23. August 2017, 07:45
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung & Co.: Jeder zweite Patient sorgt nicht vor

Die Hälfte der Intensivpatienten in Deutschland verfügen weder über eine Vorsorgevollmacht noch über eine Patientenverfügung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Knapp zwei Fünftel der Befragten ohne Dokument haben sich demnach bisher keinerlei Gedanken über das Thema gemacht.

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung & Co.: Jeder zweite Patient sorgt nicht vor

Nur etwa 15 Prozent aller Patienten lassen sich ärztlich bei der Erstellung ihrer Patientenverfügung beraten.

Lediglich jeder zweite Intensivpatient in deutschen Krankenhäusern (51 Prozent) hat eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung hinterlegt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Unter der Leitung von Professor Stefan Kluge, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie Direktor der UKE-Klinik für Intensivmedizin, wurden im Rahmen der Studie 998 Patienten auf elf Intensivstationen befragt.

“Damit können wir Ärzte viele Patienten weder juristisch abgesichert noch zweifelsfrei in ihrem Sinne behandeln”, sagt Kluge.

Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen häufig unvollständig

Der Studie zufolge haben sich 39 Prozent der Befragten ohne Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung sogar noch nie Gedanken mit der Thematik beschäftigt. Nach Ansicht der DIVI muss die Gesundheitspolitik nun für eine bessere Aufklärung der Bevölkerung sorgen.

“Auch Krankenkassen und Hausärzte sind in der Pflicht, Patienten zu den notwenigen Vollmachten umfassend zu informieren”, meint Kluge. Als Besorgniserregend empfinden die Studienautoren, dass 40 Prozent aller vorliegenden Vorsorgevollmachten sowie 44 Prozent aller Patientenverfügungen unvollständig ausgefüllt und damit schwer oder gar nicht interpretierbar sind.

Die Studie zeigt zudem, dass nur 23 Prozent der Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen auch wirklich im Krankenhaus vorlagen. Zudem lassen sich lediglich etwas mehr 15 Prozent aller Patienten ärztlich bei der Erstellung ihrer Patientenverfügung beraten lassen. “Es ist jedoch ratsam, das Schriftstück dem Hausarzt vorzulegen, um alle Unklarheiten zu beseitigen”, erläutert Kluge. (jb)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema:

Vorsorgevollmacht: BGH entscheidet über Interessenkonflikt

Vorsorgevollmacht – fünf goldene Regeln

Patientenverfügung – fünf goldene Regeln

Vorsorgevollmacht: Im Zweifel ungültig?

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Next new normal – Wie Corona die Assekuranz nachhaltig verändert

Ziemlich unvorbereitet hat die Corona-Pandemie im März 2020 die Assekuranz getroffen. Seitdem laufen die Geschäfte – in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und unter komplett neuen Rahmenbedingungen. Wie gut das den Versicherern gelingt, zeigt eine aktuelle Studie der Versicherungsforen Leipzig.

mehr ...

Immobilien

Reform des Wohnungseigentumsgesetzes: Das sind die Änderungen

Im Herbst 2020 wird voraussichtlich die Reform des Wohnungseignetumsgesetzes (WEG) mit wesentlichen Änderungen in Kraft treten. Dr. Christian Waigel, Waigel Rechtsanwälte, hat die zum Teil erheblichen Änderungen für Eigentümer zusammengefasst.

mehr ...

Investmentfonds

Wirecard: Philippinische Behörden erwarten lange Ermittlungen

Im milliardenschweren Bilanzskandal beim Dax-Konzern Wirecard werden die Ermittlungen auf den Philippinen den Justizbehörden zufolge monatelang dauern. Die zuständige Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLC) der Regierung in Manila überprüfe im Zusammenhang mit dem Skandal mittlerweile 50 Menschen und Organisationen, sagte AMLC-Direktor Mel Racela der Deutschen Presse-Agentur. “Wir werden jeden Stein umdrehen.”

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei Girokonto-Gebühren – Vergleichswebseite gestartet

Die erste unabhängige und kostenlose Internetseite zum Vergleich von Girokonten-Kosten ist an den Start gegangen. Der TÜV Saarland erteilte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dafür dem Vergleichsportal Check24 die Zertifizierung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Private Equity Dachfonds steigert Platzierung bei Institutionellen

Die Private Equity Unternehmen Solutio AG und Pantheon haben ihren zweiten gemeinsamen Dachfonds Solution Premium Private Equity VII mit Zeichnungszusagen von 553 Millionen Euro geschlossen (“Final Closing”). Das seien zehn Prozent mehr als beim Vorgängerfonds.

mehr ...

Recht

Corona-Hilfskredite: Große Herausforderungen

Der Gesetzgeber hat auf die Coronakrise mit vielfältigen Maßnahmen zügig reagiert. Generell zielen die Maßnahmen darauf ab, die Folgen für Privatpersonen und Verbraucher abzufedern. Wie mit Krediten umzugehen ist, die an Unternehmen projektbezogen oder zur laufenden Finanzierung des Geschäftsbetriebs ausgereicht wurden. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Ferdinand Unzicker

mehr ...