Wenn der Job zur Rechtsfrage wird: Arbeitsrechtsfälle bei Arag steigen seit 2021 um 63 Prozent

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Wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Insolvenzen und angekündigte Stellenstreichungen treiben die Nachfrage nach rechtlicher Unterstützung deutlich in die Höhe.

Der Arag Trendmonitor Recht dokumentiert einen markanten Anstieg bei arbeitsrechtlichen Konflikten: Seit 2021 hat sich die Zahl der Leistungsfälle im Arbeitsrechtsschutz um 63 Prozent erhöht. Ein Ende des Trends ist nicht absehbar.

Wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Insolvenzen und angekündigte Stellenstreichungen treiben die Nachfrage nach rechtlicher Unterstützung deutlich in die Höhe. Der Arag Trendmonitor Recht macht damit sichtbar, was sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt verändert. So stieg die Zahl die Zahl der Leistungsfälle im Arbeitsrechtsschutz beim Düsseldorfer Versicherer seit 2021 um satte 63 Prozent. Allein 2025 wuchs die Fallzahl um 11,1 Prozent, die Zahlen des ersten Halbjahrs 2026 bestätigen den Trend mit einem weiteren Plus von 9,8 Prozent.


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Besonders stark zugenommen haben Kündigungsschutzklagen: 2025 legten sie gegenüber dem Vorjahr um 33 Prozent zu. Die häufigsten Auslöser sind laut den Düsseldorfer Rechtschutzversicherer Kündigungen, Streitigkeiten um Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis sowie Aufhebungsverträge. Für Betroffene geht es dabei oft nicht nur um das Einkommen oder berufliche Perspektiven, sondern um wirtschaftliche Existenzfragen.

Quelle: Arag

Erschwerend wirkt, dass Kündigungsschutzverfahren mit Streitwerten in Höhe mehrerer Monatsgehälter erhebliche Kosten verursachen können. Wer vor dem Arbeitsgericht obsiegt, erhält die Kosten des eigenen Rechtsanwalts dennoch nicht vom Arbeitgeber erstattet – eine finanzielle Belastung, die ohne Rechtsschutz viele davon abhält, ihre Ansprüche durchzusetzen.

Alle Einkommensgruppen zunehmend betroffen

„Wir stellen fest, dass nicht mehr vornehmlich Kunden mit niedrigen Einkommen betroffen sind, sondern zunehmend auch mittlere und höhere Einkommensgruppen“, sagt Hanno Petersen, Vorstandsmitglied der Arag SE. „Der Peak ist noch lange nicht erreicht. Es zeichnet sich ab, dass das Modell Deutschland – lange Beschäftigung, sichere Arbeitsplätze – bröckelt.“

Wie existenziell arbeitsrechtliche Konflikte werden können, zeigt ein Fall aus der Praxis: Ein Stahlbauer, dreifacher Vater und Hauptverdiener seiner Familie, erhielt nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit überraschend die Kündigung. Der Arbeitgeber begründete sie mit einer angeblich schlechten Auftragslage. Mit Unterstützung der Arag klagte der Versicherte erfolgreich vor dem Arbeitsgericht: Das Gericht wertete die Kündigung als sozialwidrig und die wirtschaftlichen Gründe als vorgeschoben, der Arbeitsplatz blieb erhalten.

Neben dem Bereich Arbeit verzeichnet die Arag seit 2021 aber auch im Bereich Miete und Wohnen einen deutlichen Anstieg der Rechtsschutzfälle. Insgesamt unterstützte der Versicherer seine Kunden 2025 in Deutschland in mehr als 765.000 Rechtsschutzfällen.


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