3. Dezember 2018, 10:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

FinVermV: Es geht nicht nur ums Taping

Die Diskussion um die neue Verordnung für freie Finanzdienstleister dreht sich hauptsächlich um die Pflicht zur Aufzeichnung von Telefonaten mit Kunden. Ein weiterer Punkt jedoch könnte ihre Arbeit ebenfalls gewaltig behindern. Der Löwer-Kommentar

Loewer-003-Cash-Format in FinVermV: Es geht nicht nur ums Taping

„Das starre Festhalten an den Zielmarkt-Kriterien für das einzelne Produkt kann eine sachgerechte übergreifende Beratung verhindern.“

Nach dem Entwurf für die Neufassung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) müssen die freien Finanzdienstleister mit Erlaubnis nach Paragraf 34f Gewerbeordnung künftig Telefongespräche mit Kunden aufzeichnen.

Das war erwartet worden, denn dieses „Taping“ ist in der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II vorgesehen, die damit umgesetzt werden soll. Zudem hatte das Wirtschaftsministerium schon im Juli 2017 eine entsprechende vorbereitende Regelung in die Gewerbeordnung gemogelt.

Trotzdem sorgt die geplante Taping-Pflicht in dem vor gut drei Wochen veröffentlichten FinVermV-Entwurf wegen des hohen Aufwands und unklarer Regelungen für mächtig Aufregung bei den Betroffenen und Widerspruch in den nun vorliegenden Stellungnahmen ihrer Verbände AfW, Votum und auch der Versicherungskaufleute (BVK), die zwar nicht direkt betroffen sind, aber vielfach auch über eine 34f-Erlaubnis verfügen.

Problem Zielmarkt

Die Kritik am Taping ist sicherlich berechtigt. Doch ein weiterer Punkt in dem FinVermV-Entwurf, der die Arbeit der Finanzdienstleister enorm behindern könnte, tritt dadurch in den Hintergrund: Die Bedeutung des “Zielmarkts”.

Gemeint sind damit die notwendigen persönlichen Voraussetzungen und Ziele der Anleger, für die das betreffende Finanzinstrument in Frage kommt. Hier enthält der FinVermV-Entwurf – entgegen der ersten Einschätzung – doch noch einen ziemlichen Klopps.

Zwar muss der freie Vertrieb – anders als die Institute mit Zulassung nach dem Kreditwesengesetz (KWG) – keine eigene Zielmarktbestimmung vornehmen, sondern kann die Vorgaben des Produktherstellers übernehmen. Die Verbände kritisieren jedoch zu recht, dass der 34f-Vertrieb nach dem FinVermV-Entwurf nur innerhalb des Zielmarkts vermitteln darf und keine Ausnahmen vorgesehen sind.

Seite 2: Vorteil für KWG-Institute

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Rentenpolitik: Grundsätze der Versicherungsmathematik nicht aus den Augen verlieren ­

„Die Rentenkommission der Bundesregierung hat bedauerlicherweise die Chance verstreichen lassen, das deutsche Rentensystem dauerhaft zukunftsfest zu machen“, betont der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) Dr. Guido Bader nach eingehender Analyse der Kommissionsempfehlungen.

mehr ...

Immobilien

Aktivität der Projektentwickler kühlt ab

Schon vor Corona ist der Markt für Immobilien-Projektentwicklungen in Deutschland deutlich abgekühlt. Vor allem Wohnungsbauprojekte gehen zurück. Das ergab die “Projektentwicklerstudie 2020” des Marktforschungsunternehmens bulwiengesa.

mehr ...

Investmentfonds

Chris Iggo: Leugnung, Panik, Hoffnung

Chris Iggo, CIO Core Investments  bei Axa Investment Managers (AXA IM) über die Corona-Krise und die Perspektiven für die Kapitalmärkte.

mehr ...

Berater

WhoFinance hilft bei der Suche nach Fördermittel-Beratern

Die Finanzberatungsplattform WhoFinance hat in Anbetracht der Coronakrise ein Verzeichnis von Fördermittel-Beratern erstellt. Dort findet man Berater, die Unternehmen und Selbstständigen bundesweit per Videoberatung in der Krise helfen wollen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Online-Tool für RWB-Vertriebspartner stärker gefragt

Die RWB Group, Spezialist für Private-Equity-Dachfonds, stellt ihren angebundenen Vertriebspartnern eine hauseigene Online-Beratungs- und Zeichnungsplattform zur Verfügung. Die Nachfrage danach hat in den letzten beiden Wochen spürbar zugenommen, so das Unternehmen.

mehr ...

Recht

Coronavirus: Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern

Muss ich ins Büro, wenn der Kollege hustet? Wie muss mich mein Arbeitgeber vor dem Coronavirus schützen? Was ist, wenn ich nicht ins Büro komme, weil Bus und Bahn nicht mehr fahren? Muss ich meinem Chef meine Handynummer geben, wenn er mich ins Home-Office schickt? Darf ich mich weigern, zu Hause zu arbeiten? Muss ich Überstunden wegen der Corona-Krise machen? Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich in Quarantäne geschickt werde? Fragen über Fragen, die sich in einer sehr besonderen Zeit wohl jeder Arbeitnehmer früher oder später stellt. Die Arag-Experten gaben Antworten.

mehr ...