Vertrieb 2015: „Der Beratungsbedarf steigt“

Cash. hat mit den großen deutschen Finanzvertrieben und Maklerpools über die größten Herausforderungen und Chancen des kommenden Jahres gesprochen. Teil sechs: Martin Steinmeyer, Vorstand Netfonds.

Martin Steinmeyer: „Die Menge der zur Verfügung stehenden Berater sinkt, der Beratungsbedarf steigt.“

Cash.: Was werden 2015 die bestimmenden Themen im Vertrieb sein?

Steinmeyer: Noch immer fristen Milliarden von Euro ihr Dasein als Spareinlage. Erste „Strafzinsen“ auf Tagesgeldkonten zeigen den Irrsinn dieser Geldanlage. Es ist also an der Zeit, den Kunden klar zu machen, dass es ganz ohne Risiko nicht geht. Auf vernünftige weise zu Alternativen zu beraten bleibt das Ziel. Je nach Risikobereitschaft gibt es hierzu unterschiedliche Wege.

Einen Ausweg aus realen Vermögensverlusten bieten beispielsweise Aktien, Rohstoffe und Immobilien, alles Anlageklassen, die bequem über Investmentfonds gekauft werden können. Vermögenverwaltende Lösungen sind ebenso spannende Optionen, sowohl für den Kunden als auch für den Berater. Im Bereich der Versicherungen spielen bAV und Pflege eine große Rolle. Zudem werden wir unser Serviceangebot im Bereich der Sachversicherungen umfänglich erweitern.

Aus technischer Sicht, werden wir unsere Partner intensiv im Umgang mit unseren neuen Softwaresystemen schulen. Der mögliche Nutzen, bei konsequenter und geschulter Handhabung ist enorm hoch.

Welche Folgen auf den Beratermarkt wird das LVRG haben?

Die Regulierungen werden bisherige AO-Vermittler oder Mitarbeiter aus Strukturvertrieben dazu bewegen, in die Selbständigkeit als Makler zu gehen. Hier werden wir als unabhängiger Maklerpool interessanten Service bieten. Provisionssenkungen werden von den meisten Versicherern sicher erst in 2016 umgesetzt. Derzeit agiert man mit Zurückhaltung.

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Wo sehen Sie die größten Chancen beziehungsweise Herausforderungen?

Wir müssen zum einen die Chancen und Herausforderungen für die Beratung beim Kunden sehen und zum anderen den Handlungsbedarf für das Geschäftsmodell des Beraters. Mit Blick auf den Kunden ergeben sich eine Vielzahl neuer Beratungsansätze, denn Kunden werden Stück für Stück umdenken müssen, wenn Sie ein paar Prozente mehr erwirtschaften möchten. Die Menge der zur Verfügung stehenden Berater sinkt, der Beratungsbedarf steigt.

 

Seite zwei: „Wir bieten hervorragende Lösungen“

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