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6. Juni 2013, 12:45
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Offene Immobilienfonds: Zurück zu den Wurzeln

Offene Immobilienfonds haben in den vergangenen Jahren eine tiefgreifende Marktbereinigung erlebt. Nun ist ein harter Kern vorwiegend großvolumiger Fonds von Anbietern mit Bankenhintergrund übriggeblieben. Wie behaupten sie sich in der Anlegergunst?

Publikumsfonds Immobilienfonds

Durchatmen nach dem Sturm – so stellt sich die Situation der offenen Immobilienfonds (OIFs) derzeit dar. In den Jahren zuvor erlebte die Branche eine Schließungs- und Abwicklungswelle, der mangels Liquidität zehn Publikumsfonds zum Opfer fielen, darunter der Degi German Business der Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft und der SEB Immoinvest der SEB Asset Management.

Übrig geblieben sind vor allem große, etablierte Fonds, die sich in der Krise behaupten konnten. Und viele Bundesbürger vertrauen ihnen nach wie vor ihr Kapital an. Rund 54 Milliarden Euro sind in den verbliebenen Publikumsfonds investiert.

„Den Stresstest der Finanz- und Wirtschaftskrise haben nicht alle Fondsanbieter mit Bravour gemeistert. Durch die Einladung an große Kapitalsammelstellen in für Kleinanleger vorgesehene Produkte wurde dieses missbraucht und fahrlässig in Schieflage gebracht“, kommentiert Dr. Reinhard Kutscher, Vorsitzender der Geschäftsführung von Union Investment Real Estate, Hamburg, die Abwicklungswelle. Viele Anbieter hätten dagegen bewiesen, dass das Produkt auch in Krisenzeiten sehr gut funktioniert. „Die stabilen Mittelzuflüsse in unsere Produkte zeigen, dass der offene Immobilienfonds bei unseren Anlegern ein unverändert hohes Vertrauen genießt“, ist Kutscher überzeugt.

Vier große Player

„Die Teilung der Branche in zwei Lager ist abgeschlossen. Wir selbst haben in den vergangenen Jahren keinen Vertrauensverlust bei den Immobilienfondskunden gespürt“, bilanziert Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer der Deka Immobilien, Frankfurt. Das zeigten die rund 740 Millionen Euro Mittelzuflüsse in die Publikums- Immobilienfonds der Deka im vergangenen Jahr.

Professor Dr. Steffen Sebastian geht davon aus, dass sich die Lage konsolidiert hat: „Den Fonds, die den Sturm der vergangenen Jahre überstanden haben, ist es offensichtlich gelungen, das Vertrauen der Anleger zu wahren und den Vertrieb ihres Produktes klug zu steuern. Sie haben sich als harter Kern herauskristallisiert“, sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS International Real Estate Business School und Direktor am Center for Finance der Universität Regensburg.

Im Wesentlichen bestimmen nun die „Big Four“ den Markt der Publikums- Immobilienfonds: Commerz Real, Deka/ Westinvest, die Deutsche-Bank-Tochter RREEF und Union Investment. Ihre insgesamt acht Publikumsfonds haben Renditen zwischen 1,9 und drei Prozent per annum erzielt.

Gute Mittelzuflüsse für die großen Fonds

Auffällig ist, dass es sich bei ihnen sämtlich um Tochtergesellschaften von großen Geldinstituten handelt. Offensichtlich ist die Anbindung an einen starken Vertriebskanal für stabile Mittelzuflüsse entscheidend. „Die weiterhin am Markt bestehenden Produkte sind ein Beleg dafür, dass großvolumigere Fonds mit breiter Vertriebsbasis und einem ausgewogen diversifizierten Immobilienportfolio nachhaltig erfolgreich sein können“, sagt Erich Seeger, Mitglied des Vorstands der Commerz Real AG, Wiesbaden.

„Der Vertrieb über die Deutsche Bank ist ein wesentliches Standbein. Weitere Gründe dafür, dass sich der Grundbesitz Europa und der Grundbesitz Global gut behaupten konnten, sind jedoch auch das erfolgreiche Miet- und Portfoliomanagement sowie die frühzeitige Einführung einer gesonderten Anteilsscheinklasse für institutionelle Anleger“, betont Ulrich Steinmetz, Geschäftsführer bei RREEF Investment, Frankfurt. Auch Deka sieht die Zusammenarbeit mit den Sparkassen neben dem konservativen Management der eigenen Publikumsfonds als wichtigen Aspekt für die Stabilität. Die großen Fonds haben in 2012 mehrheitlich gute Mittelzuflüsse verzeichnet.

Seite zwei: Kundennachfrage steigt wieder

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2 Kommentare

  1. Die Schuldzuweisung an die Anleger durch SEB Immoinvest und Credit Suisse Euroreal ist m.E. keine hinreichende Erklärung dafür, dass diese Investmentgesellschaften ihre Immobilienfonds nicht gestützt haben. Das Motto: Ihr “bösen” Anleger, ihr wollt euer Geld, unverschämt! Dafür bestrafen wir euch und lassen euch baden gehen!
    Das ist Küchentischpsychologie. Es bleibt also immer noch die Frage, welche wirtschaftlichen und finanzstrategischen Gründe waren entscheidend dafür, diese Fonds abzuwickeln. War evtl. der Anteil der Großinvestoren, die ihre Anteile zurückgegeben haben, höher? Oder waren die sog. Big Four auch bei ihrer Konkurrenz investiert und haben zu dieser Marktbereinigung beigetragen? Spekulative Fragen. Gefragt sind Analysen und sachliche Antworten.

    Kommentar von Sabine Jähnert — 16. Juni 2013 @ 11:31

  2. Ich glaube nicht, dass diese Aussage “Nun ist ein harter Kern vorwiegend großvolumiger Fonds von Anbietern mit Bankenhintergrund übriggeblieben” korrekt ist. Ich glaube, sie müsste lauten: “Nun ist ein harter Kern vorwiegend großvolumiger Fonds von Anbietern mit Bankenhintergrund übriggeblieben, bei denen die Muttergesellschaften sich verpflichtet fühlten, zu den Produkten ihrer Immobilienfondstöchter auch in schwierigen Zeiten zu stehen”. Denn auch für einige jener Fonds dieser Kategorie, die nun abgewickelt werden trifft es zu, dass sie grossvolumig waren sowie einen Bankenhintergrund hatten, z.B. SEB Immoinvest oder Credit Suisse Euroreal. In den Chefetagen derer war man aber offenbar der Ansicht, dass vor allem die Anleger schuld waren, denn – und das muss man sich einmal vorstellen – diese waren so unverschämt, ihr Geld zurückzufordern. Was ja nun wirklich im Hinblick auf die Krise überhaupt nicht vorhersehbar war, wieso sollte denn auch jemand während einer Finanzkrise auf sein Geld zurückgreifen wollen? . Dann hat man den Laden ein paar Monate zu gemacht und die Anleger wissen lassen, dass man mit Hochdruck (der sich dann aber primär als ein laues Lüftchen darstellte) an der Wiedereröffnung arbeite. Jetzt liest man, dass man mit Hochdruck an der Abwicklung arbeite. Und ich würde fast wetten, dass man mit Hochdruck an neuen Produkten arbeitet. Alles dies natürlich ausschliesslich im Sinne der Anleger.

    Kommentar von Hans-Paul Drumm — 8. Juni 2013 @ 13:34

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