Anzeige
23. Juni 2017, 07:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Abschied von der Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse hat ihren Zweck in Nordrhein-Westfalen verfehlt, daher wird die künftige Landesregierung sie zwei Jahre nach ihrer Einführung wieder abschaffen. Damit ist NRW nicht allein, auch andere Bundesländer trennen sich von der Verordnung.

Haus-anstieg-miete-geld-shutterstock 366578651-Kopie in Abschied von der Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse konnte den Anstieg der Mieten nicht verlangsamen. Jetzt schaffen sie die ersten Bundesländer wieder ab.

Seit der Einführung der Mietpreisbremse am 1. Juli 2015 sind die Mieten in 13 von 22 NRW-Städten mit Mietpreisbremse stärker gestiegen als in den zwei Jahren zuvor. Während sich die Mieten in einigen Städten auf hohem Niveau einpendeln, ist die Lage andernorts noch angespannter als vor der Mietpreisbremse. Das zeigt eine Auswertung von Immowelt.

Der Markt entspanne sich nur dort, wo der Neubau systematisch unterstützt werde. Die neue Regierungskoalition von Nordrhein-Westfalen betrachte die Mietpreisbremse als wirkungslos und sogar als Hemmnis für private Investitionen. Deshalb solle die Verordnung nach zwei Jahren wieder verschwinden.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Bildschirmfoto-2017-06-22-um-17 16 30 in Abschied von der Mietpreisbremse

In Düsseldorf sind die Mieten laut Immowelt seit Inkrafttreten der Mietpreisbremse um elf Prozent auf 9,90 Euro je Quadratmeter gestiegen. Zwischen 2013 und 2015 habe die Steigerungsrate noch bei zwei Prozent gelegen.

Mietpreise durch Neubau senken

Zudem wachse die Stadt immer weiter, für 2030 wird ein Zuwachs von 30.000 Einwohnern auf dann 660.000 prognostiziert. Die Kapazitätsgrenze ist laut Stadtforschern schon jetzt erreicht und es mangele an Bauplätzen. All das erschwere es der Stadt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Köln sei ein positives Beispiel dafür, dass es funktionieren kann, wenn eine Stadt den Neubau fördert. Schon 2014 sei das “Stadtentwicklungskonzept Wohnen” beschlossen worden. Seitdem entstehen jedes Jahr 3.400 neue Wohnungen.

Die Mietpreise in Köln steigen zwar weiter, jedoch laut Immowelt in den vergangenen zwei Jahren nur noch um drei Prozent auf 10,30 Euro pro Quadratmeter. Zwischen 2013 und 2015 habe die Steigerung bei zehn Prozent gelegen.

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 22 NRW-Städten waren 28.660 Mietwohnungen und -häuser, die jeweils im 1. Quartal 2013, 2015 und 2017 auf immowelt.de inseriert wurden. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider.

Mietpreisbremse wird immer häufiger abgeschafft

Laut Immowelt verliert die Politik selbst den Glauben an die Mietpreisbremse als Instrument, um Mieten zu stabilisieren. Die ersten Bundesländer verabschieden sich von der Verordnung. Neben Nordrhein-Westfalen will auch die neue Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein das Gesetz abschaffen. Das kündigen CDU, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag an.

Auch in Bayern sei die Zahl der Gemeinden mit Mietpreisbremse bereits gesunken. Seit ihrer Einführung wurde sie bereits in 16 der ursprünglich 144 Gemeinden abgeschafft und nur vier Mal neu eingeführt. Und selbst die Justiz zeige Zweifel:Erst im März wies das Amtsgericht Altona die Klage eines Mieters ab. Der Richter bemängelte das Fehlen einer ausreichenden Begründung der Mietpreisbremse. (kl)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Assekuranz 4.0: Wie der Sprung in die Zukunft gelingt

In zehn bis fünfzehn Jahren wird die Branche kaum wiederzuerkennen sein. Welche Änderungen und Herausforderungen auf die einzelnen Geschäftsbereiche jetzt zukommen.

Gastbeitrag von Dr. Holger Rommel, Adcubum AG und Vincent Wolff-Marting, Versicherungsforen Leipzig

mehr ...

Immobilien

Bauboom schließt Lücken auf dem Wohnungsmarkt nicht

Auf dem Bau in Deutschland herrscht Hochkonjunktur – trotzdem mangelt es an bezahlbarem Wohnraum in Ballungsräumen. Die aktuelle Entwicklung reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, konstatieren die Immobilienverbände und mahnen weitere Maßnahmen an.

mehr ...

Investmentfonds

Türkei-Krise: Nach 2008 haben sich Anleger viel Hornhaut zugelegt

Die Währung ist der Aktienkurs eines Landes. Angesichts des aktuellen dramatischen Verfalls der türkischen Lira haben wir es also mit einem “Mega-Aktiencrash” zu tun. Dabei war das Land früher ein wahrer Outperformer, ein Aktienstar. In seiner Amtszeit als Ministerpräsident ab 2002 hat ein gewisser Herr Erdogan eine marode türkische Volkswirtschaft mit harten Wirtschaftsreformen in eine blühende Landschaft verwandelt. Doch dann wiederholten sich die typischen Fehler von Schwellenländern. Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt-Börse forciert ihre Erstmarkt-Aktivität

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG hat ihre Website Erstmarkt.de einem Relaunch unterzogen und unternimmt einen Neustart mit zunächst fünf Fonds. Zielsetzung ist der Online-Vertrieb neuer Publikums-AIFs.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...