Anzeige
20. März 2014, 10:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Produktinformationsblätter: Versicherer halten am Kleingedruckten fest

Das Institut für Transparenz (ITA) übt Kritik an den Produktinformationsblättern (PIBs) von Risikolebensversicherungen mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ). Eine marktübergreifende Untersuchung von 76 PIBs von 51 Anbietern habe zu “durchwachsenen” Ergebnissen geführt, teilt das ITA mit.

Dr. Mark Ortmann, ITA

Dr. Mark Ortmann: “Einige Anbieter haben bis heute nicht verstanden, dass der Wurm dem Fisch und nicht dem Angler schmecken muss. Transparente Unterlagen, ganz besonders Produktinformationsblätter, müssen für den Kunden verfasst sein.”

Neun Produktinformationsblätter von acht Anbietern fielen beim Test durch. Immerhin sieben Lebensversicherer hätten bei den PIBs zu ihren elf Tarifen “viel richtig gemacht” und dafür die Höchstnote “sehr gut” erhalten, lobt das ITA.

Ortmann: Branche droht staatliche Überwachung

“17 Anbieter mit 32 PIBs haben sehr gut oder gut abgeschnitten – das ist mehr als nur ein Anfang. Aber acht Anbieter mit neun Produktinformationsblättern haben unseren Transparenz-Index nicht bestanden – das sind immer noch zu viele”, kommentiert Dr. Mark Ortmann, Geschäftsführer des ITA, die Ergebnisse, die das Institut auf seiner Webseite veröffentlicht hat.

“Mir ist es völlig schleierhaft, warum die gesetzlichen Vorgaben, so wie das ITA sie versteht, auch sechs Jahre nach Einführung der Produktinformationsblätter nicht vollständig eingehalten werden”, ärgert sich Ortmann. “Wenn die Anbieter das nicht sehr schnell selbst in den Griff bekommen, wird eine staatliche Überwachung unvermeidlich.”

Gravierende Verstöße bei Kostenangaben

Besonders gravierende Verstöße gibt es demnach bei der Angabe der Kosten: Nur 32 PIBs haben die Vorschrift des Gesetzgebers vollständig umgesetzt, wonach die jährlichen Verwaltungskosten als Anteil der Jahresprämie unter Angabe der jeweiligen Laufzeit aufzuführen ist. Das bedeute, so das ITA, dass sich 58 Prozent der Anbieter noch immer nicht vollständig an das Gesetz hielten.

Versicherer halten am Kleingedruckten fest

Auch das Ergebnis bezüglich der Schriftgröße lasse vermuten, dass die Anbieter “keinen gesteigerten Wert auf gut lesbare Produktinformationsblätter legen”, heißt es weiter. So hätten 74 der 76 PIBs das Kriterium der Mindestschriftgröße 11 pt. nicht erfüllt.

Erfreulich sei dagegen, dass 75 PIBs auf die vom Gesetz vorgeschriebenen Folgen verspäteter beziehungsweise nicht geleisteter Zahlung hinweisen. Auf die im Vertrag enthaltenen Leistungsausschlüsse weisen laut ITA sogar alle 76 analysierten Produktinformationsblätter hin. (lk)

Foto: ITA

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Die Kälte kommt – so vermeiden Sie Frostschäden

Bislang waren der Norden und Westen Deutschlands von Schnee und Eis verschont. Doch nun droht auch hier eine frostige Phase. Für Hausbesitzer und Mieter heißt es obacht. Denn wenn Wasser in Heizungs- oder Trinkwasserleitungen gefriert, können die Rohre platzen. Urteile zeigen, wer nicht aufpasst, bleibt auf den Frostschäden sitzen. Doch selbst gefrorene Leitungen lassen sich auftauen.

mehr ...

Immobilien

Immobilienmarkt Kitzbühel: Spitzenpreise bei 30 Millionen Euro

Kitzbühel zählt zu einem der weltweit bekanntesten und exklusivsten Skiorte. Die österreichische Wintersportstadt in der Nähe der Metropolregion München ist ein attraktiver Immobilienstandort. Deshalb bleibt die Nachfrage nach Ferienobjekten und Zweitwohnsitzen in der Kitzbüheler Region ungebrochen hoch.

mehr ...

Investmentfonds

Mit Tools gegen Anlagefehler

Wer emotional ist, trifft schlechte Entscheidungen, das ist bekannt. Dennoch investieren Frauen besser. Welche häufigen Anlagefehler Investoren machen und ob und wie sich vermeiden lassen, darüber haben Vertreter aus Wissenschaft und Praxis gestern in Frankfurt diskutiert. Cash. war dabei.

mehr ...

Berater

Berufsunfähigkeit: Im Ernstfall knauserig?

Ein hartnäckiger Vorwurf, mit dem sich BU-Anbieter seit Jahren herumschlagen müssen, ist ihr vermeintlich widerspenstiges Verhalten im Leistungsfall. Sogar auf Seiten des Vertriebs trifft diese Anschuldigung auf Zustimmung. Teil Drei.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kapital in zehn Jahren fast verfünffacht

Die Paribus-Gruppe hat die Fondsimmobilie des SCM Capital GmbH & Co. KG Renditefonds V – Hamburg Wohnen sowie abgespaltene Grundstücksteile verkauft. Der Gesamtrückfluss an die Fondsanleger ist beachtlich.

mehr ...

Recht

Riester-Urteil: Förderung trotz Sonderurlaub?

Wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil klarstellt, steht und fällt die staatliche Förderung der Riesterrente mit Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung – entweder den eigenen oder denen des Ehepartners.

mehr ...