26. Juni 2012, 11:18
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Frischer Wind und große Erwartungen

Junge Emissionshäuser lassen sich von der Absatzflaute auf dem Markt der geschlossenen Fonds nicht abschrecken. Mit ihren Konzepten wollen sie sowohl in etablierten als auch in neuen Segmenten für frischen Wind sorgen.

Initiator

Ingo Soriano Eupen, Vorstand der Green Investors AG

Konsolidierung war das Zauberwort des Jahres 2009, das vornehmlich von den alteingesessenen Emissionshäusern nach außen drang. Seinerzeit waberten die ersten Spekulationen durch die Branche der geschlossenen Fonds, was da in Brüssel und Berlin im Hinblick auf die Regulierung der Produkte und ihrer Anbieter so alles ausgeheckt würde. Die schwarzen Schafe hätten dann keine Chance mehr und müssten ihr Geschäft einstellen. Diese Hoffnung hat sich nur zum Teil erfüllt – bisher jedenfalls.

Bei dem einen oder anderen alten Hasen unter den Initiatoren war auch der unausgesprochene Wunsch damit verbunden, dass manch ein kleiner, weil neuer, Wettbewerber nicht würde Fuß fassen können. Schließlich war der Kuchen, den es zu verteilen gab, im Vergleich zur Hochphase der Branche, bereits spürbar geschrumpft. Wie in anderen Zweigen der Finanzindustrie auch, backen die Emissionshäuser heute kleinere Brötchen. Die einstigen Platzhirsche mussten bereits im vergangenen Jahr jüngere Initiatoren wie Buss Capital oder Hesse Newman Capital an sich vorbei ziehen lassen. Deren Nachfolgegeneration steht indes auch schon in den Startlöchern. Denn trotz Euro-Krise, Absatzflaute und Regulierungs-Fragezeichen sind neue Initiatoren ins Rennen gegangen.

Initiator
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Von Düsseldorfs nobler Flaniermeile „Kö“ aus durchstarten will beispielsweise die Green Investors AG, die im November 2011 von den Brüdern Erik und Elmar Schäfer gegründet wurde. Zusammen können sie auf eine 50-jährige Erfahrung als Investmentbanker, Vermögensverwalter und Private-Wealth-Manager zurückblicken, die sie als Vorstände der Direct Invest AG einbringen. Die Aufgabenbereiche in der Muttergesellschaft des neuen Emissionshauses sind klar verteilt: Elmar Schäfer kümmert sich um die vermögenden Privatkunden, während sein Bruder die strategische Entwicklung der Direct Invest Gruppe vorantreibt und nach Investitionsmöglichkeiten in den Segmenten Private Equity und Venture Capital Ausschau hält.

Dabei stieß er auf das schwedische Unternehmen CO2NE Neutral Energy i Sverige AB (Neutral Energy), das sich darauf spezialisiert hat, kleinere Holzheizkraftwerke zu bauen, zu betreiben oder von fossilen Brennstoffen auf Holz umzurüsten. Erik Schäfers Due- Diligence-Prüfung des Unternehmens Neutral Energy und seines Geschäftsmodells fiel positiv aus und das nicht nur, weil Schweden eines der waldreichsten Länder der Welt ist und so der nachwachsende Rohstoff für die Biomasse-Anlagen mit geringem Aufwand zu den Anlagen transportiert werden kann. Gleiches gilt für die Wärme, die bei der Holzverbrennung entsteht, denn die Skandinavier verfügen über ein gut ausgebautes Fernwärmesystem. Das gibt den Betreibern von Holzheizkraftwerken die Möglichkeit, langfristige, preisindexierte Abnahmeverträge zu schließen.

Im Zuge seiner weiteren Analyse fand Schäfer heraus, dass die Spezialisierung der Betreibergesellschaft Neutral Energy auf kleinere Holzheizkraftwerke mit einer Leistung zwischen vier und zwölf Megawatt sinnvoll ist, weil in diesem Segment noch viele Anlagen mit fossilen Brennstoffen befeuert würden, die es umzurüsten gelte. Zudem ließen sie sich zur Ergänzung nutzen und seien von den Energiekonzernen in der Vergangenheit vernachlässigt worden. Der Entschluss zur Finanzierung weiterer Anlagen unter Beteiligung von deutschen Privatanlegern war gefallen, ein Weg dorthin trotz Grenzüberschreitung und unterschiedlicher Steuersysteme bald gefunden.

Seite zwei: Von Holzheizkraftwerken in schwedischen Wäldern und Blockheizkraftwerken in deutschen Wäldern

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