Gewerbe zu Wohnen: Dr. Klein fordert Nachbesserung bei KfW-Förderung

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Foto: Dr. Klein Privatkunden AG/Dennis Williamson
Michael Neumann, Dr. Klein Privatkunden AG: "Die Liquidität wird am Anfang gebraucht."

Die KfW-Förderung „Gewerbe zu Wohnen“ läuft seit 100 Tagen. Dr.-Klein-Chef Michael Neumann lobt den Ansatz, fordert aber mehr Flexibilität bei Auszahlung, Fördergrenze und energetischen Vorgaben – sonst bleibe der Impuls für den Wohnungsmarkt aus.

Der KfW-Zuschuss 266 mit dem Namen „Gewerbe zu Wohnen“ erreicht am 8. Oktober die Marke von 100 Tagen seit dem Programmstart. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, zieht dazu eine erste Bilanz. Der Lübecker Baufinanzierungsvermittler, der zuletzt auch mit dem Einsatz von KI in der Baufinanzierungsberatung von sich reden machte, begrüßt die Förderung laut einer Unternehmensmitteilung grundsätzlich. Zugleich fordert Neumann deutliche Nachbesserungen bei Auszahlung, Fördergrenze und energetischen Vorgaben.

Aus Sicht von Neumann lohnt sich der Blick auf bestehende Gewerbeflächen, statt immer neue Grundstücke zu versiegeln. „Bestehende Gebäude anders zu nutzen, statt weitere Flächen zu versiegeln, ist ein sinnvoller Ansatz. Das schont Ressourcen und kann einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von Wohnraum leisten“, sagt Neumann. Damit die Umwandlung von Gewerbe zu Wohnraum in der Breite gelingt, müsse die Förderung die finanziellen und baulichen Hürden solcher Projekte jedoch deutlicher berücksichtigen.

KfW-Zuschuss 266: Wie die Förderung für Gewerbe zu Wohnen funktioniert

Der Zuschuss deckt 30 Prozent der anrechenbaren Umbaukosten ab. Pro neu entstandener Wohneinheit sind bis zu 30.000 Euro Zuschuss möglich. Entstehen im Zuge des Umbaus mehrere Wohneinheiten, liegt die Obergrenze für das gesamte Vorhaben bei 300.000 Euro. Zusätzlich muss die umgebaute Immobilie den energetischen Standard Effizienzhaus 85 Erneuerbare-Energien erreichen.

MerkmalRegelung
Fördersatz30 Prozent der anrechenbaren Umbaukosten
Zuschuss pro Wohneinheitbis zu 30.000 Euro
Höchstgrenze pro Vorhaben300.000 Euro bei mehreren Wohneinheiten
Energetischer StandardEffizienzhaus 85 Erneuerbare-Energien
Auszahlungszeitpunktnach Abschluss und Prüfung des Vorhabens

Auszahlung erst am Ende: Das Liquiditätsproblem bei Umbauprojekten

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft den Zeitpunkt der Auszahlung. Die KfW zahlt den Zuschuss erst aus, wenn das Vorhaben fertiggestellt und abschließend geprüft ist. Bauherren müssen die Kosten deshalb zunächst selbst vorfinanzieren. „Die Förderung kommt am Ende – die Liquidität wird aber am Anfang gebraucht“, erklärt Neumann. Eine Vorfinanzierung sei zwar grundsätzlich möglich, verursache jedoch zusätzliche Kosten. Zudem erhöhe sie die Anforderungen an das Eigenkapital der Investoren. Berater sollten diesen Punkt bei größeren Projekten daher von Beginn an mitdenken.

Effizienzhaus 85 Erneuerbare-Energien als Hürde für ältere Gewerbeimmobilien

Der geforderte Standard Effizienzhaus 85 Erneuerbare-Energien lässt sich bei jüngeren Bürogebäuden meist noch erreichen. Bei älteren Werkstätten, Altbauten oder Gebäuden mit gemischter Nutzung wird die Umsetzung dagegen deutlich aufwendiger. Wirtschaftlich ist sie oft kaum darstellbar. Dadurch fallen gerade Bestandsgebäude mit besonderem Umnutzungspotenzial häufig aus dem Förderrahmen von „Gewerbe zu Wohnen“ heraus.


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Neumanns Forderungen: Mehr Flexibilität und Planungssicherheit

Für eine Fortführung des Programms nennt Neumann drei Stellschrauben: eine bessere Anrechnung der Vorfinanzierungskosten, einen höheren Förderhöchstbetrag und mehr Spielraum bei den energetischen Vorgaben. Anstelle eines starren energetischen Zielwerts solle künftig auch eine spürbare Verbesserung gegenüber dem bisherigen Zustand als Förderkriterium zählen.

Zugleich fordert er eine verlässliche Förderperspektive über das laufende Jahr hinaus. Umbauten an älteren Bestandsgebäuden brauchen Zeit und setzen Planungssicherheit voraus. Programme mit kurzer Laufzeit und knappem Budget setzen aus seiner Sicht kaum Impulse für eine größere Zahl an Umbauprojekten. Der Staat sollte deshalb lieber auf wenige, gezielte und dauerhaft verlässliche Förderprogramme setzen, die sich in der Praxis bewähren.

Was die Kritik für Berater und Bauherren bedeutet

Für Finanzberater und Baufinanzierungsvermittler liefert die Bilanz von Dr. Klein konkrete Anhaltspunkte für die Beratung. Wer Kunden bei einem Umbau von Gewerbe zu Wohnen begleitet, sollte die Vorfinanzierung früh in die Baufinanzierung einplanen. Der Zuschuss fließt erst nach Projektabschluss. Ebenso wichtig ist eine frühzeitige Prüfung, ob die Immobilie den Standard Effizienzhaus 85 Erneuerbare-Energien überhaupt erreichen kann. Andernfalls entfällt die Förderung vollständig.

Häufige Fragen zur Förderung „Gewerbe zu Wohnen“

Gibt es 2026 eine Förderung für Gewerbe zu Wohnen?

Ja. Die KfW bietet mit dem Zuschuss 266 seit dem Sommer 2026 eine gezielte Förderung für die Umwandlung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum an. Der Zuschuss deckt 30 Prozent der anrechenbaren Umbaukosten.

Wie viel übernimmt die Förderung bei der Umwandlung von Gewerbe zu Wohnraum?

Der Zuschuss übernimmt 30 Prozent der anrechenbaren Umbaukosten, maximal 30.000 Euro pro neu entstandener Wohneinheit. Bei mehreren Einheiten liegt die Obergrenze bei insgesamt 300.000 Euro pro Vorhaben. Die KfW zahlt den Betrag erst nach Abschluss und Prüfung des Vorhabens aus.

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