19. Dezember 2016, 11:28
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Das war das Jahr 2016 für Sachwerte

So wurden die ehemaligen Bankentöchter KGAL und LHI schon 2014 und 2015 an private Investoren bzw. das Management verkauft. Im September 2016 wurde dann bekannt, dass auch die Hessische Landesbank und die dortigen Sparkassen einen Käufer für ihre Fonds-Tochter Hannover Leasing suchen.

Zudem hat die Deutsche Bank im Mai ihren ersten und bislang einzigen geschlossenen Publikums-AIF in der Rechtsform einer Investment AG wieder vom Markt genommen und seitdem nichts mehr von sich hören lassen (in Punkto AIF, ansonsten natürlich schon). Auch die Commerzbank-Tochter Commerz Real kündigte kürzlich an, bis auf weiteres keine Publikums-AIF mehr aufzulegen. Aus dem Lager der Banken, auf das die Regulierung ursprünglich in erster Linie zugeschnitten schien, bleiben somit derzeit nur WealthCap, Real I.S. und Hannover Leasing.

Und auch diese drei sind mit Fragezeichen versehen: Bei WealthCap bleibt abzuwarten, wie sich die Turbulenzen der italienischen Mutterbank UniCredit auswirken, über die Zukunft von Hannover Leasing wird der neue Eigentümer entscheiden und Real I.S. doktert noch immer an ihrem bislang einzigen Publikums-AIF, dem schon im Herbst 2014 gestarteten Real I.S. Grundvermögen, herum, von dem kaum etwas zu hören ist. Stattdessen verschickt das Unternehmen pausenlos Pressemitteilungen über Transaktionen seiner Spezial-AIF und verkündete erst vergangene Woche, ein 500-Millionen-Euro-Individualmandat eines deutschen Versicherungskonzerns erhalten zu haben.

Erfolgsmeldungen von inhabergeführten Häusern

So stammten 2016 mit Ausnahme des erfolgreichen Markteinstiegs der Patrizia Grundvermögen mit vier neuen Fonds fast alle Erfolgsmeldungen zu Publikums-AIF aus dem Lager der privaten, überwiegend inhabergeführten Häuser. „Comeback des Mittelstands“ lautet deshalb die Überschrift des Schwerpunkt-Artikels im aktuellen Cash.-Heft (Ausgabe 1/2017), das letzte Woche erschienen ist.

Vielfach sind die privaten Unternehmer offenbar weitaus agiler als die Banken-Dickschiffe, die zusätzlich in einem Regulierungs-Gestrüpp festhängen, das weit über das KAGB hinausgeht und die außerdem in ihrem angestammten Geschäft unter Null- und Negativzinsen ächzen.

Insgesamt war 2016 also ein verlorenes Jahr für die AIF-Branche. Doch manche Meldung der vergangenen Wochen gerade aus dem Lager der inhabergeführten Unternehmen macht durchaus auch Mut für das kommende Jahr. Wie es 2017 voraussichtlich weitergeht, das lesen Sie in dem nächsten Löwer-Kommentar, der am 2. Januar erscheint.

Bis dahin wünsche ich allen Lesern geruhsame Feiertage, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Stefan Löwer ist Chefanalyst von G.U.B. Analyse und betreut das Cash.-Ressort Sachwertanlagen. Er beobachtet den Markt der Sachwert-Emissionen als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst insgesamt schon seit 25 Jahren. G.U.B. Analyse gehört wie Cash. zu der Cash.Medien AG.

Foto: Florian Sonntag

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Löwer, vielen Dank für diese gelungene Zusammenfassung sowie für viele weitere gute Artikel und Denkanstöße. Frohe Weihnachten und guten Rutsch! Jan Coenen

    Kommentar von Jan Coenen — 19. Dezember 2016 @ 17:12

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