Anzeige
8. November 2007, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherungsbranche: Neugeschäft stagniert

Die verbesserte Konjunkturlage geht an der Versicherungsbranche vorbei.
Wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, mitteilt, deuten die vorliegenden Geschäftszahlen des Jahres 2007 auf ein stagnierendes Neugeschäft hin. So rechnen die 453 Mitgliedsunternehmen mit einem Beitragsplus von lediglich 0,2 Prozentpunkten auf 162,1 Milliarden Euro. Allein die private Krankenversicherung (PKV) konnte ein Prämienzuwachs von 2,5 Prozent verzeichnen. Während die Lebensversicherungsbranche also mit konstanten Beitragseinnahmen rechnet, sind im Segment der Schaden- und Unfallversicherung Umsatzeinbußen von 0,4 Prozentpunkten zu verzeichnen.

In der Lebensversicherung setzt sich im laufenden Jahr der Trend hin zu Rentenversicherungen fort. Mittlerweile halten die lebenslang laufenden Vorsorgeverträge einen Anteil von 54 Prozent am Neugeschäft. Top-Seller des Jahres sind nach Angaben des Lobbyverbandes der Versicherungsbranche die Riester-Rente mit 2,4 Millionen (Plus 400.000) verkauften Verträgen. Bei der Basisrente prognostiziert der GDV eine Verdopplung auf 350.000 neue Verträge. Damit dürften die Assekuranzen zum Jahresende rund 630.000 Verträge im Bestand halten.

Insgesamt wurden in den ersten neuen Monaten im Bereich Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds rund 5,3 Millionen Verträge mit einer Beitragssumme vom mehr als 103 Milliarden Euro abgeschlossen. Ein Minus von neun Prozent bei den Beiträgen. Angezogen haben dagegen die Auszahlungen an Versicherungskunden. So wurden zwischen dem ersten und dritten Quartal rund 46 Milliarden Euro an Versicherungskunden ausgezahlt. Für das Gesamtjahr kalkuliert die Branche rund 67 Milliarden Euro.

Die privaten Krankenversicherer rechnen für 2007 mit Gesamtbeitragseinnahmen von 29,2 Milliarden Euro. Davon entfallen 27,3 Milliarden auf die Krankenversicherung und 1,9 Milliarden auf die Pflegeversicherung. Im ersten Halbjahr betrugen die Beitragseinnahmen rund 14,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 10,5 Milliarden auf die PKV und 940 Millionen auf die private Pflegegeldversicherung. In der Krankentagegeldversicherung lag das Beitragsvolumen bei 520 und in den Zusatzversicherungen zum GKV-Schutz bei 1,8 Milliarden Euro.

Für den Bereich der Schaden- und Unfallversicherer sind die GDV-Prognosen pessimistisch. Verantwortlich sind sinkende Beitragseinnahmen. Den erwartenden Gewinn beziffert der GDV auf rund 700 Millionen Euro. Verantwortlich dafür ist insbesondere der Orkan ?Kyrill? mit einer Gesamtentschädigung von 2,4 Milliarden Euro. Das Sturmtief sowie weitere Naturereignisse sorgten dafür, dass der Schadenaufwand in der Sachversicherung um 27 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro empor schnellte. Allein in der Wohngebäudeversicherung lagen die Aufwendungen um 55 Prozent über dem Vorjahr.

Sinkende Beiträge werden auch im Segment der Kraftfahrzeugversicherung erwartet. Während die Einnahmen um zwei Prozent auf 20,8 Milliarden Euro sinken, wird bei den Ausgaben ein Anstieg auf 19,2 Milliarden Euro erwartet. Insgesamt erwartet die Branche dort erstmals seit 2002 wieder einen Verlust.
Für 2008 rechnet der GDV im Bereich Leben mit einem Beitragsplus von zwei und für den Bereich der PKV mit drei Prozent. Dagegen wird im Segment der Schaden- und Unfallversicherung der Beitrag stagnieren. Über alle Sparten kalkuliert der Branchenverband ein Beitragswachstum von rund 1,5 Prozent. (dr)

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Altersvorsorge: Niedrigzins und neue Produktideen

Die Altersvorsorge befindet sich im Umbruch, diverse neue Produkte drängen auf den Markt. Auch die Gothaer hat ihr Portfolio überarbeitet und ist mit einem neuen Angebot gestartet. Am Anfang der Produktentwicklung stand eine umfangreiche Marktanalyse.

Gastbeitrag von Michael Kurtenbach, Gothaer Leben

mehr ...

Immobilien

Ostdeutsche Wohnungsmärkte im Auftrieb

In Ostdeutschland sind die Kauf- und Mietpreise für Wohnimmobilien in Mittelstädten gestiegen, die Wohnkostenbelastung hat im Schnitt aber abgenommen. Der “Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2017” hat untersucht, in welchen Städten die Entwicklung am dynamischsten war.

mehr ...

Investmentfonds

Droht der nächste Börsencrash?

Der “Schwarze Montag” ist auf den Tag genau 30 Jahre her. Damals lösten Algo-Trading-Systeme einen Börsen-Crash aus. In einigen Bereichen ist die Marktstruktur auch heute besorgniserregend. Wie wahrscheinlich ist ein erneuter Crash? Gastbeitrag von James Bateman, Fidelity International

mehr ...

Berater

Finanzvertriebe: Bester Service aus Kundensicht

Welche Finanzvertriebe bieten ihren Kunden das beste Serviceerlebnis? Dieser Frage ist das Kölner Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit der Tageszeitung “Die Welt”. Im Serviceranking über alle Branchen hinweg liegen die Finanzvertriebe im oberen Mittelfeld.

mehr ...

Sachwertanlagen

Capital Stage baut institutionelles Erneuerbare-Energien-Portfolio aus

Die innerhalb der Capital Stage Gruppe auf das Asset-Management-Geschäft für institutionelle Anleger spezialisierte Chorus Clean Energy AG hat für einen von ihr gemanagten Luxemburger Spezialfonds weitere Solar- und Windparks in Deutschland mit einer Gesamterzeugungsleistung von nahezu 20 MW erworben.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...