11. Dezember 2014, 16:54
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Die Mietpreisbremse wirkt

Der Mietdeckel wird in Städten wie Berlin und Köln nicht nur wenige, begehrte Stadtteile betreffen, sondern auf breiter Front wirken. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die Immobilienscout24, Berlin, unterstützt hat. Die Verfasser der Studie warnen davor, dass die neue Regulierung viele Vermieter und Investoren verschreckt.

Altbau-Berlin-Kopie in Studie: Die Mietpreisbremse wirkt

Altbauten in Berlin: Besonders Immobilien in guten Lagen sind vom Mietdeckel betroffen.

Die von der Bundesregierung geplante Mietpreisbremse sieht vor, dass die Mieten bei Neuvermietungen nur maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Um zu erfahren, wie sich diese Gesetzesänderung auswirkt, haben die IW-Immobilienökonomen ein neues Analyseverfahren entwickelt.

Analyse von Inseraten

Dafür haben sie knapp 80.000 Inserate der Internetplattform Immobilienscout24 für Mietwohnungen in Berlin und Köln ausgewertet und ermittelt, wie viele Vermietungen von Januar bis Juni 2014 von der Mietpreisbremse betroffen gewesen wären, wenn diese bereits gegolten hätte.

Das Ergebnis: In Berlin wären der Analyse zufolge vor allem Wohnungen in guter Lage betroffen gewesen. In fast 72 Prozent der entsprechenden Inserate lagen die Neumieten bereits zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. In Köln waren es mit fast 87 Prozent dagegen besonders Neuvermietungen in einfachen Lagen, für die die Mietpreisbremse gegolten hätte. Einfache, mittlere und gute Lagen zusammengerechnet, wären in Berlin 60 Prozent der Inserate unter die Mietpreisbremse gefallen, in Köln wären es 43 Prozent gewesen.

Mietdeckel wirkt auf breiter Front

Die Mietpreisbremse betrifft also nicht nur einige wenige Mietforderungen, die im Vergleich zum Gesamtmarkt tatsächlich überhöht sind, sondern wirkt zumindest in Berlin und Köln großflächig, so das Ergebnis der Forscher. “Was viele Mieter zumindest kurzfristig freut, dürfte Vermieter und Investoren abschrecken. Denn für weite Teile des Marktes können sie ihre Mieteinnahmen über längere Zeit nicht nenneswert steigern”, glaubt IW-Forscher Michael Voigtländer.

Es sei davon auszugehen, dass Mietwohnungen zunehmend an Selbstnutzer verkauft werden. “Der Mietmarkt wird kleiner und das Problem der Knappheit von Mietwohnungen verstärkt”, so Voigtländer. So werde die Mietpreisbremse zum Boomerang und wende sich langfristig gegen die Mieter. (st)

Foto: Shutterstock.com

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BSV: Allianz und Nockherberg legen Streit um Corona-Kosten bei

Der Streit zwischen Deutschlands größtem Versicherungskonzern Allianz und der Münchner Gaststätte Nockherberg um die Kosten der Corona-Zwangsschließungen ist beigelegt. Die Parteien einigten sich außergerichtlich, wie das Landgericht München I mitteilte.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Zweite Welle, zweite Chance: Kaufgelegenheiten nutzen?

Eine Einschätzung der Aussichten für die Finanzmärkte vor dem Hintergund der Corona-Pandemie von Dr. Eckhard Schulte, Manager des MainSky Macro Allocation Fund und Vorstandsvorsitzender MainSky Asset Management. Warum sein Ausblick für die Aktienmärkte unverändert positiv ist.

mehr ...

Berater

Rekrutierung: “Am unternehmerischen Erfolg partizipieren”

Cash.-Interview mit Alexander Lehmann, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim Maklerpool Fondskonzept, über erfolgreiche Methoden und Strategien bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften.

mehr ...

Sachwertanlagen

US Treuhand bringt neuen US-Publikumsfonds

Die US Treuhand legt mit dem „UST XXV“ einen neuen Fonds für private Investoren auf. Über den Alternativen Investmentfonds (AIF) können sich deutsche Anleger ab einer Anlagesumme von 20.000 US-Dollar an Immobilien in Metropolregionen überwiegend im Südosten der USA beteiligen.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...