Anzeige
23. November 2015, 08:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GdW fordert Sofortmaßnahmen für mehr Wohnungsbau

Das Wachstum bei den Baugenehmigungen verliert an Fahrt, warnt der GdW Bundesverband. Um dem drastisch steigenden Wohnungsbedarf zu begegnen, seien Sofortmaßnahmen notwendig.

GdW Wohnungsbau

Um den Bedarf zu decken, müssen nach Angaben des GdW in Deutschland bis 2020 jährlich rund 400.000 Wohnungen gebaut werden.

Der GdW Bundesverband weist darauf hin, dass der Aufschwung bei den Baugenehmigungen bereits wieder nachlässt.

„In Deutschlands Städten steigt die Wohnungsnachfrage immer stärker an, doch die Dynamik beim Wohnungsbau kühlt immer weiter ab. Gerade angesichts der stark steigenden Zuwanderung muss die Politik sofort wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Wohnungsneubau anzuheizen“, erklärt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Plus von 4,8 Prozent bis Ende September

Von Januar bis September 2015 wurde demnach in Deutschland der Bau von 222.800 Wohneinheiten genehmigt. Das waren 4,8 Prozent oder 10.300 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Damit setzt sich das Wachstum bei den Baugenehmigungen fort, ist aber weniger stark als im Zeitraum von Januar bis September 2014. Damals hatte das Plus gegenüber dem Vorjahr noch bei 5,2 Prozent gelegen.

Im Geschosswohnungsbau wurden dieses Jahr von Januar bis September 97.132 Wohnungen genehmigt, im Ein- und Zweifamilienhausbau 86.260 Wohnungen.

Städte brauchen Neubau-Boom

„Wir brauchen einen Neubau-Boom in den Städten“, betont Gedaschko. „Das Wachstum bei den Baugenehmigungen reicht hinten und vorne nicht aus, um das in diesem Jahr erneut gestiegene Defizit beim Wohnungsbau auszugleichen.“

Derzeit liege das Wohnungsdefizit in Deutschland bei mindestens 800.000 Wohnungen. Das liege keineswegs nur an der aktuell hohen Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen.

„Hauptursache des immer akuteren Wohnungsmangels in vielen Großstädten ist, dass in den vergangenen Jahren viel zu wenig gebaut wurde“, erklärt Gedaschko.

Flüchtlingszuzug erhöht den Bedarf

Die anhaltende Flüchtlingszuwanderung erhöhe jedoch den Handlungsdruck insbesondere in den Wachstumsregionen enorm.

Konkret müssten in Deutschland bis 2020 jährlich insgesamt rund 400.000 Wohnungen und damit rund 140.000 Mietwohnungen mehr als in diesem Jahr gebaut werden – davon 80.000 Sozialwohnungen und 60.000 Einheiten im bezahlbaren Wohnungssegment.

Für die Wohnungswirtschaft sei klar: „Wir bauen für alle: für Studenten, für ältere Menschen, für Alleinerziehende und Familien und für alle Menschen, die zu uns kommen und ein Bleiberecht haben“, so der GdW-Chef.

Politik soll Hürden abbauen

Die Politik müsse die bestehenden Hürden für mehr bezahlbaren Wohnungsbau sofort aus dem Weg räumen. Die von der Bauministerkonferenz angekündigte Neukonzeption von Energieeinsparverordnung und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz solle zügig bis zur Sommerpause 2016 umgesetzt werden.

Angesichts des hohen Nachfragedrucks müssen laut GdW aber auch Sofort-Maßnahmen her: Bauleitplanungen müssten ebenso wie die Baugenehmigungsverfahren deutlich beschleunigt, die Baunutzungsverordnung überarbeitet werden, um Hemmnisse für die Nachverdichtung und Aufstockung von Wohngebäuden zu beseitigen. Zudem können sogenannte „Typengenehmigungen“ die Prozessdauer verkürzen. (bk)

Foto: Shutterstock

 

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Allianz überarbeitet Rechtsschutz-Tarife

Die Allianz startet im Oktober ihr neues Privat-Rechtsschutz-Angebot. Nach Angaben des Versicherers wurden die weltweit geltenden Versicherungssummen in allen drei Rechtsschutzvarianten angehoben.

mehr ...

Immobilien

Mietlager profitieren von höheren Wohnkosten

Die Urbanisierung und steigende Mieten treibt auch die Gebühren für Mietlager. Immer mehr Menschen suchen externe Lager, um die Miete für mehr Lagerraum in der eigenen Wohnung zu sparen. Der Markt wächst auch in Deutschland.

mehr ...

Investmentfonds

Biotechnologie: Bakterien produzieren Rendite

Kaum eine Branche birgt ein so 
hohes Potenzial für Investoren wie Biotechnologie. Gleichzeitig zahlt sich 
aber nur ein sehr geringer Teil der Investitionen auch aus. Daher ist für Investoren schon die Auswahl von Fonds herausfordernd. Cash. gibt einen Einblick in das Segment.

mehr ...

Berater

Fondskonzept und DGFRP beschließen IT-Kooperation

Wie die Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung (DGFRP) und der Illerstissener Maklerpool Fondskonzept mitteilen, arbeiten sie ab dem 1. November in der Informationstechnologie zusammen. Hierzu bündeln die beiden Maklerdienstleister ihre IT-Lösungen und fassen Ressourcen in den Sparten Investment und Versicherungen zusammen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Autark Invest: Vertrieb mit abgelaufenem Prospekt?

Die Finanzaufsicht BaFin weist auf ihrer Website darauf hin, das der Verkaufsprospekt der Autark Invest GmbH, Olpe, “ungültig” ist. Er hat sein gesetzliches Haltbarkeitsdatum überschritten.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...