Anzeige
19. Juli 2017, 15:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnimmobilien: Preisdynamik schwächt sich ab

Die Immobilienpreise in Deutschland sind im zweiten Quartal 2017 weiter gestiegen – allerdings mit gebremster Dynamik. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des F+B-Wohn-Index Deutschland. Die Entwicklung der Mieten fällt dagegen geringer aus.

Haus-geld-berg-anstieg-preise-shutterstock 572835850 in Wohnimmobilien: Preisdynamik schwächt sich ab

Insbesondere Eigentumswohnungen verzeichnen seit rund fünf Jahren weit überdurchschnittliche Preisanstiege.

Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien stieg im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorquartal mit leicht abgeschwächter Dynamik um 1,0 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,2 Prozent.

Die Wachstumsdynamik der letzten zwölf Monate bleibe auf hohem Niveau und bewegt sich nach wie vor oberhalb der allgemeinen Preissteigerung, so F+B.

Trend zur Urbanisierung hält an

Der seit rund fünf Jahren anhaltende weit überdurchschnittliche Preisanstieg von Eigentumswohnungen signalisiert nach Auffassung von F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner einen anhaltenden Trend in die mittleren und größeren Städte, da diese Wohnform typisch sei für urbane Siedlungsformen.

„Weiterhin verläuft die Preisentwicklung von Mehrfamilien- beziehungsweise Zinshäusern nach wie vor signifikant unterhalb des bundesweiten Wohn-Index. Hier machen sich die Einzel-Transaktionen in den vielen Mittel- und kleineren Großstädten in der Durchschnittsbetrachtung aller Transaktionen deutlich preismindernd bemerkbar, so dass das hohe Preisniveau der Top-7-Standorte im Bundesdurchschnitt nicht so sichtbar ist“, so der F+B-Chef.

Mieten steigen moderat

Während die Bestandsmieten im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorquartal leicht um 0,5 Prozent anstiegen, habe sich der Preisanstieg der Neuvertragsmieten mit ebenfalls 0,5 Prozent dem der Bestandsmieten angeglichen.

Eigentumswohnungen verteuerten sich dagegen laut F+B im gleichen Zeitraum um 1,5 Prozent und Einfamilienhäuser um 1,2 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal 2/2016 übertrafen Eigentumswohnungen mit 7,1 Prozent und Einfamilienhäuser mit 6,1 Prozent den Durchschnittswert des F+B-Wohn-Index von 5,2 Prozent.

Preise für einzelne Mehrfamilienhäuser bewegten sich dagegen im Vergleich zum Vorquartal mit plus 0,3 Prozent eher seitwärts, im Jahresvergleich wuchsen sie um 1,4 Prozent.

Neuvertragsmieten und Bestandsmieten verteuerten sich um 2,4 und 1,4 Prozent im Vergleich zu ihren Vorjahresquartalen.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

News-fb-19072017 in Wohnimmobilien: Preisdynamik schwächt sich ab

Förderinstrumente mit Vorsicht betrachten

Bei den aktuell im Vorfeld der Bundestagswahl diskutierten politischen Vorschlägen und Initiativen für neue Förderinstrumente gibt Leutner zu bedenken, dass im Rückblick jedes Förderinstrument – wie auch regulatorische Eingriffe – seine Spuren im Preisgefüge hinterlassen habe.

Häufig seien Fördermaßnahmen verpufft, weil sie preistreibend gewirkt hätten, wie bei der Eigenheimzulage. „Andere flächendeckend und damit regional undifferenziert eingesetzten Instrumente wie die Sonder-AfA nach dem Fördergebietsgesetz haben sogar zu erheblichen Fehlanreizen und städtebaulichen Fehlentwicklungen geführt. F+B plädiert deshalb für eine dezidierte Folgenabschätzung jeder Maßnahme, um die positiven Wirkungen zu maximieren, die ‚Nebenwirkungen‘ aber so klein wie möglich zu halten“, so Leitner.

Top 7: Hohes Preisniveau – gebremste Dynamik

Die Top 7-Metropolen verzeichneten laut F+B aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage von Selbstnutzern und Kapitalanlegern eine kontinuierlich wachsende Preisentwicklung mit kaum veränderten Rangplatzierungen.

München belegte unangefochten seinen ersten Platz mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5.870 Euro pro Quadratmeter. An zweiter Stelle der Top 7 liegt Hamburg (3.800 Euro), gefolgt von Frankfurt am Main (3.740 Euro). Es folgen Stuttgart (3.620 Euro), Düsseldorf (3.120 Euro) und Köln (2.950 Euro).

Die Eigentumswohnungspreise in Berlin lagen laut F+B mit durchschnittlich 2.800  Euro pro Quadratmeter nur noch knapp unter dem nächstteureren Top 7-Standort Köln. Die Attraktivität der Bundeshauptstadt spiegele sich auch in der Preissteigerungsrate zum Vorjahresquartal 2/2017 von 10,7 Prozent wider.

Die Wachstumsraten zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2017 bewegten sich laut F+B zwischen 0,5 Prozent (München) und 1,8 Prozent (Frankfurt) und hätten somit gegenüber dem letzten F+B-Wohn-Index deutlich an Dynamik verloren. (bk)

Foto: Shutterstock

 

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Spahn kündigt weitere Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge an

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat eine weitere Anhebung der Beiträge zur Pflegeversicherung angekündigt. “Ich kann ihnen jetzt schon sagen: Wir werden in den nächsten Jahren die Beiträge nochmals erhöhen müssen”, sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung “Maischberger”.

mehr ...

Immobilien

Umbauten am Haus: Anpassung der Police nicht vergessen

Wer am eigenen Heim Umbauten vornimmt, sollte an die Konsequenzen für die Wohngebäudeversicherung denken. Ansonsten könnte es im Schadensfall böse Überraschungen geben. Die Gothaer gibt Tipps, worauf Immobilieneigentümer achten sollten.

mehr ...

Investmentfonds

Wer die Finanzmärkte verstehen will, muss politisch denken

In den Print- und TV-Medien wird dramatisch mit viel Blut, Schweiß und Tränen gearbeitet. Man weiß natürlich, dass sich schlechte Nachrichten immer besser als gute verkaufen. Sie sorgen für Klicks und Quoten und locken Werbepartner an wie Licht die Mücken. Theoretisch bieten auch Kriegsangst, Zollangst und Zinsangst beste Drehbücher für den Zusammenbruch an den Finanzmärkten. Tatsächlich werden sie von nach Aufmerksamkeit heischenden Dramaturgen liebend gern benutzt. Aber sind sie in der Praxis wirklich untergangstauglich? Die Halver-Kolumne

mehr ...

Berater

Qualitypool bietet zwei neue Apps an

Der Maklerpool Qualitypool startet kostenlose Apps für seine Vertriebspartner und deren Endkunden. Die App “hQ – Das Partnercockpit” soll Vertriebspartner mit neuen Features unterstützen, Kunden erhalten die dazugehörige App “FinUp”, um ihre bestehenden Verträge und passende Angebote jederzeit einsehen zu können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia gibt weiteren Publikumsfonds in den Vertrieb

Die Patrizia GrundInvest hat den Vertrieb ihres siebten Publikumsfonds gestartet. Er investiert in einer deutschen Tourismusregion. Zudem kündigt das Unternehmen vier weitere alternative Investmentfonds (AIFs) für Privatanleger noch für dieses Jahr an.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...