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21. März 2013, 12:05
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Fondsrating-Tag: Von Perspektiven, Potenzial und Problemen

Rund 120 Vertriebe, Initiatoren und Begleiter des Beteiligungsmarkts fanden am im Laufe des 19. März 2012 den Weg ins Hamburger Empire Riverside Hotel, um an dem mittlerweile zehnten von Ratingwissen veranstalteten “Fondsrating-Tag” teilzunehmen. Neben Regulierungs- wurden auch Asset- und aktuelle Themen diskutiert. Cash. war Medienpartner.

Initiator des im Jubiläumsjahr längst etablierten Branchenevents ist der Geschäftsführer der Hamburger Agentur RatingwissenJürgen Braatz. Sein Veranstaltungsfazit fiel im Gegensatz zu der, ob zahlreicher Hiobsbotschaften für den Markt in jüngster Vergangenheit eher gedrückten Stimmung positiv aus: “In diesem Jahr stand der Wandel der Gesetzgebung für Vertriebe und Initiatoren im Mittelpunkt. Die Vorträge und Diskussionen haben gezeigt, dass die Branche optimistisch sein kann.”

Fondsratingtag-Bildergalerie in Fondsrating-Tag: Von Perspektiven, Potenzial und Problemen

Das Vormittagsprogramm wartete zunächst mit zwei Nutzwertvorträgen für Berater zu den Themen Dokumentation sowie Erlaubniserteilung und Sachkundeprüfung gemäß Paragraf 34f der Gewerbeordnung in Rahmen der seit Jahresbeginng regulierten Welt der Finanzanlagenvermittlung auf. Referenten waren BIT-Treuhand-Vorstand Sascha Sommer sowie AfW-Vorstand und Going Public-Chef Frank Rottenbacher.

Im Anschluss an das “wie” wurde auf dem Fondsrating-Tag über das “was”, sprich Assetklassen, diskutiert. Über das Thema Pflegeheime sprachen INP-Geschäftsführer Oliver Harms und Jochen Weder, Leiter Vermögensmanagement beim Vertrieb AFM, mit Moderator Thomas Eilrich, dem stellvertretenden Chefredakteur von Cash. Fazit: Die Marktperspektive ist ungetrübt positiv, die Assetklasse erfordert vom Emissionshaus allerdings eine größtmögliche Spezialisierung.

Durch das Thema Container-Direktinvestments führte Gastgeber Braatz. Auf dem Podium diskutierten Dr. Heiko T. Taudien von Dr. Taudien & Coll., Birgitt Bär, Analystin für geschlossene Beteiligungen bei Jung, DMS & Cie. sowie Marc Schumann, Geschäftsführer von Solvium Capital. Letzterer wurde von Braatz – der unter anderem auch die Pressearbeit von Solvium verantwortet – mit der Kritik des “Fondstelegramm” an der mit den angeboten Containerdirektinvestments verknüpften Versicherungslösung “Protect” konfrontiert. Der Vorwurf lautet, dass der Vertrieb durch eine Versicherungspolice beflügelt werde, die Recherchen des Fondstelegramm zufolge wirksam und rechtsverbindlich nach dem Versicherungsrecht so nicht existiere. Schumann bestritt den Vorwurf und will “in den nächsten Tagen oder Wochen” Belege für die Existenz der Versicherung beibringen. Zudem führte er an, das aktuell mit zwei anderen Assekuranzen eine parallele, “für den Anleger kostenfreie” Versicherungslösung vereinbart worden sei. Die Auseinandersetzung dürfte vorerst noch anhalten.

Keine Angst vor dem KAGB

Nach der Mittagspause arbeitete Dr. Gunter Reiff, Partner bei der Rechtsanwaltskanzlei und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RP Asset Finance, daran, den Zuhörern die Angst vor den Regelungen des kommenden Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) zu nehmen. Der erste Teil seines Vortrags zielte auf Fondskonzeptionäre ab, da er sich ausführlich praxisrelevanten Fragen bei der Prospektierung widmete. Anschließend hatte einige Nachrichten für Vertriebspartner: Die dem Investmentgesetz entliehenen Haustürwiderrufsrechte des KAGB-Entwurfs brächten keine Neuerungen gegenüber der geltenden Rechtslage. Zudem hafte der Vertriebspartner mit Blick auf die Prospektprüfungspflicht nach der geplanten Regelung des Paragrafen 306 Absatz 4 KAGB nur bei positiver Kenntnis der Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit des Prospektes beziehungsweise Unrichtigkeit der wesentlichen Anlegerinformationen.

