11. März 2020, 05:49
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Cybercrime: Herausforderungen für Vertrieb und Innendienst

Durch Digitalisierung und Vernetzung entstehen völlig neue Risikolandschaften. Cyberkriminelle stellen Vertrieb und Innendienst vor neue Herausforderungen, denn sie müssen den Versicherungsbestand prüfen und optimieren, dazu Policen anpassen, erweitern, Transferlösungen schaffen und sich zunehmend zu Risikomanagern entwickeln. Ein Gastbeitrag von Theodoros Bitis, Deutsche Makler Akademie

Theodoros Bitis DMA-Kopie in Cybercrime: Herausforderungen für Vertrieb und Innendienst

Theodoros Bitis, DMA

Angesichts des bedrohlichen Anstiegs der Cyber-Kriminalität in den letzten Jahren, hat sich die Cyberversicherung von einem „nice to have“ zu einem „must have“ entwickelt. Nur durch sie können sich Unternehmen vor Betriebsunterbrechungsschäden aufgrund von Cyberattacken oder Systemausfällen schützen.

Ebenfalls aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist die Vertrauensschadenversicherung, die ursprünglich vorrangig dem Schutz des Unternehmens vor kriminellen Handlungen eigener Mitarbeiter diente. Ihr neuer Hauptkriegsschauplatz sind beispielsweise „Fake President“-Fälle. Dabei zielen kriminelle Dritte auf Mitarbeiter, geben sich als Geschäftsleiter oder -partner aus und bewegen ihre Opfer zu Zahlungen.

Strafrechtsschutzversicherung im Datenschutz-Dschungel

Seit Inkrafttreten der EU-DSGVO stehen Unternehmen immer häufiger im Visier der Datenschutzbehörden. Dabei sind die in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Bußgelder nur die Spitze des Eisbergs. Bei Datenschutzverfahren wird die Strafrechtsschutzversicherung, die bis dato den Fokus auf die im Rahmen von herkömmlichen Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren entstehenden Kosten hatte, immer sichtbarer.

D&O im Cyber-Zeitalter

Cyberrisiken sind Chefsache. Das bedeutet gerade im Zeitalter von DSGVO, Industrie 4.0 und Internet-of-Things ein höheres Haftungspotential für Unternehmensleiter. Ein klares Zeugnis für die professionelle Arbeit eines umsichtigen Kunden- und Fachbetreuers ist, wenn die D&O-Unternehmensdeckung mit qualitativ hochwertigen Bedingungen ausgestattet ist. Doch auch dies ist noch lange kein Grund zur Beruhigung. Denn Entscheidungsträger, die positive Kenntnis von IT-Sicherheitslücken im eigenen Betrieb haben und nicht oder nur unzureichend tätig werden, müssen sich im Schadenfall mit dem Vorwurf einer wissentlichen Pflichtverletzung oder eines Vorsatzes auseinandersetzen. Ein Grund mehr also, um die zusätzlichen Absicherungsmöglichkeiten anzugehen.

Branchen- und Spezial-Versicherungslösungen

Darüber hinaus sind immer mehr auch branchenspezifische Lösungen wie zum Beispiel die IT-Haftpflichtversicherung gefragt, die primär das Produkt- und Leistungsrisiko von IT-Dienstleistern deckt, oder Speziallösungen zur Absicherung von durch Cybervorfällen bedingte Reputationsschäden.

Vom „Versicherungsmensch“ zum Risikomanager

Cybercrime-Risiken haben einen enormen Einfluss auf die Versicherungsbranche. Der erforderliche ganzheitliche Ansatz einer Prüfung und Absicherung derartiger Risiken sorgt dafür, dass Kundenberater und -betreuer sich in einem schleichenden Prozess zum Risikomanager entwickeln müssen. Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, benötigen sie ein völlig neues Basiswissen ebenso wie ein neues Selbstverständnis.

Autor Theodoros Bitis ist Syndikusrechtsanwalt und Mitglied der Geschäftsleitung bei der hendricks GmbH sowie Trainer der DMA. Die Deutsche Makler Akademie bietet Seminare zum Thema Cybercrime an.

Fotos: DMA, Shutterstock

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