Anzeige
5. Mai 2017, 10:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Gefährdungspotenzial der KMU unterscheidet sich erheblich”

Cash. sprach mit Thomas Lanfermann, Vorstand Komposit der Helvetia, über den Nachholbedarf kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) in Sachen Gewerbeversicherung und Faustformeln für einen angemessenen Versicherungsschutz.

Gewerbeversicherung

“Gerade bei Neugründungen stellen wir immer wieder fest, dass selbst zwei oder drei Jahre nach Betriebseröffnung noch kein Haftpflichtversicherungsschutz besteht.”

Cash.: Besteht bei KMU grundsätzlich noch Nachholbedarf in Sachen Gewerbeversicherung?

Lanfermann: Die Absicherung von KMU durch eine gewerbliche Haftpflichtversicherung schätzen wir relativ hoch ein. Allerdings gibt es hier immer noch großen Absicherungsbedarf. Gerade bei Neugründungen stellen wir immer wieder fest, dass selbst zwei oder drei Jahre nach Betriebseröffnung noch kein Haftpflichtversicherungsschutz besteht. Die weit überwiegende Mehrzahl aller Kunden, die bei uns ihre Haftpflichtversicherung abschließen, war bereits vorher versichert. Die Gründe für diese Situation dürften darin liegen, dass der KMU-Bereich von Versicherern stark umworben ist.

Wie kann man KMU dafür sensibilisieren, dass die gewerbliche Existenz ohne Versicherungsschutz auf dem Spiel steht?

Das Gefährdungspotenzial der einzelnen KMU unterscheidet sich oft ganz erheblich. Deswegen setzt Helvetia sehr stark auf eine individuelle Beratung durch unsere Vertriebspartner. Sie können die Risiken des Kunden am besten beurteilen und deutlich machen. Dabei spielen realistische Schadenbeispiele eine erhebliche Rolle. Deshalb haben wir zur Unterstützung des Beratungsgesprächs für die einzelnen Produkte Informationsmaterial mit Schadensfällen entwickelt.

Für KMU ist es besonders wichtig, eine angemessene Versicherungssumme zu wählen. Gibt es hierfür eine Faustformel?

Es wäre schön, wenn wir in der gewerblichen Haftpflichtversicherung eine solche Faustformel hätten. Doch so einfach ist die Risikosituation leider nicht. Das liegt schon daran, dass die gesetzliche Haftung grundsätzlich keine Höchstgrenzen vorsieht. Dazu kommt, dass das Risiko, einen anderen zu schädigen, je nach beruflicher oder gewerblicher Tätigkeit ganz unterschiedlich ist. Während zum Beispiel bei Ärzten das Personenschadenrisiko im Vordergrund steht, sind es bei den Handwerkern die Sachschäden. Bei manchen Betriebsarten ist eher mit einer Vielzahl kleinerer Schäden zu rechnen, während bei anderen eher Großschäden die Regel sind. Eine Orientierung gibt uns die statistische Analyse der Versicherungswirtschaft. Deren Ergebnisse legen wir bei der Festlegung der tariflichen Mindestversicherungs-summen zugrunde. Diese dienen dann im KMU-Bereich den Vertriebspartnern zur Orientierung. Grundsätzlich liegt die Entscheidung beim Versicherungsnehmer, welche Versicherungssumme gewählt wird.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Helvetia

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Neuer Finanzvorstand: Jens Warkentin wechselt von Axa zu Talanx

Jens Warkentin, derzeit Chief Operating Officer bei der Axa Konzern AG in Deutschland, tritt vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats zum 1. Oktober 2018 in den Vorstand der Talanx Deutschland AG ein. Der 51-Jährige wird zum 31. März 2019 das Ressort von Barbara Riebeling übernehmen, die derzeit als Finanzvorstand und Arbeitsdirektorin der Talanx Deutschland AG tätig ist.

mehr ...

Immobilien

Diese Filialbanken bieten die besten Baufinanzierungskonditionen

Dank des Niedrigzinses sind die Finanzierungsbedingungen für den Immobilienkauf noch günstig, jedoch nicht bei allen Filialbanken. Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat untersucht, welche Banken die besten Kreditkonditionen gewähren.

mehr ...

Investmentfonds

Argentinien: Probleme trotz IWF-Kredit

Der IWF-Kredit hat die argentinischen Märkte stabilisiert, aber die Probleme des Landes bleiben bestehen. Welche Herausforderungen die Wirtschaft in den nächsten Monaten überwinden muss und was das für Anleger bedeutet: Gastbeitrag von Rob Drijkoningen, Neuberger Berman

mehr ...

Berater

Sparkassen: Echtzeitüberweisungen in der Regel nicht kostenlos

Seit wenigen Tagen können Kunden bei zahlreichen Sparkassen ihre Überweisung in Echtzeit vornehmen – dies allerdings in der Regel nicht kostenlos. Die Kosten liegen zwischen null und zwölf Euro, wie eine Erhebung von Konto.org ergab. Das Fachportal hat die Preise für Echtzeitüberweisungen aller 385 Sparkassen online abgefragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Head of Research and Strategy bei Thomas Lloyd

Die ThomasLloyd Group hat ihr Management-Team erweitert: Nick Parsons ist seit Juni am Hauptsitz in London als Head of Research and Strategy tätig und in dieser Rolle auch Chefvolkswirt der Investment- und Beratungsgesellschaft.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...