26. August 2013, 08:15
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Haftpflicht: Schutz vor dem finanziellen Ruin

Kaum zu glauben: Fast ein Drittel der deutschen Haushalte haben keine private Haftpflichtversicherung. An den Kosten kann es nicht liegen, denn schon ab etwa fünf Euro im Monat sind gute Haftpflicht-Policen für die gesamte Familie zu haben.

Gastbeitrag von Thorsten Rudnik, Bund der Versicherten e. V.

HaftpflichtDabei – und hier sind sich Versicherer, Vermittler und Verbraucherschützer einmal einig – ist diese Versicherung ein absolutes Muss. Denn fügen Sie einem Dritten schuldhaft einen Schaden zu, sind Sie von Gesetz wegen zum Schadensersatz verpflichtet.

Das Missgeschick einer umgeworfenen Vase im Porzellanladen oder der versehentlich verursachte Brand- oder Rotweinfleck auf dem Teppich von Freunden ist dabei zwar ärgerlich, lässt sich aber meist noch leicht aus eigener Tasche bezahlen.

Lebenslange Konsequenzen

Verursachen Sie aber als Fußgänger oder Fahrradfahrer einen schweren Unfall, müssen Sie möglicherweise Ihr Leben lang für Folgen in Millionenhöhe einstehen. Denn nicht nur die Behandlungskosten oder Schmerzensgelder müssen Sie tragen.

Bei dauerhaften Beeinträchtigungen müssen Sie Monat für Monat für Verdienstausfall, Unterhalt oder Pflegekosten aufkommen. Diese Summen werden nur wenige aus ihrem regelmäßigen Einkommen oder Vermögen zahlen können und dann wird – bis zur Pfändungsgrenze – Einkommen und Vermögen gepfändet. Das kann schlimmstenfalls zum finanziellen Ruin führen. Denn Sie haften für Schäden, die Sie verursachen, in unbegrenzter Höhe.

Einen Schaden kann zwar auch eine Versicherung nicht verhindern, aber zumindest vor den finanziellen Folgen schützt Sie hier die Privathaftpflichtversicherung. Sie ist damit die wichtigste private Versicherung, auf die Sie niemals verzichten sollten.

Eine Privathaftpflichtversicherung übernimmt im Unglücksfall die Kosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Sie hat aber noch einen weiteren ganz wichtigen Vorteil: Sie müssen sich nicht selbst mit den Forderungen eines Geschädigten oder seiner Anwälte auseinandersetzen. Ihre Privathaftpflichtversicherung prüft, ob Sie für einen Schaden überhaupt haftpflichtig gemacht werden können.

Haftpflicht übernimmt Rechtsschutzfunktionen

Unberechtigte oder überhöhte Ansprüche von Geschädigten wehrt Ihre Privathaftpflichtversicherung ab – notfalls sogar vor Gericht. Sie ist damit in diesem Bereich auch eine Art Rechtsschutzversicherung.

Haftpflicht bedeutet also Verpflichtung zum Schadensersatz und zwar unbegrenzt – und genau deshalb sind Haftpflichtversicherungen unverzichtbar. Es gibt allerdings nicht DIE eine Haftpflichtversicherung, die alle nur denkbaren Haftpflichtschäden deckt, sondern es gibt diese Versicherungsart für viele Bereiche in den verschiedensten Formen.

Seite 2: Selbstbeteiligung sinnvoll

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3 Kommentare

  1. @Joachim H. – Man sieht, was Halbwissen anrichten kann.
    Geldleute lesen genauer als Bücherfreunde, weil sie wissen, was flüchtiges Lesen bewirkt.

    Kommentar von C.Polzer — 27. August 2013 @ 15:50

  2. Die drei wichtigsten Aufgaben einer Haftpflichtversicherung sind m.E.:
    1. Die Abwehr unberechtigter Ansprüche (passiver Rechtsschutz).
    2. Übernahme berechtigter Ansprüche.
    3. Forderungsausfalldeckung.

    Auf diese letzte wichtige Ergänzung einzugehen, vergisst der Autor leider. Wie beschrieben haben ca. ein Drittel aller Bundesbürger keine Haftpflichtversicherung. Erleide ich durch einen dieser Nicht-Versicherten einen Schaden gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder mein “Peiniger” kann mich aus seinem Privatvermögen entschädigen oder ich bleibe auf der Strecke.

    Für diesen Fall bieten immer mehr Versicherer eine Forderungsausfalldeckung an. Bin ich also selbst der Geschädigte und der Verursacher hat weder eine Versicherung noch das nötige Kleingeld, übernimmt meine eigene Versicherung meinen Schadenersatz und muss versuchen, sich das Geld wieder zu holen.

    Eine, wie ich finde, mittlerweile unverzichtbare Erweiterung.

    Versicherungen sollte man für existenzielle (!) Risiken abschließen. Deshalb möchte ich die Empfehlung einer Selbstbeteiligung loben. Natürlich ist es ärgerlich, wenn ich die ersten 150 Euro der Schadensumme selbst zahlen muss. Aber existenziell bedrohlich werden diese 150 Euro für mich kaum sein. Zusätzlich spare ich über 20% Beitrag und Ärger mit der Versicherung bei Kleinstschäden.

    Kommentar von fincura.de — 26. August 2013 @ 14:33

  3. Sorr, aber es gibt längst Tarife, die für geliehene und gemietete bewegliche Sachen haften.
    Viele Grüße
    Joachim Hutschenreuter

    Kommentar von Joachim Hutschenreuter — 26. August 2013 @ 13:33

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