Berlin auf dem Weg zur dritten europäischen Metropole

Nach dem Brexit-Votum sind Investoren zurückhaltender gegenüber London eingestellt und Paris leidet unter der wirtschaftlichen Entwicklung Frankreichs.
Doch Berlin wächst 2016 in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht in die Rolle einer dritten europäischen Gateway-Metropole hinein.

Das politische Berlin ist Entsetzt über die Panama-Enthüllungen.
Der Gewerbeimmobilienmarkt Berlins könnte 2016 nah an das Rekordjahr 2015 herankommen.

Die deutsche Hauptstadt könnte bis 2030 die vier Millionen Einwohner-Marke knacken. Die Wirtschaftsleistung steige stärker als im Bundesschnitt und folglich steige die Beschäftigungsquote.

Der Büroflächenumsatz lag nach Angaben von Aengevelt in den ersten drei Quartalen ähnlich hoch wie im bisherigen Rekordjahr 2015, das Allzeithoch von 854.000 Quadratmetern könnte nahezu erreicht werden.

Preisanstieg setzt sich fort

Die Immobilienpreise seien 2016 weiter gestiegen, Renditen und Leerstände gesunken. Die größten Nachfrager seien Dienstleister, Gründer und Unternehmen in der digitalen Branche. Hinzu kämen Bundes- und Landesbehörden mit überdurchschnittlichen Eigenentwicklungen und Anmietungen.

Der Büroflächenleerstand sinke ebenfalls und liege unter fünf Prozent auf 900.000 Quadratmetern und konzentriere sich auf einfache, günstigere Flächen in Cityrandlagen.

„Vor diesem Hintergrund bietet sich Entwicklern die Chance, auch ohne markante Vorvermietungsquoten hochwertige Flächen in zentralen Stadtlagen  zumal die Flächenverknappung dort weiter zunimmt. Hinzu kommt, dass die Banken vereinzelt bereit sind, in Berlin bei stimmigen Rahmenbedingungen auch spekulative Büroprojekte zu finanzieren“, so Peter Starke, Leiter der Aengevelt-Niederlassung Berlin.

Gewerbeinvestmentmarkt bleibt auf hohem Niveau

Der Berliner Gewerbeinvestmentmarkt sei in 2016 nicht von großen Einzeltransaktionen wie in 2015 getrieben. Zudem verknappe sich das Angebot marktgerechter Immobilienprodukte weiter, was sich in einem geringerem Transaktionsvolumen als im Vorjahr (7,8 Milliarden Euro) niederschlage, Angevelt rechnet mit einem Geldumsatz von fünf Milliarden Euro.

Die Spitzenrenditen im Kernsegment würden Kaufpreismultiplikatoren vom bis zum 30-fachen der Jahresnettokaltmiete erreichen.

Aussichten 2017

Die Aussichten des Berliner Büromarktes bleiben laut Aengevelt weiterhin sehr gut. Auch 2017 sei von einem dynamischen Marktgeschehen und einem überdurchschnittlichen Büroflächenumsatz auszugehen.

Dezentralisierung, Leerstandsabbau und innerstädtische Projektentwicklungen mit höherem spekulativem Anteil würden sich als Trends fortsetzen. Dadurch würden die durchschnittliche Büromiete sowie die Spitzenmiete voraussichtlich weiter steigen.

Zum Investmentmarkt sagt Starke: „Berlin bleibt als Wachstumsregion mit Perspektive auch 2017 einer der international meistnachgefragten deutschen Investment-Standorte. Angesichts niedriger Spitzenrenditen auf internationalem Metropolen-Niveau steigt das Nachfrageinteresse an Objekten mit Leerständen, in Nebenlagen oder mit Planungs- und Modernisierungspotentialen.“ (kl)

Foto: Shutterstock

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