Anzeige
6. Februar 2018, 13:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Lebensversicherung: Marktwächter warnen vor Rückabwicklern

Die Experten der Verbraucherzentrale Hamburg warnen erneut vor sogenannten Rückabwicklern von Lebens- und Rentenversicherungen. Derzeit werden stetig neue Fälle von Betroffenen gemeldet, während immer weitere Anbieter auf den Markt drängen.

Lebensversicherung: Marktwächter warnen vor Rückabwicklern

Aus Sicht der Verbraucherzentrale Hamburg sind die Dienste von Rückabwicklern eher schädlich für den Verbraucher.

Rückabwickler helfen dem Verbraucher beim Widerspruch ihrer Verträge, jedoch beschränken sich ihre Leistungen laut Verbraucherzentrale Hamburg häufig auf die Vermittlung an einen Anwalt.

Eine Überprüfung der Sinnhaftigkeit des jeweiligen Widerspruchs finde dabei nicht statt. Im Erfolgsfall werde außerdem eine hohe Vergütung verlangt. Aus diesem Grund haben die Verbraucherschützer schon im Juni 2016 vor diesen Dienstleistern gewarnt.

Objektive Prüfung ist notwendig

Sandra Klug, Leiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter der Verbraucherzentrale Hamburg, kritisiert die Rückabwickler scharf: “Denn häufig wird nicht einmal geprüft, ob der Widerspruch eines Vertrages für den Kunden finanziell überhaupt sinnvoll ist. Dies ist nämlich nicht per se der Fall.”

Eine objektive Prüfung könne auch ein unabhängiger Versicherungsberater oder die Verbraucherzentrale übernehmen – und das zu weit überschaubaren Konditionen.

Im Gegensatz dazu verlangen die Dienstleister im Erfolgsfall eine Vergütung für die Vermittlung von Anwälten, zuzüglich der regulären Anwaltskosten.

Hohe Provisionen für Dienstleister

Laut Verbraucherzentrale bieten Rückabwickler den Kunden zunächst an zu prüfen, ob ihrem Vertrag widersprochen werden kann. Dies sei nur möglich, wenn der Versicherungskunde vom Vermittler falsch oder unvollständig über sein Widerspruchsrecht belehrt wurde.

Auch falls die Versicherungsbedingungen oder Verbraucherinformationen nicht ausgehändigt wurden, sei ein Widerspruch möglich. Häufig erfolge das Angebot einer Widerspruchsprüfung auf Initiative der Dienstleister selbst.

Im Anschluss vermitteln diese einen Anwalt, der den Rechtsstreit mit der Versicherung zu normalen Gebührensätzen führe. Im Falle eines juristischen Erfolgs verlangen die Dienstleister einen Anteil von bis zu 50 Prozent der Rückzahlungen die die Verbraucher aus den rückabgewickelten Verträgen erhalten.

Rechtlicher Hintergrund

Verbraucher, die zwischen 1995 und 2007 eine private Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen haben, können dem Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen noch immer widersprechen, auch wenn sie ihn bereits gekündigt hatten, so die Verbraucherzentrale.

Dies habe der Bundesgerichtshof (BGH) 2014 entschieden (Az. IV ZR 76/11) und 2015 präzisiert (Az. BGH IV ZR 384/14). Beide Urteile seien besonders interessant, wenn die Verbraucher sich frühzeitig von der Police getrennt, und daher nur eine geringen Teil der eingezahlten Beträge zurückerhalten haben.

Durch einen nachträglichen Widerspruch können Versicherungskunden in diesem Fall darauf hoffen, dass ihnen erhebliche Nachzahlungen zugesprochen werden. (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Lebensversicherung:

“In Leben bleiben wir auf Stand-by”

Lebensversicherung: Wie krisenfest sind die Anbieter?

Lebensversicherung: Die Anbieter im Unternehmensrating

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Versicherungstipps: Die erste eigene Wohnung

Wann ist ein Mensch wirklich erwachsen? Mit der Volljährigkeit, einem Job, eigenen Kindern? Die Mehrheit der Bundesbürger sieht das Mieten der ersten eigenen Wohnung als einen der wichtigsten Meilensteine für das Erwachsenwerden.

mehr ...

Immobilien

Streit um Namen an Klingelschildern – Verstoß gegen die DSGVO?

Verstößt das Klingelschild eines Mieters an der Haustür gegen die Datenschutzgrundverordnung? Über diese Frage ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Immobilien-Eigentümerverband Haus & Grund empfiehlt aktuell seinen Mitgliedern, vorsorglich die Namensschilder zu entfernen.

mehr ...

Investmentfonds

Aufstieg der ETFs

Exchange Traded Funds (ETF) werden bei den Deutschen immer beliebter. Das in ETFs verwaltete Kapital ist in zehn Jahren um über 560 Prozent gestiegen. Doch noch immer ist die Investitionsquote in Deutschland insgesamt sehr gering.

mehr ...

Berater

Kfz-Versicherung: Welche Merkmale den Tarif in die Höhe treiben

Was treibt den Preis einer Kfz-Versicherung in die Höhe? Und wie lässt sich der Preis am stärksten reduzieren? Die Antworten liefert ein aktueller Vergleich des Online-Portals Check24.

mehr ...

Sachwertanlagen

Beförderungs-Quartett bei ThomasLloyd

Das Geschäft der ThomasLloyd Gruppe wächst immer weiter. Das macht auch neue Führungskräfte notwendig. Gleich vier Mitarbeiter auf einmal konnten sich in dieser Woche über Beförderungen zum Managing Director freuen.

mehr ...

Recht

Wohin mit Nachbars Laub? Ab über die Hecke!

Der Indian Summer begeistert mit rot-, gold- und braungefärbten Blättern. Doch wenn die Laubmassen zusammengekehrt und entsorgt werden müssen, kommt schnell mal schlechte Laune auf – besonders, wenn es sich Nachbars Laubgut handelt. Muss man sich darum kümmern?

mehr ...