Anzeige
19. März 2010, 11:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sparpläne: Ein unmoralisches Angebot

Die Lage an den Aktien- und Rentenmärkten ist weiter unruhig. Angesichts Deflations- und Hyperinflationssangst, Goldrausch und Börsenrallye setzen erfahrene Anleger derzeit wieder verstärkt auf geschlossene Fonds, denn Sachwerte versprechen Wertstabilität und gute Erträge.

Gastkommentar: Malte André Hartwieg, Geschäftsführer von dima24.de

Malte-Hartwieg-127x150 in Sparpläne: Ein unmoralisches Angebot

Malte Hartwieg, Dima24

Zu Recht, denn die verschiedenen Segmente wie Rohstoff- und Infrastrukturfonds, in- und ausländische Immobilienfonds, Flugzeuge, Solaranlagen oder Windparks bieten eine breite Auswahl von sicherheits- bis chancenorientierten Anlagemöglichkeiten. Zudem tragen geschlossene Fonds als weitgehend börsenunabhängiges Investment auch zur Stabilisierung und Werthaltigkeit des gesamten Anlegerportfolios bei.

Vermehrt werden in letzter Zeit allerdings auch Anleger mit schmalem Geldbeutel mit geringen monatlichen Beiträgen als Sparplan in diese Assetklasse gelockt. Ein unmoralisches Angebot, denn anders als bei Aktienfonds profitieren Anleger bei Sparplänen für geschlossene Fonds nicht von einem Durchschnittskosteneffekt. Im Gegenteil: Die hohen Kosten fressen sogar den möglichen Kapitalertrag.

Der Charme der Sparpläne lag ursprünglich darin, dass Anleger für einen gleich bleibenden Betrag bei fallenden Kursen mehr Anteile kaufen können. Damit erzielen sie bei einem längerfristigen Fondssparplan einen günstigeren Durchschnittspreis und so eine höhere Rendite. Das Zielobjekt eines geschlossenen Fonds, wie etwa eine Immobilie, hat jedoch einen festen Preis. Der Effekt verpufft, Anleger sparen gar nichts.

Sie zahlen eher drauf, denn auch das Marketing kostet: Muss das begrenzte Eigenkapital im kleinteiligen Vertrieb vielen Anlegern angeboten werden, explodieren die Kosten für Werbung und Verwaltung. Geld, was direkt zu Lasten des Fondsvermögens geht. Das wirkt sich negativ auf die Investitionsquote und damit auf die Rendite aus und schmälert die Ertragschancen.

Geschlossene Fonds mit Kleinbeträgen zu besparen ist darum für Anleger kein Gewinn. Sie sollten kritisch prüfen, ob nicht die Einmal-Zahlung letztlich günstiger ist. Ist die Mindestanlagesumme dafür noch zu hoch, gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sachwerte haben immer Saison.

Foto: dima24.de

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...