25. Januar 2018, 11:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Der Einzelkämpfer ist bereits heute ein Auslaufmodell”

Nicht nur die Regulierung, sondern auch die Digitalisierung setzt Vermittler zunehmend unter Druck. Was bedeutet das für den “Einzelkämpfer”?

Der in allen Bereichen agierende Einzelkämpfer ist bereits heute ein Auslaufmodell. Es ist unrealistisch anzunehmen, dass ein einzelner, auf sich gestellter Berater in allen Bereichen vollumfassend beraten und vermitteln kann.

Der Erfolg und das Wachstum von Maklerpools und Haftungsdächern zeigen eindrücklich auf, dass es mindestens einer leistungsfähigen Abwicklungsplattform bedarf. Und selbst in diesem Bereich bietet nicht jeder alles an. Ansonsten bleibt entweder der Kunde oder der Berater auf der Strecke.

Einhergehend mit der bereits angesprochenen Professionalisierung wird es daher auf der einen Seite zur Herausbildung größerer, leistungsfähiger Einheiten und Verbünde kommen, die ein umfassendes Leistungsspektrum abbilden können.

Und auf der anderen Seite wird es hoch spezialisierte Berater geben, bei denen nicht zwingend Größe, sondern vielmehr Spezial-Know how und Nischen-Fokus den Erfolg ausmachen.

Wie können sich Vermittler zukunftssicher aufstellen?

Produkte sind heutzutage “commodities” und ubiquitär. Eine Preisführerschaftsstrategie erfordert Economies of Scale, weshalb diese Strategie für die meisten Anbieter ausscheidet. Es bedarf also einer Differenzierungsstrategie, wobei der differenzierende Faktor in aller Regel der Berater und seine Beratungsqualität sein werden.

Diese ist nur über hinreichende Qualifikation und Weiterbildung zu erzielen. Aus- und Weiterbildung sind aber nicht nur regulatorisch auf Basis von Mindestqualifikationsstandards geboten, sondern sollten aus eigenem ökonomischen Interesse deutlich über vorgenannte Mindeststandards hinausgehen, um dem Kunden in einer sich immer schneller verändernden Welt richtige und nutzenstiftende Beratung bieten zu können.

Nicht zuletzt erfordert auch die sich immer stärker durchsetzende Honorarberatung Beratungsqualität, da sich Honorare ansonsten nicht hinreichend am Markt legitimieren und durchsetzen lassen.

Wie wird der Versicherungsvermittlungsmarkt in Deutschland im Jahr 2025 aussehen?

Insurtechs werden mindestens im beratungsarmen Standardgeschäft ihre Marktanteile deutlich ausbauen. Gleichzeitig werden aber auch professionell aufgestellte Anbieter mit Beratungsexpertise gestärkt aus der sich vollziehenden Marktbereinigung hervorgehen.

Anbieter ohne Beratungsmehrwert werden vom Markt verschwunden sein oder nur noch abschmelzende Alt-Bestände verwalten.

Interview: Julia Böhne

Foto: EBS

Mehr Beiträge zum Thema:

“Ausschließlichkeitsvertreter und Großvermittler haben einen gewissen Vorteil

Vertrieb 2018: “LVRG 2 wird in aller Munde sein”

Versicherungsvermittler: DIHK-Registrierungen sinken weiter

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Ungerechtigkeit, sind Mütter mit 1 Oder 2 Kindern weniger wert!;!!

    Kommentar von Sigrid — 6. Februar 2018 @ 14:46

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Sicherungsnetz für Haftungsfallen – Mailo bietet Schutz für Immobilienmakler und -Verwalter

Die Digitalversicherer Mailo bietet künftig auch rund 200.000 Beschäftigten im Immobiliendienstleistungssektor Schutz. Der Spezialist für digitale Gewerbeversicherungen macht Immobilienmaklern und -verwaltern dabei ein Angebot, das über die für die Branche verpflichtende reine Vermögensschadenhaftpflicht hinausgeht und weitere Tätigkeiten umfasst.

mehr ...

Immobilien

Online-Portale von Immobilienmaklern im Test

Besonders in den Großstädten gilt: Wohnraum ist knapp und die Suche nach einer neuen Immobilie – sei es zur Miete oder zum Kauf – zerrt an den Nerven. Wer dabei auf professionelle Hilfe setzt, kann sich neben überregionalen Makler-Ketten auch an einen der zahlreichen Anbieter vor Ort wenden, die mit der regionalen Situation und den Marktpreisen bestens vertraut sein sollten. Ob die Websites der Makler vor Ort eine Verbraucherempfehlung sind, zeigt ein Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

mehr ...

Investmentfonds

Reges Interesse an Unternehmensteilen von Wirecard

Für die Teile des insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard gibt es nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters ein reges Interesse unter Investoren.

mehr ...

Berater

Investieren Sie in Ihr persönliches Wachstum

Wissen Sie, welche Investition sich tausendfach auszahlt? Der Selbstinvest. Das beschrieb schon Warren Buffet. Auch meine Erfahrung ist, dass persönliches Wachstum der elementare Strategiebaustein für ein erfolgreiches Geschäft als Finanzberater ist. Wer heute einen kleinen Schritt in Richtung individuelle Weiterentwicklung geht, kann in Zukunft Großes bewegen. Dabei gibt es konkrete Stellschrauben, die Erfolgshungrige wirklich pushen und sich gleichzeitig optimal in den Arbeitsalltag eines Finanzprofis integrieren lassen. Die Renziehausen-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Umsatz gestiegen, Kurse gefallen

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnet im Juni bezüglich der Anzahl der Transaktionen und des Nominalumsatzes eine leichte Belebung des Zweitmarkts für geschlossene Fonds. Der Durchschnittskurs sank hingegen zum dritten Mal in Folge.

mehr ...

Recht

Urteil: Haushaltsführungsschaden kennt keine Altersgrenze

Nach einem Verkehrsunfall kann man Anspruch auf eine vierteljährlich zu zahlende Rente haben – der sogenannte Haushaltsführungsschaden. Diese Zahlung ist nicht auf ein Höchstalter begrenzt. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt hervor (Aktenzeichen: 22 U 82/18), von der die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

mehr ...