ETFs: Werkzeuge für jeden Anleger

Bösennotierte Indexfonds spielen in vielen Anlegerdepots eine zunehmend wichtige Rolle als kosteneffiziente und liquide Anlageform.

Gastbeitrag von Kai Bald, Deutsche Asset & Wealth Management

„ETFs haben sich als liquide und kosteneffiziente Anlagealternative fest etabliert.“

Gerade als Anleger nach der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder Vertrauen in die Kapitalmärkte gewinnen, müssen sie mit einer weiteren Zäsur zurechtkommen. Durch die extrem niedrigen Zinsen für Sparkonten und Staatsanleihen bester Bonität ist es sehr schwer, allein mit einem risikoarmen festverzinslichen Depot einen auskömmlichen Zins für Vermögenserhalt oder -aufbau zu erwirtschaften.

Rolle des Anlageberaters so wichtig wie selten zuvor

Gleichzeitig sind die Ansprüche der Anleger an Transparenz und Kosteneffizienz so hoch wie nie, verbunden mit einer Grundskepsis gegenüber der Finanzbranche. Die Rolle des Vermögensverwalters und Anlageberaters ist in diesem Umfeld so wichtig und herausfordernd wie selten zuvor.

Börsennotierte Indexfonds oder Exchange Traded Funds (ETFs) können hier eine wichtige Rolle spielen. Auf der einen Seite erfüllen sie die Anforderungen an kosteneffiziente, liquide Anlageprodukte.

Auf der anderen Seite ist es heute dank der breiten Produktpalette möglich, mit ETFs ein breit gestreutes Portfolio aus mehreren Anlageklassen zu erstellen, das auf professionellen Grundlagen basiert und die Chance auf langfristig attraktive Renditen bietet.

ETF-Portfolio sollte langfristige Erträge in den Mittelpunkt stellen

Aber wie kann ein ETF-Portfolio konkret aussehen? Auf diese Frage sind mehrere Antworten möglich. Jede Variante trägt ihre eigenen Risiken. Ganz klassisch kann ein ETF-Depot mit festen Quoten in Anlageklassen, Regionen und Währungen gestreut werden, um so möglichst breit an allen Märkten beteiligt zu sein. Hier besteht das Risiko, die Märkte mit einer schlechten Wertentwicklung zu hoch zu gewichten.

Eine andere Möglichkeit zeigt ein Blick in die wissenschaftliche Forschung. Die Verfechter der effizienten Märkte, vertreten von den US-Ökonomen Eugene Fama und Kenneth French, sehen den Markt als weitgehend rational an.

Für seine Forschungen wurde Fama übrigens Ende vergangenen Jahres mit dem Ökonomie-Nobelpreis ausgezeichnet. Folgt man dieser Ansicht, könnten ETFs völlig ausreichend sein, um ein strukturiertes Portfolio aufzubauen. Denn über ETFs, die geeignete Indizes abbilden, könnten sich langfristig Risikoprämien am Markt kostengünstig und effizient einsammeln lassen.

Auswahl der richtigen Märkte entscheidend

Als Risikoprämie wird nach den Überlegungen von Fama und French das Entgelt verstanden, das ein Anleger für das Eingehen bestimmter Risiken am Kapitalmarkt erhält. Entscheidend dabei ist jedoch, die richtigen Märkte auszuwählen.

Wählt man die falschen Segmente, besteht das Risiko, dass der gewünschte Effekt nicht eintritt und das Portfolio nicht an den Prämien partizipiert. Ziel einer langfristigen Strategie sollte sein, dass Investoren an den auf den Märkten verfügbaren Risikoprämien beteiligt werden.

Fama und French zeigten beispielsweise, dass Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (Small Caps) und Aktien mit einem hohen Verhältnis von Buchwert zu Marktwert (Value-Aktien) über längere Zeit einen systematischen Mehrgewinn gegenüber dem Gesamtmarkt erzielen. Beide Segmente bieten verglichen mit Standardwerten höhere Risikoprämien.

Seite zwei: ETF-Angebot ist ein Werkzeugkasten

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