Anzeige
21. März 2017, 09:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fondspolicen-Vermittlung: Beratung wie im Investmentsektor?

Fondspolicen stehen in dem Ruf, komplexe Produkte zu sein. Deshalb hat der Verbund Deutscher Honorarberater (VDH) gefordert, dass fondsgebundene Versicherungen nur nach Erlangung einer fachlichen Kompetenz vermittelt werden dürfen. Die Versicherer wollen sich dem nicht anschließen.

Fondspolicen-Vermittlung

Für VDH-Chef Dieter Rauch wird mit zweierlei Maß gemessen: “Im Versicherungssektor dürfen auf Grundlage des Paragrafen 34d auch Fondspolicen, die keinerlei Garantien bieten, vermittelt werden.”

“Ich bezweifle, dass ein reiner Versicherungsberater beziehungsweise Versicherungsmakler ohne Zulassung nach Paragraf 34f oder Paragraf 34h Gewerbeordnung die erforderliche Fachkunde für die Beratung hat”, sagte VDH-Chef Dieter Rauch.

Strenge Voraussetzungen

Bekanntlich seien die Voraussetzungen für das Erlangen einer Zulassung im Investmentsektor bzw. die Regularien für die praktische Umsetzung der Beratungsleistungen sehr streng.

So müsse vorab ein detailliertes Kundenprofil zur Erhebung der Risikobereitschaft unter Berücksichtigung der Erfahrungen, Kenntnisse sowie der finanziellen Verhältnisse des Kunden erstellt werden.

Die anschließende Empfehlung von Investmentfonds bedürfe einer ausführlichen Dokumentation, inklusive Aushändigung sämtlicher Pflichtunterlagen und eindeutiger Aufklärung über die Risiken.

Zweierlei Maß

Für Rauch wird hier mit zweierlei Maß gemessen: “Im Versicherungssektor dürfen auf Grundlage des Paragrafen 34d auch Fondspolicen, die keinerlei Garantien bieten, vermittelt werden. Überdies sind die Dokumentationspflichten hier leider nicht annähernd so streng und ausführlich wie im Investmentsektor.”

Die Versicherer wollen sich der Forderung des VDH aber nicht anschließen. “Eine Fondspolice an sich ist kein komplexes Produkt”, sagt Johanna Bröcker, Head of Product Development bei Standard Life Deutschland. “Es handelt sich in der Regel um eine Geldanlage in Investmentfonds, um die ein Versicherungsmantel gelegt wurde – ähnlich einem Depot, aber mit Renten- oder Lebensversicherungsschutz und bestimmten steuerlichen Vorteilen.”

Seite zwei: Unvollständige Betrachtung

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

3 Kommentare

  1. Herr Rauch glaubt wohl wirklich an seinen Schwachsinn. Er will sich wohl starke Konkurrenz vom Hals halten. Was war er den im früheren Berufsleben ? War er vom Service und der Anforderung an die Qualität an die Arbeit des Maklers überfordert ? Ich gebe Ihm die dunkelrote Karte.

    Kommentar von Helmut Hornig — 22. März 2017 @ 09:30

  2. Da es ja bei Investments keine „WpHG-Freizeichungsprotokolle“ mehr gibt und bei IDD dieselben Product Governance Regeln gelten für Prüfungen zur „Geeignetheit“, d.h. beste Finanzprodukt-„Art“ im Rahmen vorhandener Maßnahmen zur Erfüllung restlicher Ziele & Wünsche. Weiterhin Prüfung der Verkraftbarkeit der prospektierten Wertschwankungen. Dabei wird nicht die Form der Gewerbezulassung das KO-Kriterium sein, sondern der NACHWEIS vor Gericht über Inhalte und Ablauf dieses Beratungsprozesses vor der Vermittlung!
    Nur wer hierzu seine „Protokolle“ mit Kundenunterschrift den Richtern belegen kann, wird sich mit der „Beweislastumkehr“ vor Storno mit Nebenkosten in den nächsten 10 Jahren, allein auf seine Erstberatung, schützen können.

    (Bei diesen Vorgaben hat man automatisch die Expertenhaftung an der Backe, da gib es keine Freizeichnung mehr als “Produktvermittler”, wie teilweise noch bei geschl. Fonds praktiziert).

    N.S. Wohl dem, der diesen Zeitaufwand mit einer Honorar-Option absichert, denn sonst werden zeitnahe Verdienste problematisch. Wird der Beratungsprozess nach DIN ISO 22222 durchgeführt sind „Beweislastumkehr“ und Honorar-Alternative automatisch gegeben, s. eBooks bei mwsbraun.de

    Kommentar von Frank L. Braun — 22. März 2017 @ 09:22

  3. Wieder einmal wird der Kunde als Mega-Blöd dargestellt.
    Wenn jemand ein Fondsprodukt ohne Garantie vermittelt, dann ja wohl weil er dem Kunden erklärt, dass er bei weglassem der Garantie deutlich höhere Leistungen erwarten kann. Bei Nichtvorhandensein von Garantie erkennt ja Jedermann/Frau das, schon im Wortsinn, keine Garantie vorhanden ist. Das würde bei einer Prüfung des Vermittlers sich kein bisschen verändern.
    Vielleicht noch ein Zusatzprotokoll zum Protokoll……….
    Wenn ich es anders nicht erklären kann, dass nur ich so superseriös bin, sollte ich es lassen.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 22. März 2017 @ 08:13

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 08/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Emerging Markets – Altersvorsorge – Bausparen – Recruiting

Ab dem 20. Juli im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Digitalisierung: “Versicherer müssen kulturelle Hürden überwinden”

Möchten Versicherer an Schlagkraft gewinnen, müssen sie die digitale Transformation deutlich konsequenter angehen und vor allem die Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen. Denn bisher hat nur jede zweite Versicherung eine Digitalisierungsstrategie entwickelt.

Gastbeitrag von Stefan Geipel, zeb

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Preise im Norden und Osten steigen weiter

Im zweiten Quartal 2018 haben die Immobilienpreise in Hamburg, Hannover, Berlin und Dresden angezogen – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Welche Besonderheiten sich daraus für die Finanzierung ergeben, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. Seine Sprecherin muss es wieder richten.

mehr ...

Berater

Grundfähigkeiten: Essenziell und schützenswert

Für die meisten von uns ist der Beruf nicht nur die Basis des Lebensunterhalts, sondern auch ein wichtiger Pfeiler der Identität. Kein Wunder also, dass die Absicherung der Arbeitskraft eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb von so gut wie allen Experten empfohlen wird.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

DFV kauft Hotel für weiteren Publikumsfonds

Die DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Immac Holding, hat das Rilano Hotel in Oberursel erworben. Es soll Objekt eines weiteren alternativen Investmentfonds (AIF) werden.

mehr ...

Recht

Unerlaubte Geschäfte: Zieht Olaf Scholz die Zügel an?

Die Anzahl der Verfügungen der Finanzaufsicht BaFin wegen unerlaubter Geschäfte hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl des Jahres 2017 wurde bereits überschritten.

mehr ...