In den anschließenden an Assetklassen orientierten Gesprächen mit Moderator Eilrich nahm Dr.-Peters-Geschäftsführer Dr. Peter Lesniczak zunächst offen zu den Konsequenzen des Bundesgerichtshofs-Urteils vom 12. März 2013 zur Unrechtsmäßigkeit der Rückforderung von Ausschüttungen  für die Fonds des Dortmunder Emissionshauses Stellung. Daneben kündigte er einen neuen Flugzeugfonds an, ohne dabei schon konkret verraten zu können, ob es sich um einen weiteren Airbus A 380 oder einen Dreamliner aus dem Hause Boeinghandeln werde. Der Vertriebsstart jedenfalls sei für Mai 2013 geplant. Der neue Portfolio-Beteiligungsofferte der DS Portfolio Holding, an der die Dr. Peters Group Mehrheitseigner ist, werde nach erfolgter BaFin-Bewilligung voraussichtlich ebenfalls noch im Mai 2013 auf den Markt kommen. Lesniczak verriet, dass es sich bei dem Produktvehikel dabei um eine Namensschuldverschreibung außerhalb des KAGB handeln werde. Er kündigte aber an, in der regulierten Welt nach dem 22. Juli 2013, parallel auch Portfoliofonds neuer Machart anzubieten.

Danach stellte sich Manfred Koch, Vorstand der Berliner ID Immobilien in Deutschland AG. Den kritischen Fragen der freien Journalisten Stephanie von Keudell zu seinem ersten Wohnimmobilienfonds.

An oder mit dem Anleger Geld verdienen?

Stefan Löwer, Chefanalyst der Ratingagentur G.U.B., leitete anschließend eine Diskussionsrunde mit Vertretern der anwesenden Emissionshäusern und ging der Frage auf den Grund, ob der Initiator nun an oder mit den Anlegern Geld verdienen sollte. Auf Letzteres setzt nach eigenem Bekunden beispielsweise Andreas Bernaczek, Geschäftsführer von Jüngerhans Investment Services, mit den Schiffsfonds seines Hauses. Noch immer, so Löwer, variierten die so genannten Weichkosten in den Fondskonzepten beträchtlich. Zudem erlange die uralte Frage nach den Vor- und Nachteilen von Vorabvergütung oder Bestandsprovisionsmodellen mit Blick auf die neue Gesetzeslage wieder größere Bedeutung.

In ihrem Vortrag zur Plausibilitätsprüfung informierte Birgitt Bär das Auditorium zu den neuen und unterschiedlichen Prüfungsanforderungen an Berater und Vermittler. Dabei appellierte die Analystin an die Zuhörer, auch negative Prüfungsergebnisse umfassend zu dokumentieren. Wie sie selbst erfahren habe, sei das bei einer Prüfung der eigenen Unterlagen durch die BaFin von Bedeutung und erhöhe die Glaubwürdigkeit.

Im folgenden von Braatz moderierten Gespräch zu Warnsignalen für Berater betonte Rechtsanwalt Greiff noch einmal die Bedeutung des Vorliegens von IDWS4 – Gutachten.

Die Abschlussrunde unter der Leitung des Gastgebers stand dann ganz im Zeichen der veränderten Produkt- und -anbieterlandschaft, zu der sich die Branche nach dem für den 22. Juli 2013 geplanten Inkrafttreten des KAGB hin entwickeln wird.

Wie im Jahr zuvor lud die Münchener Dienstleistungsgesellschaft IVAG Innovative Vertriebskonzepte AG im Anschluss an die Vorträge und Diskussionsrunden zu einem “Get -Together” mit Gesprächen, Fingerfood und Getränken in das gegenüberliegende Restaurant Elbwerk mit Blick auf den Hamburger Hafen. (af/te)

Fotos: Ratingwissen

 

 

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