Anzeige
14. August 2017, 09:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Restschuldversicherung: Unsachliche Diskussion hilft nicht

Restschuldversicherungen gelten als intransparent und überteuert. Durch die IDD-Umsetzung wird ein “Schutzmechanismus” für Verbraucher eingeführt. Die Diskussion über die Kosten wird leider weiterhin unsachlich geführt. Die Haff-Kolumne

Restschuldversicherung: Unsachliche Diskussion hilft nicht

“Versicherungsprämien sind keine mit Zinsen vergleichbare Kosten. Deren Höhe lässt sich nicht im Vergleich zur Kreditrate einordnen, sondern im Verhältnis zu dem, was vergleichbarer Versicherungsschutz am freien Markt kostet. “

Die Restschuldversicherung (RSV) gilt als Paradebeispiel für Intransparenz und überhöhte Kosten. Die anstehende IDD-Umsetzung bringt einen besonderen und in dieser Art einzigartigen Schutzmechanismus.

Eine Woche nach Abschluss erhält der Kunde in Zukunft eine eigenständige Information über seine Widerrufsmöglichkeit. Für mich ist dieser Hinweis wie eine Art Kündigungsaufforderung. Auf jeden Fall ist es ein wirksames Mittel, das die Transparenz erhöht.

Das angeprangerte unbemerkte “Unterschieben” der RSV während der Beratung wird schwierig. Kritisch finde ich weiterhin die Diskussion über die Kosten. Die Grundannahme bislang: Wird der Kredit – in diesem Fall sprechen wir nicht von einer Baufinanzierung, sondern von einem Konsumdarlehen – abgesichert, erhöht sich die finanzielle Belastung für den Kunden immens.

Prämien sind nicht mit Zinsen vergleichbar

Die hierzu angeführten Beispiele sind genauso plakativ wie sie in die Irre führen – aus zweierlei Gründen. Versicherungsprämien sind keine mit Zinsen vergleichbare Kosten. Deren Höhe lässt sich nicht im Vergleich zur Kreditrate einordnen, sondern im Verhältnis zu dem, was vergleichbarer Versicherungsschutz am freien Markt kostet.

Mit dem Blick auf eine günstige Risikolebensversicherung ist es nicht getan. Das RSV-Gesamtpaket umfasst regelmäßig auch Krankentagegeld und Arbeitslosenversicherung. Es kann unabhängig vom Eintrittsalter und ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden.

Das macht nicht nur den Vergleich schwierig. Es führt zu höheren Prämien. Dafür erhalten Kunden mit Vorerkrankungen noch Versicherungsschutz, die anderswo keine Chance haben.

Seite zwei: Wir sollten über Bedingungsstandards und Kundenberatung diskutieren

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

3 Kommentare

  1. Die Aussage ohne Gesundheitsprüfung ist falsch denn aus eigener Erfahrung wenn Vorerkrankungen bestehen gibt es definitiv keinen VS Schutz!!!

    Kommentar von C.Hoff — 16. Januar 2018 @ 13:29

  2. “Es handelt sich ganz klar um eine Versicherung, welche für die Vermittlung die Vorraussetzung braucht, nach § 34 d Abs. 1 GewO, eine entsprechende Ausbildung vorzuweisen.”

    Das ist mitnichten so. In fast allen Fällen ist der Abschluss einer Restschuldversicherung gar keine Versicherungsvermittlung, denn der Versicherte hat gar keinen Versicherungsvertrag abgeschlossen. Vielmehr schließt diesen die Bank selbst ab, als Versicherungsnehmer. Gegenüber dem Versicherten selbst bestehen also gar keine Beratungs- oder Informationspflichten zum Versicherungsvertrag.

    Oft handelt es sich um “Gruppenversicherung”, die die Bank abschließt. Genau daher hat der Gesetzgeber bei der IDD-Umsetzung nun auch für diese Gruppenversicherungen Pflichten der Bank zum Schutz der Versicherten eingeführt.

    Allerdings kann die Bank die Restschuldversicherung auch ebenso ganz ohne den Weg über Gruppenversicherungen abschließen. Nämlich selbst als Einzelversicherungen. Also wie wenn man – auch ohne diese zu beraten – für seine Hunde keine Zwingerhaftpflicht, sondern für jeden seine eigene abschließt, auch ganz ohne Vermittlerzulassung des Hundehalters.

