Euro gestiegen. Damit erreichte das Neugeschäft den höchsten Stand seit der Zinswende Mitte 2022.

Der zuvor erkennbare Abwärtstrend hat sich damit vorerst nicht fortgesetzt. Der Anstieg geht jedoch nahezu vollständig auf den März zurück. In diesem Monat wurden Kredite über 24,1 Milliarden Euro neu vergeben.

Der März zählt saisonal ohnehin zu den stärkeren Monaten des Jahres. Zusätzlich hat der deutliche Zinsanstieg seit Ende Februar offenbar viele Käufer und Finanzierer dazu bewegt, geplante Abschlüsse vorzuziehen.

Zinssprung löst Vorzieheffekte aus

Ein ähnliches Muster zeigte sich bereits im März 2025. Solche Vorzieheffekte stützen das Neugeschäft kurzfristig, schaffen aber keine dauerhafte zusätzliche Nachfrage. Vielmehr können sie das Wachstum in den Folgemonaten belasten.

An den grundlegenden Belastungsfaktoren ändert der starke März wenig. Immobilienpreise zeigen sich stabil bis steigend, die Finanzierungskosten liegen wieder höher, und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit bleibt ein Hemmnis.

Hinzu kommt, dass Nachholeffekte aus dem vorherigen Zinsschock auslaufen könnten. Auch das geringe Volumen auslaufender Kredite dürfte das Geschäft mit Anschlussfinanzierungen begrenzen.

Ausblick für 2026 bleibt verhalten

Damit bleibt der Ausblick für das Gesamtjahr trotz des Rekordquartals gedämpft. Der März hat das Neugeschäft zwar deutlich angeschoben, spricht aber eher für eine Verschiebung von Abschlüssen als für eine nachhaltige Belebung.

Screenshot

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen