Anzeige
19. Oktober 2017, 11:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD-Umsetzung: Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Das deutsche Umsetzungsgesetz zur IDD ist verabschiedet und tritt im Februar 2018 in Kraft. Trotzdem sind noch diverse Aspekte unklar. Es liegt noch eine Menge Arbeit vor allen Beteiligten, um die IDD-Umsetzung handhabbar und zu einem Erfolg zu machen.

Gastbeitrag von Dr. Hans-Georg Jenssen, Verband Deutscher Versicherungsmakler

IDD-Umsetzung: Gut gemeint ist nicht gut gemacht

“Zur Förderung des Verbraucherschutzes und gleicher Wettbewerbsbedingungen muss beim Versicherungsberater nachgearbeitet werden.”

Nach anfänglichen – man muss es so hart formulieren – gruseligen Regelungen zu  Lasten der Versicherungsmakler den Entwürfen, erinnert sei nur an Provisionsgebot und Doppelberatung, ist dem Berufsbild der Makler im verabschiedeten Gesetz jetzt wieder Rechnung getragen worden.

Man könnte also meinen, so weit so gut. Aber es sind unverändert gravierende Punkte offen beziehungsweise nicht oder richtig geregelt, so dass weitere Probleme auf die Vermittler und speziell den Versicherungsmakler zukommen.

“Delegated acts” noch nicht in trockenen Tüchern

Zur IDD-Richtlinie gehören sogenannte “delegated acts” – das sind europaweit unmittelbar wirkende Richtlinien, die zum aber zum Teil noch gar nicht fertig sind oder nur als Entwurf vorliegen. Die “delegated acts” betreffen so wichtige Bereiche wie Interessenkonflikte, Anreizsysteme und das Produktüberwachungsverfahren.

Die Zeit, derartige komplexe Regelungen umzusetzen, ist natürlich begrenzt, so dass die große Gefahr besteht, dass wir mit unfertigen Regelungen in das Frühjahr 2018 stolpern.

Ein weiteres Problem liegt darin begründet, dass sich sowohl die “delegated acts” als auch die Umsetzungsregelung beispielsweise in Paragraf 48 a Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) (Interessenkonflikte) an die Versicherungsaufsicht wenden.

Gefahr einer “übergriffigen” Aufsicht durch die Bafin

Da wir das einzige Land sind, in dem die Versicherungsaufsicht nicht die Aufsicht für die Vermittler hat, ist die Gefahr einer “übergriffigen” Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) – vor allem aber der Versicherer – programmiert.

Weist die Bafin die Versicherer im Hinblick auf Vergütungsregelungen an, so kann der Versicherer diese gegenüber den eigenen Agenten recht einfach umsetzen.

Bereits heute ist jedoch zu beobachten, dass Versicherer unter dem Stichwort “Complinace” auch auf den Versicherungsmakler bestimmenden Einfluss ausüben wollen und sich dabei auf Aufsichtsregeln berufen. Der Sachwalter des Kunden unterliegt jedoch nicht der Steuerung und Überwachung des Versicherers. Dafür sind die Aufsichtsbehörden für die Vermittler zuständig.

 

Seite zwei: Keine Vermittlung ohne Beratung

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Ein Pflegegeld wie das Elterngeld? Sozialverband regt Debatte an

Wer sich zu Hause um pflegebedürftige Angehörige kümmert, sollte aus Sicht des Sozialverbands VdK ein Pflegegeld nach Vorbild des Elterngelds bekommen. Das sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der “Neuen Osnabrücker Zeitung”.

mehr ...

Immobilien

Diese Filialbanken bieten die besten Baufinanzierungskonditionen

Dank des Niedrigzinses sind die Finanzierungsbedingungen für den Immobilienkauf noch günstig, jedoch nicht bei allen Filialbanken. Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat untersucht, welche Banken die besten Kreditkonditionen gewähren.

mehr ...

Investmentfonds

Argentinien: Probleme trotz IWF-Kredit

Der IWF-Kredit hat die argentinischen Märkte stabilisiert, aber die Probleme des Landes bleiben bestehen. Welche Herausforderungen die Wirtschaft in den nächsten Monaten überwinden muss und was das für Anleger bedeutet: Gastbeitrag von Rob Drijkoningen, Neuberger Berman

mehr ...

Berater

Sachwerte: So tickt der Vertrieb

Cash. hat in Kooperation mit dem Asset Manager Dr. Peters Group eine groß angelegte Umfrage zum Status und den Perspektiven im Vertrieb von Sachwertanlagen durchgeführt. Manche der Ergebnisse waren zu erwarten, andere sind durchaus überraschend.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vielfältig, aber nicht unübersichtlich

Auch fünf Jahre nach Einführung des KAGB im Juli 2013 ist das Angebot an alternativen Investmentfonds (AIFs) noch immer überschaubar. Derweil bestimmt ein anderes Thema weiterhin die Agenda. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...