    Man nennt dies dann – auch bei Restschuldversicherten – einfach “Verschaffung von Versicherungsschutz”.

    Was die Bank diesem auf die Prämie, die sie an den Restschuldversicherer zahlen muss – für diese Verschaffung oben aufschlägt, bleibt der Bank überlassen. Es handelt sich nicht um Provisionen, sondern einen Gewinnaufschlag der Bank.

    So geht Restschuldversicherung ganz ohne Vermittlerpflichten und ohne IDD-Umsetzung ganz einfach. Es gibt zahlreiche Banken, die dies seit vielen Jahren genau so umgesetzt haben, von der BaFin geprüft und für korrekt befunden.

    Die Bank darf nur – um nicht unter die IDD-Umsetzung zu fallen – nicht den Fehler machen, mit dem Versicherer einen Gruppenversicherungsvertrag ausdrücklich abzuschließen.

    Kommentar von Peter Schramm — 15. August 2017 @ 15:14

  3. Es handelt sich ganz klar um eine Versicherung, welche für die Vermittlung die Vorraussetzung braucht, nach § 34 d Abs. 1 GewO, eine entsprechende Ausbildung vorzuweisen. Ich unterstelle, dass die Mehrheit diese Ausbildung, wie z. Bsp. ein Autohaus, ein Autohändler, ein Bankangestellter u.s.w. nicht aufweist. Heißt im Umkehrschluss: eine Beratung und Vermittlung von einer Risikolebensversicherung (wie in der RSV integriert) dürfte so nicht an den Verbraucher gelangen. Wir selbst haben einige Beispiele, die zeigen, dass hier lediglich der Verkauf mit eintsprechender Provision im Vordergrund steht, denn anhand der wirklichen Gesundheits- oder aber auch Lebenssituation dürften die Verbraucher zwar diese RSV abschließen, aber im Ernstfall NICHTS an Leistung des Rückversicherers bekommen. Und an dieser Stelle MUSS dringend eine anständigen Lösung geschaffen werden.

    Kommentar von St. Wagner — 15. August 2017 @ 09:17

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Preventicus, SkinVision, TeleClinic: Generali baut Gesundheitsservices aus

Die Generali Deutschland treibt die digitale Transformation voran: Nun hat die private Krankenversicherungstochter des Versicherungskonzerns, die Central, im Bereich Gesundheit Kooperationen mit den Start-ups Preventicus, SkinVision und TeleClinic angekündigt. Ziel sei es, durch die Zusammenarbeit den digitalen Service für die Versicherten auszubauen.

 

mehr ...

Immobilien

BGH stärkt Mieterschutz bei kommunalen Immobilienverkäufen

Die obersten deutschen Zivilrichter stärken den Schutz von Mietern bei kommunalen Immobilienverkäufen.Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Schutz langjähriger Mieter bei kommunalen Immobilienverkäufen gestärkt.

mehr ...

Investmentfonds

So sorgen Sie für die Ausbildung Ihrer Kinder vor

Nur wenige deutsche Studenten erhalten den Bafög-Höchstsatz und auch dann kostet ihr Studium oft deutlich mehr. Doch Eltern können diese Lücken schließen, wenn sie rechtzeitig mit Fondssparplänen vorsorgen. Warum die Angst vor schwankenden Aktienpreisen dabei unbegründet ist:

mehr ...

Berater

MLP: “Respekt vor den Risiken”

Der Wieslocher Finanzdienstleister MLP konnte die Gesamterlöse in den ersten neun Monaten des Jahres um fünf Prozent auf 462,5 Millionen Euro ausbauen. Dabei entwickelten sich die Gesamterlöse nach Angaben des Unternehmens im dritten Quartal mit einem Zuwachs von acht Prozent besonders dynamisch.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weiterer VC-Fonds profitiert vom MIG-Siltectra-Deal

Wie verschiedene MIG Fonds hat auch der von Xolaris als Service-KVG verwaltete GA Asset Fund seine Beteiligung an der Siltectra GmbH versilbert. Dessen Anleger können sich ebenfalls freuen.

mehr ...

Recht

Et hätt noch immer jot jejange: Wirtschaft unvorbereitet auf Brexit

Laut Theresa May ist der Gordische Knoten bei den Brexit-Verhandlungen durchschlagen. Ob der Kompromiss das britische Parlament passiert, darf bezweifelt werden, bringen sich doch Mays Gegner bereits in Position.

mehr ...