G8-Hotel sucht frisches Kapital

Die Fundus-Gruppe des Initiators Anno August Jagdfeld sucht weitere 30 Millionen Euro Anlegergeld für das Grand Hotel Heiligendamm, in dem Mitte 2007 der „G8-Gipfel“ der wichtigsten Staats- und Regierungschefs abgehalten wurde.

Das frische Kapital soll Darlehen ersetzen und die Zahlungsfähigkeit der Fondsgesellschaft aufrecht erhalten, so der Verkaufsprospekt. Hintergrund: Die HypoVereinsbank hatte Kredite über knapp 15 Millionen Euro zum 30.Juni 2007 gekündigt und fällig gestellt. Darüber werde derzeit ein Rechtsstreit geführt. Der Versuch Jagdfelds, die Lücke durch Darlehen der Anleger zu stopfen, war im April letzten Jahres von der Bundesbank gestoppt worden.

Den nun als Eigenkapitalgeber gesuchten Neu-Anlegern (ab 25.000 Euro plus fünf Prozent Agio) wird der Einstieg dadurch versüßt, dass sie gegenüber dem bisherigen Kommanditkapital von 127 Millionen Euro für zehn Jahre eine Vorzugsausschüttung von sechs Prozent pro Jahr erhalten sollen. Allerdings: Bisher hat das Hotel nur Verluste erwirtschaftet, die sich bis Ende 2006 auf über 43 Millionen Euro summieren (davon etwa 23 Millionen Euro Abschreibungen). Für 2007 werde erstmals ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, so der auf den 29. November 2007 datierte Prospekt.

Mit der Platzierung muss Jagdfeld sich beeilen: Sollte der Fonds im Rechtsstreit mit der HypoVereinbank unterliegen und zu diesem Zeitpunkt nicht über die erforderlichen Mittel (Kommanditkapital oder neue Kredite) verfügen, könne es zur Zwangsversteigerung und „zum Verlust des Kommanditkapitals kommen“, heißt es in den Risikohinweisen.

„Leistungsnachweise“ (Soll-Ist-Vergleiche) zu den weiteren Fundus-Fonds enthält der Prospekt abweichend vom Prüfungsstandard IDW S 4 nicht – weder zu den anderen Luxushotels wie dem „Adlon“ in Berlin oder dem „Quellenhof“ in Aachen, noch zu den diversen weiteren Fonds des seit mehr als 30 Jahren aktiven Initiators. Eine separate Leistungsbilanz hat Fundus schon seit mehreren Jahren nicht mehr veröffentlicht. (sl)

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