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15. Dezember 2017, 14:48
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Zinspolitik: So wirken sich die Entscheidungen von Fed und EZB aus

Am Mittwoch beschloss die amerikanische Notenbank Federal Reserve eine weitere Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozent. Die Europäische Zentralbank entschied am Donnerstag, den Leitzins in der Eurozone nicht anzuheben. Der Finanzdienstleister Dr. Klein kommentiert, wie sich diese Entscheidungen auswirken.

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In den USA sind die Leitzinsen wieder im Aufwärtstrend, in der Eurozone bisher nicht.

Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag wurde mit deutlich weniger Spannung verfolgt als die der Notenbank in Washington am Vortag, so Dr. Klein.

„Ich habe von der EZB-Sitzung keine nennenswerten Neuigkeiten für die Eurozone erwartet“, sagt Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG. „Das derzeitige Anleihekaufprogramm läuft bis mindestens September 2018 weiter. Es sieht vor, dass im neuen Jahr nicht nur Anleihen im Wert von bis zu 30 Milliarden Euro pro Monat zusätzlich gekauft werden, sondern darüber hinaus jeden Monat weitere knapp zehn Milliarden auslaufende Anleihen verlängert werden.“ Damit sei der ‚natürliche Rückfluss‘, also die Reduzierung der Bestände der EZB, de facto außer Kraft gesetzt. Der Anleihen-Bestand der Zentralbank steige somit jeden Monat netto um 30 Milliarden Euro.

Mario Draghi, Chef der EZB, hatte seine expansive Politik unter anderem damit begründet, dass die Wirtschaft in der Eurozone weiterhin nicht ausreichend stabil sei und dass zunächst eine weiter reichende Erholung einsetzen müsse, ehe er die Intervention der EZB weiter reduziere.

Als Indiz dafür führte Draghi immer wieder die europäische Inflation an, die ohne konjunkturfördernde Maßnahmen nachhaltig nicht hoch genug sei. Der Zielwert der EZB liegt bei zwei Prozent. Im Oktober 2017 lag die Teuerungsrate bei 1,4 Prozent. Auch die Löhne stiegen laut Draghi nicht in ausreichendem Maße.

Zinserhöhung in den USA bereits eingepreist

In den USA erhöhte dagegen die Chefin der amerikanischen Notenbank (Fed) zum dritten Mal in diesem Jahr die Zinsspanne. Da sie damit ihrem eingeschlagenen Weg folgte, reagierten die Märkte laut Dr. Klein allerdings kaum. Die Zinserhöhung sei bereits eingepreist.

„Yellen kann ihrem europäischen Kollegen vorauseilen, weil in den USA genau die Parameter eingetreten sind, die Draghi so gerne sehen möchte: Die Wirtschaft wächst kontinuierlich, die Inflation liegt höher als in der Eurozone – im Schnitt 2017 bei 2,1 Prozent“, kommentiert Neumann. „Die Anhebung des Zinses entspricht der Kommunikationsrichtlinie der Fed. Weitere Veränderungen hatte ich nicht erwartet – zumal Yellen in weniger als zwei Monaten von ihrem Nachfolger abgelöst wird.“

Baufinanzierungszinsen in Deutschland minimal gestiegen

Was bedeutet diese Entwicklung für die Darlehenszinsen in Deutschland? „Im letzten Monat sind die Zinsen für Baudarlehen um zehn Basispunkte gestiegen. Dabei handelt es sich um übliche Marktschwankungen“, fasst Neumann die Entwicklung des vergangenen Monats zusammen. „Für das kommende Jahr rechne ich weiterhin mit einem günstigen Zinsumfeld für Bauherren und Hauskäufer – auch wenn die Talsohle hinter uns liegt.“ Der Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen liegt laut Dr. Klein derzeit bei 1,01 Prozent (Stand 14. Dezember 2017). (bk)

Foto: Shutterstock

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