4. Mai 2012, 15:29
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Versicherer schöpfen Gewerbepotenzial nicht aus

Selbstständige und Freiberufler stellen hohe Ansprüche an Versicherungsberater, da sowohl berufliche als auch private Risiken abzusichern sind. Laut einer aktuellen Studie begeistert sich im Schnitt aber nur jedes dritte Zielgruppenmitglied für seinen Anbieter.

Unternehmer-127x150 in Versicherer schöpfen Gewerbepotenzial nicht ausMindestens die Hälfte der selbstständigen und freiberuflichen Kunden der Versicherer Gothaer, LVM, Provinzial und VKB gaben ihrem Anbieter die Bewertung „ausgezeichnet“ und „sehr gut“, so das Ergebnis der Studie „Kundenmonitor Assekuranz Selbstständige“ vom Marktforschungs- und Beratungsinstitut You Gov. Insgesamt wurden 1.000 Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe mit bis zu fünf Mitarbeitern und einem jährlichen Mindestumsatz von 25.000 Euro deutschlandweit repräsentativ befragt.

Der Studie zufolge wird der Versicherungsvertreter insbesondere bei den Kunden von Axa, HDI, VHV und Versicherungskammer Bayern geschätzt. Im Innendienst-Kontakt können die Allianz, Ergo, Huk-Coburg, LVM und Zurich ihre Kunden am besten von ihrem Service überzeugen. Zudem gehören die Kunden der Württembergischen Versicherung zu den treuesten unter den 16 untersuchten Gesellschaften.

Am häufigsten haben Selbstständige und Freiberufler eine Vertragsbeziehung zur Allianz (24 Prozent), dahinter folgen Axa (elf Prozent), R+V (elf Prozent) und Ergo (acht Prozent). Mit durchschnittlich 11,2 Versicherungsprodukten im Portfolio – jeweils zur Hälfte gewerbliche und private Policen – ist die Vertragsdichte im Vergleich zu anderen Marktsegmenten sehr hoch und ermöglicht eine hohe Kundendurchdringung, erklären die Marktforscher.

Provinzial Versicherungen erreichen höchste Vertragsdichte

Trotz hoher Reichweite schöpfen allerdings nicht alle Versicherungsvertriebe das Potenzial in Gewerbesegment aus, schätzt man bei You Gov. Die Provinzial Versicherungen erreichen die höchste Dichte mit durchschnittlich 4,9 Verträgen je Kunden. Nur der LVM kann mit 4,1 der gewerblichen Verträge pro Kunden folgen und führt sogar das Ranking der Vertragsdichte bei den Privatversicherungen mit 3,7 an, gefolgt von Allianz und Provinzial. Arag, D.A.S. oder Huk-Coburg zeichnen sich in diesem Marktsegment mit einer Vertragsdichte von unter 1,5 als Spezialisten aus, heißt es weiter.

Über die Hälfte der Selbstständigen ist an einen Versicherungsvertreter gebunden; ein weiteres Drittel an einen unabhängigen Versicherungsmakler. Der unabhängige Rat von Maklern ist laut Studie bei Architekten, Ärzten, Ingenieuren und Unternehmensberatern besonders begehrt. Den größten Beratungsbedarf hätten die Selbstständigen bei den Themen Fördermöglichkeiten und Risikoabsicherung für die Familie. Aber auch andere Themen wie beispielsweise Gesellschafterversorgung sowie betriebliche Altersvorsorge seien in bestimmten Zielgruppen stark gefragt, teilen die Marktforscher mit.

Neben Basisinformationen zum gewerblichen und privaten Versicherungsbesitz und den bestehenden Betreuungswegen hat die Studie nach Neuabschlüssen, Schadenerfahrungen, Kundenbindung und -zufriedenheit, Informations- und Beratungsbedarfen sowie der Versicherungsmentalität gefragt. Zu den untersuchten Gesellschaften zählten Allianz, Arag, AxA, D.A.S., Ergo, Generali, Gothaer, HDI-Gerling, HUK-Coburg, LVM, Provinzial, R+V, Versicherungskammer Bayern, VHV, Württembergische und Zurich. (lk)

Foto: Shutterstock

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