Fast jeder zweite Mieter in Deutschland träumt vom eigenen Zuhause. 48 Prozent der Mietparteien würden demnach lieber Eigentümer als Mieter sein. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Postbank. Unter den Befragten mit Kaufwunsch sehen knapp 85 Prozent die eigenen Finanzen als größte Hürde. Angesichts hoher Immobilienpreise rät die Postbank zu gezielten Kompromissen bei Lage, Fläche und Zustand der Wunschimmobilie. So kann der Einstieg ins Wohneigentum trotzdem gelingen.
Warum sich der Traum vom Eigenheim oft nicht erfüllt
Für viele potenzielle Immobilienkäufer bleibt der Kaufpreis das entscheidende Hindernis. Besonders in gefragten Lagen übersteigen die Preise häufig das verfügbare Budget. Zugleich befeuert der angespannte Wohnungsmarkt in vielen Großstädten die Nachfrage zusätzlich. An der YouGov-Umfrage nahmen insgesamt 2.016 Personen teil, davon 1.109 Mieter. Fast die Hälfte von ihnen wünscht sich Eigentum, scheitert jedoch häufig an der Finanzierung.
Finanzierung bleibt trotz hoher Immobilienpreise entscheidend
„Nicht jedes Traumhaus passt zum eigenen Budget. Deshalb lohnt es sich, bei Lage, Größe oder Ausstattung flexibel zu sein“, sagt Fejzu Peci, Baufinanzierungsexperte bei der Postbank. Von Abstrichen bei der Finanzierung selbst rät er dagegen ab. Ausreichende Rücklagen und eine solide Finanzierung seien wichtiger als das perfekte Objekt. Wer trotz hoher Immobilienpreise kaufen will, sollte deshalb zunächst Eigenkapital für die Baufinanzierung aufbauen und seine Finanzierung absichern, bevor er Kompromisse beim Objekt eingeht.
Fünf Kompromisse, die den Hauskauf günstiger machen
Wer bei der Objektsuche Zugeständnisse macht, kann die Kosten deutlich senken, ohne auf Lebensqualität zu verzichten. Die Postbank nennt fünf Bereiche, in denen sich Flexibilität besonders lohnt:
| Kompromissbereich | Was er bringt |
|---|---|
| Lage | Stadtteile mit Entwicklungspotenzial oder Randlagen sind oft deutlich günstiger als gefragte Innenstadtviertel. |
| Wohnfläche | Durchdachte Grundrisse und ausreichend Stauraum ersetzen zusätzliche Quadratmeter. |
| Bestandsimmobilie kaufen | Bestehende Häuser und Wohnungen sind meist günstiger und schneller verfügbar als Neubauten und liegen zudem in gewachsener Infrastruktur. |
| Modernisierung | Sanierungen lassen sich über mehrere Jahre strecken, wodurch sich Förderprogramme gezielt nutzen lassen. |
| Einstiegsobjekt | Eine kleine Eigentumswohnung oder ein Reihenhaus erleichtert den Einstieg und ebnet später den Weg in eine größere Immobilie. |
Was das für Berater und Kaufinteressierte bedeutet
Für Finanzberater und Baufinanzierungsvermittler liefert die Umfrage ein klares Signal. Viele Mietkunden sind kaufbereit, scheitern jedoch an der Einschätzung ihrer finanziellen Spielräume. Wer frühzeitig analysiert, welche Kompromisse bei Lage oder Objektart möglich sind, kann Kunden realistische Strategien für die Finanzierung aufzeigen. So lässt sich vermeiden, dass sie an überzogenen Preisvorstellungen scheitern. Gerade angesichts schwankender Immobilienpreise lohnt sich eine ganzheitliche Beratung, bei der schon eine gründliche Vorbereitung der Immobilienfinanzierung den späteren Kaufprozess beschleunigen kann. Sie sollte Spielräume bei Fläche und Zustand ebenso einbeziehen wie die Belastungsgrenze der Finanzierung.
Die Daten stammen aus einer Online-Befragung der YouGov Deutschland GmbH vom 3. bis 6. Juli 2026. Dabei wurde ein Gewichtungsverfahren angewendet, sodass die Resultate ein repräsentatives Bild der volljährigen Bevölkerung in Deutschland widerspiegeln.












