Anzeige
4. März 2014, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Bei Riester-Produkten keine Courtage auf Zulagen bezahlen”

Dr. Guido Bader, Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherung, erklärt, warum er einen Provisionsdeckel ablehnt und welche Alternativen es gibt, um Exzesse zu verhindern.

Provisionsdeckel

“Ich persönlich hätte nichts gegen einen “Hygiene-Deckel”, um Exzesse zu verhindern.”

Cash: Als Maklerversicherer lehnen sie sicherlich einen möglichen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung ab…

Bader: Einen Provisionsdeckel, wie er ursprünglich diskutiert wurde, lehnen wir in der Tat kategorisch ab. Er beschädigt die unabhängigen Vermittler, denn diese müssen, anders als die Ausschließlichkeitsvertreter, alle Kosten aus der eigenen Courtage bezahlen.

Man sollte lieber auf der kalkulatorischen Seite ansetzen, das heißt, wie schon erwähnt, die Produkte günstiger machen. Zahlt ein Versicherer trotzdem sehr hohe Vergütungen, liegt das in dessen eigener Verantwortung.

Zudem gilt es, Umdeckungen zu vermeiden. Wir würden viel weiter gehen als das Altersvorsorgeverbesserungsgesetz und beispielsweise bei Riester-Produkten keine Courtage auf Zulagen bezahlen.

Bei Riester-Umdeckungen würde zudem maximal eine geringe Bearbeitungsgebühr fällig werden. Kurzum: Da wo wirklicher Missbrauch stattfindet, sollte man diesen begrenzen.

Was halten Sie davon, den Provisionsdeckel oberhalb der üblichen Maklervergütung anzusetzen?

Ich persönlich hätte nichts gegen einen “Hygiene-Deckel”, um Exzesse zu verhindern. Die Stuttgarter zahlt ohnehin keine Prozentsätze, bei denen eine Sechs vor dem Komma steht. Allerdings wäre ein Hygiene-Deckel vermutlich ein gefundenes Fressen für die Öffentlichkeit. Unser Ziel als Versicherer und als Branche sollte daher sein, nur das zu regeln, was auch wirklich beim Kunden ankommt.

Wird es bald einen wie auch immer gearteten Provisionsdeckel geben?

Das vermag ich nicht zu sagen. Klar ist: Nachdem der Erstvorschlag zu heftigen Reaktionen – auch von unserer Seite – führte, hat man branchenweit eingesehen, dass man hier keinen Schnellschuss machen sollte. Es geht nun darum, fundiert über das Thema zu diskutieren.

Es ist in jedem Fall ein sehr schwieriges Thema, weil es sehr unterschiedliche Meinungen unter den Versicherern dazu gibt. Zudem kann ich schlecht einschätzen, wie sich der Gesetzgeber dazu positioniert. Ein Finanzpolitiker sagte mir aber: “Wir müssen viel in der Versicherungsbranche tun, aber das Provisionsthema steht nicht an erster Stelle”.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Ulrich Pfeiffer

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Altersvorsorge: Niedrigzins und neue Produktideen

Die Altersvorsorge befindet sich im Umbruch, diverse neue Produkte drängen auf den Markt. Auch die Gothaer hat ihr Portfolio überarbeitet und ist mit einem neuen Angebot gestartet. Am Anfang der Produktentwicklung stand eine umfangreiche Marktanalyse.

Gastbeitrag von Michael Kurtenbach, Gothaer Leben

mehr ...

Immobilien

Vonovia vereinbart Kooperation mit französischer Groupe SNI

Der Immobilienkonzern Vonovia und sein französisches Pendant, die Groupe SNI, haben vereinbart, zusammenzuarbeiten. Die Unternehmen wollen gemeinsam nach Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten suchen.

mehr ...

Investmentfonds

Droht der nächste Börsencrash?

Der “Schwarze Montag” ist auf den Tag genau 30 Jahre her. Damals lösten Algo-Trading-Systeme einen Börsen-Crash aus. In einigen Bereichen ist die Marktstruktur auch heute besorgniserregend. Wie wahrscheinlich ist ein erneuter Crash? Gastbeitrag von James Bateman, Fidelity International

mehr ...

Berater

Finanzvertriebe: Bester Service aus Kundensicht

Welche Finanzvertriebe bieten ihren Kunden das beste Serviceerlebnis? Dieser Frage ist das Kölner Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit der Tageszeitung “Die Welt”. Im Serviceranking über alle Branchen hinweg liegen die Finanzvertriebe im oberen Mittelfeld.

mehr ...

Sachwertanlagen

Capital Stage baut institutionelles Erneuerbare-Energien-Portfolio aus

Die innerhalb der Capital Stage Gruppe auf das Asset-Management-Geschäft für institutionelle Anleger spezialisierte Chorus Clean Energy AG hat für einen von ihr gemanagten Luxemburger Spezialfonds weitere Solar- und Windparks in Deutschland mit einer Gesamterzeugungsleistung von nahezu 20 MW erworben.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...