Das Beratungsunternehmen Prognos AG hat für den WWF gerechnet. Das Ergebnis: Die Wärmepumpe rechnet sich gegenüber einer neuen Gasheizung. Wie schnell sich die höheren Anschaffungskosten amortisieren, hängt allerdings vom Einbauzeitpunkt und vom Haushaltseinkommen ab.
Eine Wärmepumpe kostet beim Kauf zunächst mehr als eine Gastherme. Im laufenden Betrieb sind die Heizkosten jedoch niedriger, und zusätzlich fördert der Staat den Umstieg wegen seines Klimabeitrags. Besonders deutlich fällt der Vorteil laut Prognos AG aus, wenn Hausbesitzer die Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaikanlage kombinieren.
Warum sich schnelles Handeln bei der Förderung lohnt
Seit dem 21. Juli 2026 ist eine neue Förderstruktur in Kraft, die den Einbau klimafreundlicher Heizungen regelt. Gefördert werden bis zu 80 Prozent der Investitionskosten, wobei die Grundförderung 30 Prozent beträgt. Der bezuschusste Investitionsbetrag ist jedoch auf 28.000 Euro begrenzt. Dieser Höchstbetrag sinkt alle sechs Monate um 750 Euro.
Auch der Klimageschwindigkeitsbonus schmilzt mit der Zeit: Er beträgt derzeit 16 Prozent und sinkt halbjährlich um vier Prozent. Diesen Bonus erhalten Haushalte, die eine alte Ölheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzen. Hinzu kommt ein Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent, der sich nach der Höhe des Haushaltseinkommens richtet.
Wärmepumpe rechnet sich je nach Zeitpunkt unterschiedlich schnell
Als Beispiel dient in der Studie ein Einfamilienhaus mit der Energieeffizienzklasse F, einer vergleichsweise schwachen Kategorie. Laut Prognos AG treffen 13 Prozent des Gebäudebestands auf diese Klasse zu, sieben Prozent liegen noch darunter. Die Studie rechnet dabei mit drei Annahmen: Einbau noch in diesem Jahr, ausgeschöpfter Förderhöchstsatz und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Unter diesen Bedingungen gleichen sich die Mehrkosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung schon nach vier Jahren aus.
Erfolgt der Einbau im Oktober 2026, ergibt sich über 15 Jahre eine Einsparung zwischen 4.303 und 15.729 Euro. Wer erst im August 2028 investiert, kommt nur auf 1.042 bis 11.042 Euro. Bis dahin ist die Förderung weiter gesunken.
| Einbauzeitpunkt | Einsparung über 15 Jahre |
|---|---|
| Oktober 2026 | 4.303 bis 15.729 Euro |
| August 2028 | 1.042 bis 11.042 Euro |
Im ungünstigsten durchgerechneten Fall amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten erst nach 16 Jahren - ohne Einkommensbonus und ohne eigene Photovoltaikanlage. Ob und wie schnell sich die Wärmepumpe rechnet, hängt damit stark vom Förderzeitpunkt, dem Einkommen und einer Solaranlage ab. Weil es sich um ein Modell handelt, rät der WWF Eigentümern, sich für die eigene Situation individuell beraten zu lassen.
WWF fordert dauerhafte Förderung statt Abschmelzung
Der WWF fordert von der Politik, die Förderung dauerhaft auf dem aktuellen Niveau zu halten, statt sie schrittweise zu kürzen. „Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig“, argumentiert der WWF. Das verringere zudem die Abhängigkeit Deutschlands von Energieimporten aus politisch instabilen Regionen, so die Organisation.
Wärmepumpe oder Gasheizung: Was weitere Studien zeigen
Zu ähnlichen Ergebnissen kommen weitere Untersuchungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat ebenfalls gerechnet. Demnach könnten sich die jährlichen Heizkosten einer neuen Gasheizung bis zum Jahr 2040 fast verdoppeln. Der Umstieg auf eine Wärmepumpe würde dieses Risiko den Angaben zufolge in den kommenden Jahren deutlich senken.












