Schiffsfonds en masse

Eine Vielzahl neuer Schiffsfonds drängt derzeit auf den Markt. Allein unter den 16 geschlossenen Fonds, die Initiatoren in den vergangenen vier Wochen per Pflichtanzeige angekündigt haben, sind elf Schiffsfonds. Die MPC Capital AG, Hamburg, zum Beispiel plant gleich zwei Mega-Fonds mit zusammen fast einer halben Milliarde Euro Investitionsvolumen. 230 Millionen Euro entfallen davon auf einen Fonds für zwei Neubau-Containerschiffe mit jeweils 9.700 Stellplätzen (TEU), 250 Millionen Euro benötigt eine weitere ?Reefer-Flotte? mit 14 Kühlschiffen, die zwischen 1992 und 1994 gebaut wurden.

Das Ownership Emissionshaus GmbH, Hamburg, kündigte in den vergangenen Tagen ebenfalls zwei Schiffsfonds an. Weitere Fonds sind in der Pipeline: Die König & Cie. GmbH & Co. KG, Hamburg, die den neuen Produktentanker-Fonds I anbietet, ist nach eigenen Angaben größte Auftraggeberin der deutschen Werften.

Die Initiatoren lassen sich von den in den vergangenen Jahren kräftig gestiegenen Kaufpreisen der Schiffe bei zuletzt gesunkenen Charterraten offenbar nicht abschrecken. Es werden jedoch auch Fonds angeboten, deren Schiffe der Initiator günstig erwerben konnte, meint der Fachjournalist und Branchenexperte Jürgen Dobert: ?Es gibt Neubauten, die bereits vor langer Zeit zu günstigen Preisen bestellt wurden?, erklärt Dobert gegenüber cash-online. Bei langfristig vercharterten Schiffen handle es sich zudem häufig um Sale-and-lease-back-Geschäfte, bei denen sich die Charterrate des Schiffs aus dem Kaufpreis errechnet ? und umgekehrt.

Allein mit einem Vergleich der prognostizierten Ausschüttungen in den Emissionsprospekten können Anleger allerdings nicht sichergehen, das lukrativste Angebot zu finden. ?Es kommt darauf an, dass in den Kalkulationen genügend Luft eingearbeitet ist?, erklärt Dobert. ?Es gibt viele, die bei den Betriebskosten und anderen Faktoren sehr knapp kalkulieren.?

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