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16. Februar 2012, 11:57
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Wie man das Kind mit dem Bade ausschüttet

Für die Vermögensanlage ist Beratung so wichtig wie der Leuchtturm für die Schifffahrt. Die meisten Anleger sind angesichts der Vielfalt, die unsere Branche bietet, schlicht überfordert.

Achim Küssner

Gastkommentar: Achim Küssner, Schroders

Im Prinzip sieht das auch die Europäische Kommission so. Mit MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) schützt sie daher die Anleger zum Beispiel vor irreführender Produktinformation, vor Intransparenz oder vor kreativer Performance-Darstellung.

Mit der Neufassung der Richtlinie – eigentlich aufgesetzt als MiFIR (Markets in Financial Instruments Regulation), aber als MiFID II bekannt – nimmt die Europäische Kommission nun die Beratung ins Visier. Wird die Neufassung wie geplant in nationales Recht umgesetzt, wird sich das bisherige Geschäftsmodell von Banken und Finanzberatern fundamental ändern. Die neuen Vorschriften untersagen es Beratern und Portfolioverwaltern dann, „von Dritten“ Zahlungen oder Zuwendungen anzunehmen. Die Provisionsvergütung wird also von der Honorarberatung künftig abgelöst. Nicht mehr die Produktanbieter tragen dann die für den Anleger so wichtige Beratung finanziell wie bisher, sondern die Anleger selbst.

Generell gibt es gegen die Honorarberatung nichts einzuwenden und für einige Anlegerkreise ist sie bereits seit Jahren etabliert.Doch für die große Mehrheit der Anleger in Deutschland und Österreich ist es neu und ungewohnt, für eine Anlageberatungzahlen zu müssen. Deswegen stellt sich die Frage, ob die Anleger einer Beratungsleistung gegen Geld die gleiche Bedeutung zumessen wie der Leistung von Architekten oder Anwälten. Und es ist auch fraglich, ab wann sich für einen Berater die Beratung lohnt.

Seite zwei: Chancen und Risiken beim Geschäft mit privaten Kunden

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Küssner,
    keine Kunde wird am End ohne Beratung dastehen.
    Aber jede Menge überflüssiger Berater werden ohne Kunden dastehen. In einer Marktwirtschaft braucht es Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage wird sinken, weil die Kunden an ihrem sensibelstem Teil, dem Geldbeutel erfahren, dass und was Beratung kostet (und diese eben nicht umsonst ist). Und die Kunden werden intensiv selektieren, wo sie Beratung wollen und sich diese verkaufen lassen.
    Somit fällt viel quersubventionierte Beschäftigungstherapie weg (es wird brechenbar, ob es sich lohnt, für eine Optimierung von xx EUR Jahres-Prämie y-viel Beratungszeit einzukaufen).
    Die ganze Branche wird abspecken.
    Aber bekanntlich ist schlank attraktiver – heisst hier, der Berufstand bekommt dann vielleicht auch ein Image, das mit den höheren Ansprüchen korreliert.
    Also keine Angst, wenn sie einen Mehrwert bieten, den Ihre Kunden brauchen – sonst lieber neu orientieren(oder auf den Einfluss der Lobby hoffen ….)
    Just my two cents …

    Kommentar von Peter Weschke — 17. Februar 2012 @ 11:39

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