15. Mai 2018, 14:56
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Immobilienpreise: Erste Anzeichen für Trendwende?

Deutschlandweit kennen die Preise für Wohnimmobilien in den letzten Jahren nur eine Richtung: nach oben. Im Westen der Bundesrepublik gehen sie nun teilweise leicht zurück. Zeichnet sich hier eine langfristige Trendwende ab?

Immobilienpreise: Erste Anzeichen für Trendwende?

Düsseldorf: Anders als in Köln und Dortmund stiegen die Preise hier auch im ersten Quartal 2018.

Dem Finanzdienstleister Dr. Klein Privatkunden AG zufolge lässt sich der Kölner Immobilienmarkt aktuell am besten mit der kölschen Faustregel “Et bliev nix, wie et wor” beschreiben.

Im ersten Quartal 2018 sei der Indexwert für Wohnungen nach einer langen Phase kontinuierlichen Anstiegs erstmals wieder gesunken, jedoch nur um 0,1 Prozent. Im Jahresvergleich falle die Preiszunahme mit 9,91 Prozent noch immer deutlicher aus.

“Für ein Aufatmen ist es noch zu früh”, sagt auch André Hasberg, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Köln. “Wir sehen auf dem Kölner Immobilienmarkt nach wie vor eine Seitwärtsbewegung.”

Köln: Speckgürtel wächst

Gegen eine Entspannung in naher Zukunft spreche zum einen das zu geringe Angebot an Immobilien bei noch zu wenig Neubau, und zum anderen die weiterhin hohe Nachfrage durch niedrige Zinsen.

Auch der Medianpreis für Wohnungen in der Rheinmetropole sei mit 2.744 Euro pro Quadratmeter noch lange nicht günstig. Auch die Häuser in Köln werden weiterhin teurer. So zahlten Hauskäufer 1,32 Prozent mehr als im Vorquartal und 6,79 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Als Konsequenz dieser Preissteigerung wachse der Speckgürtel der Stadt weiter. Spezialist Hasberg erklärt: “Interessenten weichen zunehmend auf Wohnlagen in der Kölner Umgebung wie Bergisch Gladbach oder Leverkusen aus.”

Düsseldorf: Preisanstieg setzt sich fort

Auch in Düsseldorf entspanne sich der Wohnungsmarkt vorerst nicht. Der Indexwert für Düsseldorfer Wohnungen sei im Vergleich zum Jahresende 2017 um 1,29 Prozent angestiegen – verglichen mit dem Vorjahresquartal sogar um 12,25 Prozent.

Der Index berücksichtige neben dem reinen Preis verschiedene Parameter wie Baujahr und Lage der Immobilien. Der gemittelte Preis für eine Düsseldorfer Wohnung liege im ersten Quartal 2018 bei 2.701 Euro pro Quadratmeter.

Für eine Wohnung von 90 Quadratmetern müssen Käufer damit etwa 243.000 Euro auf den Tisch legen. Der Häusermarkt zeige sich dagegen gesetzter. Seit dem ersten Quartal 2017 stieg der Index um 6,1 Prozent auf einen Wert von 134.

Der im Durchschnitt gezahlte Quadratmeterpreis für Häuser sei mit 2.348 Euro pro Quadratmeter etwa 350 Euro geringer als für Wohnungen.

Dortmund: Preisgefälle zum Rheinland wächst

Generell bewegen sich die Immobilienpreise im Ruhrgebiet laut Dr. Klein deutlich unterhalb des Rheinländer Niveaus. Dieser Abstand habe sich im ersten Quartal 2018 noch weiter vergrößert.

Schon im letzten Quartal sei der Indexwert für Dortmunder Wohnungen leicht rückläufig gewesen. Nun sinke er erneut um 2,51 Prozent. Damit falle auch die Steigerung um Vorjahresquartal mit 3,47 Prozent vergleichsweise gering aus.

Der Medianpreis für Wohnungen betrage aktuell 1.450 Euro pro Quadratmeter. Auch der Indexwert für Häuser sei mit einem Minus von 0,36 Prozent leicht gesunken. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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1 Kommentar

  1. “Wir sehen auf dem Kölner Immobilienmarkt nach wie vor eine Seitwärtsbewegung.”

    Das Stadtarchiv hat schon mal den Anfang gemacht 😉

    Kommentar von Hubert Straubinger — 15. Mai 2018 @ 16:51

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