11. Juni 2014, 11:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Einzigartigkeit der LV ins Bewusstsein rücken”

Die Diskussion über das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) schlägt zurzeit – auch medial – hohe Wellen. Manchmal scheint es, dass die Existenzfähigkeit der Versicherer, aber auch die Existenz der Vermittler durch die angestrebten Regulierungen gefährdet sei. Welche Veränderungen könnten – sofern der Gesetzesentwurf verabschiedet wird – auf Versicherer, Vermittler und Kunden zukommen?

Gastbeitrag von Ellen Ludwig, Ascore Das Scoring GmbH

Ellen-Ludwig750 in Einzigartigkeit der LV ins Bewusstsein rücken

Ellen Ludwig, Ascore

Die Reduzierung des garantierten Rechnungszinses ist eine Folge des Kapitalmarktes, die für den Beobachter des Marktes nicht überraschend kam. Die Änderung an der Beteiligung der Bewertungsreserven ist eine vernünftige Überlegung, da keiner, weder Versicherer, Vertrieb noch der Versicherungskunde etwas davon haben, wenn das “Tafelsilber” der kapitalmarktstarken Jahre aufgelöst werden muss und für lange Versicherungsdauern, wie bei Rentenversicherungen, keine ausgleichenden Reserven mehr vorhanden sind. Hier wäre sogar eine noch konsequentere Handhabung, d.h. ohne Vorhandensein eines Sicherungsbedarfs zur Erfüllung der Garantieverpflichtungen älterer Verträge beim Versicherer, gerechtfertigt gewesen.

Eingriff in die Arbeit der Branche

Die übrigen Regelungen stellen einen Eingriff in die Arbeit und Kalkulation von Versicherern und Vermittlern dar. Was ist die Konsequenz dieses Gesetzesentwurfes? Welche Auswirkung hat dieses Gesetz – sofern in dieser Form verabschiedet – für das Versicherungsgeschäft für die zweite Hälfte 2014 und ab 2015?

Versicherungen können bis Ende 2014 noch mit einem höheren Rechnungszins und damit zu günstigeren Beiträgen bei gleicher garantierter Absicherung abgeschlossen werden. Das betrifft alle Lebensversicherungsprodukte, von der klassischen Rente über fondsgebundene Hybrid-Produkte aller Schichten bis hin zur Berufsunfähigkeits-und Risikoversicherung.

Keine Kündigung von Altverträgen

Sollen Versicherungen bis Ende 2014 gekündigt werden, um noch möglichst hohe Anteile an Bewertungsreserven mitzunehmen? Nein! Bereits laufende Versicherungsverträge haben einen höheren Rechnungszins als gegenwärtig am Kapitalmarkt risikofreie Renditen erzielbar sind. Das ist für die Absicherung des Risikos wertvoller als der Anteil der Bewertungsreserven bei einem Rückkauf. Zukünftige Gewinnbeteiligungen werden durch die Marktgegebenheiten reguliert – mit oder ohne Beteiligung an den Bewertungsreserven.

Seite zwei: Versicherungen sind kein Kurzfrist-Investment

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BKK-Dachverband verurteilt Spahns Angriffe auf die Selbstverwaltung der GKV

Der BKK Dachverband hat heute die neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Neu gewählt als Vorsitzender wurde Ludger Hamers als Versichertenvertreter, der Andreas Strobel ablöst. Weiterhin mit an der Spitze steht auch Dietrich von Reyher als Arbeitgebervertreter. Wofür der neue Aufsichtsrat eintreten will.

mehr ...

Immobilien

Volltilger-Darlehen im Zinstief: Planungssicherheit ist gefragt

Jeder zehnte Bauherr oder Immobilienkäufer und jeder dritte Anschlussfinanzierer wählt ein Volltilger-Darlehen. Warum der Anteil gestiegen ist. 

mehr ...

Investmentfonds

UniCommerz oder CommerzING? Oder was kommt als nächstes?

Nach den gescheiterten Fusionsbestrebungen zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank sind neue Gerüchte über eine mögliche Fusion von Commerzbank mit UniCredit bzw. ING aufgekommen. In seinem Gastbeitrag schreibt Alex Pelteshki, CoManager des Kames Strategic Global Bond Fonds, darüber, dass die Commerzbank eine radikale Lösung braucht. Was weniger eindeutig ist, ob eine dieser beiden Kombinationen sie erfüllen kann.

mehr ...

Berater

Provisionsdeckel: “Markteintrittsbarriere für neue Vermittler”

Dass im Zuge der Überprüfung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) ein Provisionsdeckel von 2,5 Prozent bei Abschlussprovisionen diskutiert wird, ist aberwitzig und für die Stärkung einer qualifizierten Beratung absolut kontraproduktiv und schädlich. Gastbeitrag von Michael H. Heinz, Bundesverband deutscher Versicherungskaufleute (BVK)

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Vertriebshaftung wegen Anschreiben

Das Landgericht Berlin hat einen Finanzdienstleister zur Rückabwicklung der Investition eines Anlegers bei dem inzwischen insolventen Container-Anbieter P&R verurteilt. Zum Verhängnis wurde dem Vertrieb ein unbedachter Satz in einem Anschreiben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...